Haarausfall bei erhöhten Leberwerten

Haarausfall bei erhöhten Leberwerten

Erhöhte Leberwerte werden meistens mit einem hohen Alkoholkonsum in Verbindung gebracht. Sie können jedoch auch andere Ursachen haben. Kommt es zu einem Haarausfall bei erhöhten Leberwerten, ist die Lebererkrankung oft schon weit fortgeschritten. Sie macht sich über lange Zeit nicht mit Schmerzen bemerkbar. Der Haarverlust bei erhöhten Leberwertenmacht sich als diffuser Haarausfall bemerkbar.

Haarausfall bei erhöhten Leberwerten – auf weitere Symptome achten

Fallen Ihnen täglich viele Haare aus und lichten sich Ihre Haare, ist ein Haarausfall wahrscheinlich. Sie sollten über mindestens eine Woche täglich Ihre ausgefallenen Haare auf Bettwäsche, Kleidung, im Duschabfluss und im Kamm zählen.

Sind das täglich mehr als 100 Haare, liegt ein Haarausfall vor. Können Sie keine Ursache feststellen, da Sie sich sonst wohlfühlen und keine körperlichen Beschwerden verspüren, sollten Sie auf Körpersignale achten:

  • Konzentrationsschwäche und ständige Müdigkeit
  • bierbrauner Urin und lehmfarbener Stuhl
  • häufige Blutergüsse und Nasenbluten
  • Juckreiz
  • Druckgefühl im rechten Oberbauch
  • Gelbfärbung der Augen und der Haut
  • häufige Appetitlosigkeit
  • Blähbauch

Bemerken Sie mehrere dieser Symptome, sollten Sie Ihre Leberwerte überprüfen lassen. Solche Symptome deuten auf eine Lebererkrankung hin. Sie macht sich nicht mit Schmerzen bemerkbar und wird daher oft erst spät bemerkt.

Wie sich ein Haarverlust bei erhöhten Leberwerten bemerkbar macht

Kommt es bei erhöhten Leberwerten zu einem Haarausfall, tritt er gleichmäßig auf dem gesamten Kopf auf. Es handelt sich um einen diffusen Haarausfall. Die Haare werden immer lichter, bis die Kopfhaut dadurch sichtbar wird. Es ist jedoch eher unwahrscheinlich, dass es bei erhöhten Leberwerten zu einem Totalverlust der Haare kommt. Bei Männern kommt es häufig zusätzlich zu einem Verlust der Körperbehaarung an Brust und Bauch.

Warum die Kontrolle der Leberwerte so wichtig ist

Kommt es zu einem Haarausfall durch erhöhte Leberwerte, ist nicht der Haarverlust das eigentliche Problem. Hinter erhöhten Leberwerten kann eine schwerwiegende Erkrankung stecken.

Um das Fortschreiten der Erkrankung oder eine schlimmere Erkrankung wie Leberzirrhose oder Leberkrebs zu vermeiden, sollten Sie rechtzeitig den Hausarzt konsultieren und die Leberwerte kontrollieren lassen. Die Leberwerte können bereits Rückschlüsse auf die Erkrankung geben. Verschiedene Messwerte werden zueinander ins Verhältnis gesetzt.

Die Summe der Blutwerte ALT und AST wird durch den Wert der Glutamatdehydrogenase dividiert, um den Schmidt-Quotienten zu ermitteln. Liegt er unter 20, ist das ein Alarmsignal. Dieser Wert deutet auf eine Leberzirrhose oder Lebermetastasen hin. Ein Schmidt-Quotient zwischen 20 und 50 ist ein Indiz für einen akuten Hepatitis-Schub. Ein Schmidt-Quotient über 50 kann auf eine Virushepatitis oder eine Alkoholhepatitis hindeuten.

Der Ritis-Quotient ist das Verhältnis zwischen ALT und AST. Er gibt Hinweise auf die Ursache einer Hepatitis. Bei einem Ritis-Quotienten unter 1 kann es sich um eine akute Virushepatitis handeln. Liegt der Wert um 1, könnte es sich um eine Leberzirrhose handeln. Bei einem Wert über 1, könnte eine chronische Hepatitis vorliegen, während es sich bei einem Wert über 2 zumeist um eine alkoholbedingte Leberschädigung handelt.

