Schlafen nach der Haartransplantation

Schlafen nach der Haartransplantation

Damit eine Haartransplantation gelingt, müssen Sie nach dem Eingriff Einiges für Ihre Kopfhaut tun, um das bestmögliche Ergebnis zu erreichen. Denn schließlich kostet eine Operation, egal ob Sie diese in der Türkei oder in Deutschland vornehmen lassen, ja auch nicht wenig Geld, denn die Kosten werden in den seltensten Fällen von der Krankenkasse übernommen.

Außerdem wollen Sie ja langfristig und nachhaltig etwas gegen Ihren Haarausfall tun. Das können Sie am besten damit erreichen, wenn Sie die verpflanzten Grafts, also die Haarfollikel äußerst pfleglich behandeln. Dann bekommen Sie auch wieder schönes und volles Haar.

Ganz besonderes Augenmerk müssen Sie in der Heilungsphase auf den Empfängerbereich legen, also dort, wo die neuen Haare eingepflanzt wurden.

In den ersten Wochen ist dieser Bereich äußerst empfindlich und darf auf gar keinen in den ersten Tagen berührt werden. Auch Kratzen ist absolut tabu – selbst wenn es noch so sehr jucken sollte. Sonst besteht die Gefahr, dass Sie die frisch verpflanzten Grafts im Empfängerbereich gleich wieder herauskratzen und so Ihr optimales Ergebnis sehr (!) negativ beeinflussen.

Für viele Patienten, die sich einer Haartransplantation unterzogen haben, stellt sich außerdem die Frage: Wie schlafe ich eigentlich richtig?

Gerade für die Bauch- oder Seitenschläfer kann das „richtige Schlafen nach der Haarverpflanzung“ unter Umständen ein richtiges Problem werden. Aber glücklicherweise gibt es kleine Hilfsmittel, die ein unbeabsichtigtes Herumrollen nachts im Schlaf verhindern.

Richtig Schlafen nach der Haartransplantation

Die richtige Schlafposition kann sowohl entscheidend für eine schnelle Genesung als auch für das optimale Ergebnis Ihrer Haartransplantation sein.

In den ersten Tagen nach der Eigenhaarverpflanzung kann es zu leichten Blutungen im Spenderbereich kommen. Dabei handelt es sich einerseits um das sogenannte Wundwasser und zum anderen um die Kochsalzlösung, die Sie vor der Haartransplantation unter die Kopfhaut gespritzt bekommen, um den Eingriff zu erleichtern. Beides sickert aus den Hautporen am Hinterkopf. Das ist allerdings kein Grund zur Beunruhigung, sondern ein völlig normaler körperlicher Vorgang.

Weiterhin darf natürlich auch der Spenderbereich nicht in Kontakt mit einem Kissenbezug oder ähnlichem Textil kommen. Die Grafts sind in den ersten Tagen nach dem Eingriff noch nicht richtig eingewachsen und es besteht sonst die Gefahr, dass sie wieder herausfallen könnten.

Deswegen empfiehlt es sich in den ersten fünf bis sieben Tagen nach der Haartransplantation zum einen auf dem Rücken zu schlafen und zum anderen ein Nackenkissen oder –hörnchen zu nutzen. Das Hörnchen verhindert, dass Sie sich im Schlaf versehentlich drehen. Außerdem sorgt es dafür, dass zwischen Kopf und Kissen genug Abstand ist, damit man die Kissenbezüge mit dem Wundsekret nicht verschmutzt (Kleiner Tipp: Falls doch etwas daneben gehen sollte: Im Kochwaschgang lassen sich die Flecken relativ leicht wieder entfernen). Verwenden Sie zusätzlich noch Einmal- beziehungsweise Inkontinenzunterlagen, um den Kissenbezug zu schützen.

Bei manchen Kliniken, insbesondere in der Türkei, sind das Nackenhörnchen oder das Nackenstützkissen im Preis für die Haartransplantation auch schon enthalten.

Ein weiterer Tipp zum Schlafen nach der Haartransplantation: Bemühen Sie sich, in den ersten drei Tagen mit dem Oberkörper in einer leicht erhöhten Position zu schlafen, also nicht komplett liegend. Das ist am Anfang vielleicht etwas ungewohnt und nicht ganz so bequem, aber so verhindern Sie, dass die Flüssigkeit unter Ihrer Kopfhaut in den Stirnbereich „abrutscht“. Das Stirnband, das sie von der Klinik erhalten, sollte nachts übrigens nicht getragen werden.

