Haarausfall durch Amalgam und die Behandlungsmöglichkeiten

Haarausfall durch Amalgam

Amalgam war über viele Jahre die gängigste Zahnfüllung bei einer Kariesbehandlung. Es wird auch heute noch häufig verwendet, trotzdem es umstritten ist. Kommt es zu Haarausfall durch Amalgam, kann eine Amalgamvergiftung vorliegen. Auch bei vielen Amalgamfüllungen im Mund kann ein Haarverlust durch Amalgam eintreten.

Haarausfall durch Amalgam – eine tickende Zeitbombe?

Amalgam ist eine chemische Verbindung, die das Schwermetall Quecksilber enthält. Es wurde über viele Jahre lang als Zahnfüllung bei Karies verwendet. Amalgam ist preiswert, wirkt antibakteriell, verhindert die Ausbreitung von Karies und kann bis zu 30 Jahre halten. Da der Zahnwerkstoff jedoch zur Hälfte aus Quecksilber besteht, ist es umstritten. Einige Verfechter von Amalgam behaupten, dass die Füllungen im Laufe der Zeit verbessert wurden und so gut wie kein Quecksilber mehr freisetzen.

Noch heute wird Amalgam bei der einfachen kassenüblichen Behandlung von Karies verwendet. Der Patient muss keine Zuzahlung leisten. Amalgam darf jedoch inzwischen nicht mehr bei Kindern sowie schwangeren und stillenden Frauen angewendet werden. Es gibt inzwischen verschiedene Alternativen zu Amalgam.

Im Jahr 2020 soll darüber diskutiert werden, ob Amalgam ab 2030 überhaupt nicht mehr verwendet werden darf. Patienten, die bereits über ältere Amalgamfüllungen verfügen oder die zahlreiche Amalgam-Plomben im Mund haben, klagen hin und wieder über Haarausfall. Treten weitere Nebenwirkungen auf, kann es sich um eine Amalgamvergiftung handeln. Kommt es zu Haarausfall, ist nicht immer sofort feststellbar, ob Amalgam die Ursache ist.

Haarverlust durch Amalgam – Studien liegen vor

Heidelberger Gynäkologen an der Universitäts-Frauenklinik führten unter der Leitung von Hormonforscher Thomas Rabe und Gynäkologin Jasmin Klobusch eine Studie mit Frauen im Durchschnittsalter von 34 Jahren durch, die unter Haarausfall litten und schon über viele Jahre vergebens versucht hatten, den Haarausfall zu stoppen.

Der Urin von 107 Frauen, von denen 76 bereits Zahnfüllungen hatten, wurde auf Quecksilber, Blei und Cadmium untersucht. Von den Proben wiesen 51 Prozent eine krankhaft erhöhte Konzentration von mindestens einem dieser Schwermetalle auf. Bei 49 Prozent der untersuchten Frauen wurde Quecksilber festgestellt. Die Frauen erhielten vor dem Urintest ein Medikament, das die Quecksilberdepots aus dem Körper schwemmt.

Alle Teilnehmerinnen mit erhöhten Quecksilberwerten hatten Zahnfüllungen aus Amalgam. Die Quecksilberbelastung war umso höher, je mehr Zahnfüllungen bei den Teilnehmerinnen vorhanden waren. Die höchsten Quecksilberwerte lagen bei Frauen mit mehr als vier Amalgamplomben vor. Bei den Teilnehmerinnen, die keine Zahnfüllungen hatten, waren keine erhöhten Quecksilberwerte zu verzeichnen.

Von den Frauen mit erhöhten Quecksilberwerten ließen 19 ihre Amalgamplomben entfernen. Die Quecksilberkonzentration im Urin ließ sofort nach. Bei 13 dieser Frauen wuchsen die Haare wieder nach. Das ist ein Beweis dafür, dass Haarausfall durch Amalgam verursacht werden kann.