Der Hausarzt wird Sie daher auch zu Ihren Lebensgewohnheiten befragen. Sie sollten die Fragen zum Alkoholkonsum und zur Ernährung wahrheitsgemäß beantworten, damit die richtige Behandlung eingeleitet werden kann. Für weitere Untersuchungen und zur Behandlung kann Sie der Hausarzt an einen Internisten überweisen. Er kann eine Ultraschall-Untersuchung durchführen.

Ursachen von Haarausfall bei erhöhten Leberwerten

Nicht immer ist ein erhöhter Alkoholkonsum die Ursache von Haarverlust bei erhöhten Leberwerten. Eine Lebererkrankung kann auch durch Viren, eine Vergiftung, die Einnahme von Medikamenten, eine Stoffwechselerkrankung oder eine Autoimmunerkrankung hervorgerufen werden.

Eine Hepatitis kann durch eine Virusinfektion (Hepatitis A), durch Körperflüssigkeiten (Hepatitis B) oder durch Blutkontakt (Hepatitis C) entstehen. Typische toxische Ursachen von Lebererkrankungen sind hoher Alkoholkonsum, Einnahme von Medikamenten, darunter auch Schmerzmittel, Pilzvergiftungen oder Umweltgifte.

Eine Autoimmunerkrankung kann viele Ursachen haben. Das Immunsystem greift körpereigenes Gewebe an. Auch die Leber kann durch das Immunsystem angegriffen werden. Stoffwechselerkrankungen können in vielen Formen auftreten und die Leber angreifen. Bei allen diesen Ursachen kann es zu einem Haarausfall bei erhöhten Leberwerten kommen.

Ein diffuser Haarausfall wird durch die Einnahme von Medikamenten, eine Infektionserkrankung, eine Autoimmunerkrankung oder eine Vergiftung ausgelöst. Auch erhöhte Leberwerte haben solche Ursachen.

Behandlung von Haarverlust bei erhöhten Leberwerten

Kommt es zu einem Haarausfall bei erhöhten Leberwerten, muss die Lebererkrankung als Ursache behandelt werden. Kann die Lebererkrankung erfolgreich behandelt werden, können die Haare wieder nachwachsen.

Es ist daher wichtig, die Ursache der erhöhten Leberwerte festzustellen und zu behandeln. Welche Behandlung erfolgt, hängt von der jeweiligen Lebererkrankung ab. Eine Hepatitis wird medikamentös behandelt, um die Viren zu bekämpfen. Liegt eine Autoimmunerkrankung als Ursache von Haarverlust bei erhöhten Leberwerten vor, muss das Immunsystem gedämpft werden.

Eine Leberzirrhose oder eine Fettleber können durch erhöhten Alkoholkonsum, aber auch durch eine ungesunde Ernährung entstehen. Bei alkoholabhängigen Menschen muss ein Alkoholentzug erfolgen, um ein Fortschreiten der Lebererkrankung zu verhindern. Ist eine ungesunde Ernährung die Ursache, muss die Ernährung umgestellt werden. Übergewicht kann zu erhöhten Leberwerten und einer Lebererkrankung führen. Eine Gewichtsreduktion ist ein wichtiger Schritt für eine erfolgreiche Behandlung.

Die gute Nachricht: Die Leber ist regenerationsfähig. Sie kann sich sogar nach jahrelangem erhöhtem Alkoholkonsum oder der Einnahme von Medikamenten wieder erholen, wenn Sie künftig auf Lebergifte verzichten. Erholt sich die Leber wieder, wachsen auch die Haare wieder nach.
Ist die Leber jedoch stark geschädigt und ist sie weiterhin den Lebergiften ausgesetzt, sterben die Leberzellen ab.

Fazit: Handlungsbedarf bei Haarverlust bei erhöhten Leberwerten

Bei einem Haarausfall bei erhöhten Leberwerten kann die Leberschädigung schon weit fortgeschritten sein. Eine Lebererkrankung macht sich nicht mit Schmerzen bemerkbar. Eine Kontrolle der Leberwerte ist wichtig, da eine schwerwiegende Erkrankung dahinter stecken kann. Um gegen den Haarausfall vorzugehen, ist eine Behandlung der Lebererkrankung notwendig. Die Haare können wieder nachwachsen.