Ab dem sechsten Tag nach der Haartransplantation können Sie – zumindest theoretisch – auch wieder auf der Seite schlafen. Jetzt gibt es aber Menschen die sehr unruhig schlafen und sich nachts im Schlaf unbewusst von der einen auf die andere Seite drehen. Wenn Sie zu diesen Personen gehören, empfiehlt es sich, weiter mit Nackenhörnchen zu schlafen, das ja ein Drehen verhindert. Bis zum zehnten Tag sind die Grafts noch nicht richtig eingewachsen. Achten Sie deswegen darauf, dass der Empfängerbereich nicht mit dem Kopfkissen oder dem Bettlaken in Berührung kommt.

Ab dem zehnten Tag nach der Haartransplantation dürfen Sie wieder wie gewohnt schlafen, auf dem Rücken, auf dem Bauch, auf der Seite – ganz wie Sie es sonst gewohnt sind.

Schützen Sie gerade in den ersten 10 Tagen nach der Haartransplantation Ihren Kopf vor Schlägen und Stößen – auch nachts im Schlaf. Sonst besteht die Gefahr, dass die verpflanzten Grafts unwiederbringlich beschädigt werden.

Was kann ich sonst noch für meine zukünftige Haarpracht tun?

Nicht nur das richtige Schlafen nach der Haartransplantation kann das endgültige Ergebnis enorm beeinflussen.

Bitte befolgen Sie, auch in Ihrem eigenen Interesse, alle Anweisungen des Arztes, die Heilungsphase betreffend. Nehmen Sie Ihre Medikamente, insbesondere das Antibiotikum, wie verordnet ein. Dieses verhindert, dass die Wunden, die nach dem Eingriff zurück geblieben sind, sich entzünden. Schonen Sie sich und vor allem Ihre Kopfhaut. Denn auch eine Eigenhaarverpflanzung mit der FUE-Methode ist immer noch ein operativer Eingriff, auch wenn sie noch so wenig belastend ist und minimalinvasiv vorgenommen wird.

In den ersten sieben Tagen nach dem Eingriff ist jegliche körperliche Anstrengung verboten. Der Blutdruck darf auf keinen Fall ein normales Maß übersteigen, da sonst die Gefahr besteht, dass die Operationswunden wieder beginnen zu bluten und die Grafts gleich wieder herausgeschwemmt werden. Das Gleiche gilt übrigens für Schweiß. Also sollten Sie jegliche Anstrengung und Hitze vermeiden.

In den ersten fünf Tagen nach der Haartransplantation sollten Sie so salzarm wie möglich essen. Salz bindet Wasser im Körper. Das Wundsekret und die Kochsalzlösung fließen so langsamer ab. Gleichzeitig empfiehlt es sich, viel zu trinken, mindestens drei Liter täglich! Auf diese Weise werden die Flüssigkeiten schneller aus Ihrem Körper geschwemmt.

Schützen Sie Ihren Kopf in den ersten vier Wochen vor allzu intensiver Sonneneinstrahlung. Sauna-, Solarium- und Schwimmbadbesuche sind tabu. Das Gleiche gilt für Kontaktsportarten wie beispielsweise boxen. Wenn Sie aktiver Fußballer sind, sollten Sie lieber eine Auszeit einplanen. Der Kopf muss in dieser Zeit ebenso vor harten Schlägen und Stößen geschützt werden. Normaler Sport ist allerdings nach etwa vierzehn Tagen wieder erlaubt.

Wenn Sie Raucher sind, empfiehlt es sich zumindest in der Heilungsphase damit aufzuhören. Die Wundheilung ist bei Rauchern erwiesenermaßen schlechter als bei Nichtrauchern. Die Heilung kann sich so ungewollt in die Länge ziehen.

Versuchen Sie außerdem Ihre Ernährung auf vollwertig und ausgewogen umzustellen. Denn auch die richtige Nahrung kann einen großen Einfluss auf das Ergebnis Ihrer Haartransplantation und die Wundheilung haben.

Abschließend noch ein kleiner Tipp zum Thema Juckreiz nach der Haartransplantation: Jucken oder leichtes (!) Brennen auf der Kopfhaut ist nach einer Haarverpflanzung völlig normal. Das ist ein Anzeichen des Heilungsprozesses. Wenn Sie befürchten, nachts unbewusst an den Grafts zu kratzen, sollten Sie vor dem Schlafengehen leichte Baumwollhandschuhe anziehen. Gegen die Schmerzen direkt nach der Haarverpflanzung bekommen Sie übrigens von der Klinik ein leichtes Schmerzmittel.