Wenn es zu einer Amalgamvergiftung kommt

Bei einer Amalgamvergiftung wird das im Amalgam enthaltene Quecksilber gelöst und breitet sich im Körper aus. Über den Magen-Darm-Trakt gelangt das Amalgam in den Blutkreislauf, die Organe und die Nervenbahnen. Der Körper wehrt sich gegen das Amalgam und reagiert abhängig von der Amalgamkonzentration auf unterschiedliche Weise:

  • Kopfschmerzen
  • Appetitlosigkeit
  • Abgeschlagenheit und Erschöpfung
  • Druckgefühl im Bauch
  • Gelenkschmerzen
  • Herz-Rhythmus-Störungen
  • Haarausfall.

Bemerken Sie solche Symptome, sollten Sie einen Arzt konsultieren, der Blut und Urin untersucht. Zusätzlich zu den schulmedizinischen Diagnoseverfahren kann der Arzt auch naturheilkundliche Diagnoseverfahren anwenden. Er kann die Mundschleimhaut und das Zahnfleisch um den mit Amalgam gefüllten Zahn untersuchen. Treten bläuliche Ränder auf, ist das ein Zeichen für eine Amalgamvergiftung. Ein neuartiges Diagnoseverfahren ist EtaScan, das Auskunft über das Vorliegen und die Schwere der Amalgamvergiftung gewährt.

Diffuser Haarverlust durch Amalgam

Kommt es zu einem Haarausfall durch Amalgam, handelt es sich um einen diffusen Haarausfall. Die Haare fallen auf dem gesamten Kopf gleichmäßig aus. Die Kopfhaut kann sichtbar werden. Der Haarausfall tritt mehr oder weniger stark auf, je stärker die Amalgamkonzentration im Körper ist.

Behandlung von durch Amalgam verursachtem Haarausfall

Wurde der Verlust der Haare durch Amalgam verursacht, ist er gut behandelbar. Die Amalgamplomben werden rückstandslos entfernt und durch andere Zahnfüllungen ersetzt. Kann eine Amalgamvergiftung nachgewiesen werden, ist eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse möglich. Eine geeignete und gut verträgliche Zahnfüllung ist Komposit, eine zahnfarbene Füllung aus Kunststoff und dem Salz der Kieselsäure.

Abhängig von den Defekten im Zahn ist Komposit in verschiedenen Varianten verfügbar. Bei einer Amalgamvergiftung ist zusätzlich eine sogenannte Ausleitung erforderlich, damit das Quecksilber vollständig aus dem Körper verschwindet. Für das erleichterte Ausschwemmen von Quecksilber muss der Patient täglich mindestens zwei Liter Wasser trinken. Die Behandlung kann mit Schöllkraut, Brennnesseltee oder Mariendistel unterstützt werden.

Ist das Quecksilber vollständig aus dem Körper verschwunden und wurden die Amalgamfüllungen entfernt, können die Haare wieder nachwachsen, wenn die Haarwurzeln noch nicht abgestorben sind. Das hängt von der Konzentration an Quecksilber ab und davon, wie lange der Haarausfall durch Amalgam bereits besteht.

Haartransplantation, wenn die Haare nicht mehr nachwachsen

Wachsen die Haare bei einem Haarverlust durch Amalgam nicht mehr nach, da die Haarwurzeln bereits abgestorben sind, kann eine Haarverpflanzung helfen. Die Haare werden von dort entnommen, wo sie am dichtesten vorhanden sind, und in die kahlen Stellen transplantiert. Die Haartransplantation ist dann sinnvoll, wenn das Amalgam komplett entfernt wurde.

Fazit: Haarverlust durch Amalgam – Schwermetall schadet den Haaren

Amalgam war jahrelang die bevorzugte Zahnfüllung bei Karies, da es preiswert ist. Es enthält eine hohe Konzentration an Quecksilber. Dieses Schwermetall ist verantwortlich für den Haarausfall durch Amalgam. Ein Haarausfall kann auftreten, wenn viele Amalgamplomben vorhanden sind oder wenn eine Quecksilbervergiftung vorliegt.

Die Amalgamfüllungen werden durch andere Füllungen ersetzt. Zusätzlich muss bei einer Vergiftung eine Ausleitung des Quecksilbers erfolgen. Sind die Haarwurzeln noch nicht abgestorben, können die Haare wieder nachwachsen, wenn das Amalgam entfernt wurde. Liegt die Belastung durch Amalgam schon länger zurück, können die Haarwurzeln bereits abgestorben sein.