Haarausfall durch Steroide

Haarausfall durch Steroide

Ein erblich bedingter Haarausfall ist die häufigste Form des Haarausfalls und kann durch verschiedene Faktoren begünstigt werden. Ein Haarausfall durch Steroide tritt ein, wenn Sie bereits eine Veranlagung zu einem erblich bedingten Haarausfall haben und zum Muskelaufbau oder zur Potenzsteigerung Steroide einnehmen. Ein Haarverlust durch Steroide ist durch einen erhöhten Dihydrotestosteronspiegel gekennzeichnet.

Haarausfall durch Steroide – nur eine der Nebenwirkungen

Steroide sind Medikamente, die in verschiedenen Formen und für verschiedene Zwecke verwendet werden können. Ein Anwendungsgebiet von Steroiden ist die Potenzsteigerung, wenn bei einer Hodeninsuffizienz nicht genügend Testosteron produziert wird. Steroide werden von Leistungssportlern noch immer illegal als Doping genutzt.

Bodybuilder und Kraftsportler verwenden Steroide zum Aufbau der Muskeln. Hobbysportler und Leistungssportler steigern mit Steroiden die Leistung. Steroide können schwerwiegende Nebenwirkungen haben. Anabole Steroide können zu einer erhöhten Bildung des männlichen Sexualhormons Testosteron führen. Ist überschüssiges Testosteron vorhanden, kann es in das weibliche Sexualhormon Östrogen umgewandelt werden.

Die Folge kann eine Verweiblichung des männlichen Körpers mit einer Brustbildung (Gynäkomastie) sein. Auch ein Rückgang der Samenproduktion, eine Hodenschrumpfung und Unfruchtbarkeit können eintreten. Weitere Nebenwirkungen können erhöhte Aggressivität, verstärkte Neigung zu Sehnen- und Bänderrissen, Depressionen, Verschlechterung der Leberwerte, Akne oder Bluthochdruck sein.

Ist ein Überschuss an Testosteron vorhanden, kann er nicht nur in Östrogen, sondern auch in Dihydrotestosteron umgewandelt werden. Dihydrotestosteron muss nicht grundsätzlich schädlich sein, denn es kann sich positiv auf das Zentralnervensystem auswirken und ist verantwortlich für die Kraftentwicklung und die Regenerationsfähigkeit des Körpers.

Da Dihydrotestosteron ein Gegenspieler zu Östrogen ist, erhöht sich der Östrogenspiegel im Blut, wenn der Dihydrotestosteronspiegel sinkt. In der Folge kann es zu Fett- und Wassereinlagerungen im Gewebe kommen.

Als unangenehme Nebenwirkung von anabolen Steroiden kann ein Haarausfall eintreten. Es kommt jedoch nur dann zu einem Haarausfall, wenn Sie bereits eine Veranlagung zu einem erblich bedingten Haarausfall haben. Der erblich bedingte Haarausfall kann durch die Steroide begünstigt oder verstärkt werden, da er durch eine Überempfindlichkeit der Haarwurzeln gegen Dihydrotestosteron gekennzeichnet ist.

Da bei der Einnahme von anabolen Steroiden verstärkt Dihydrotestosteron produziert wird, das sich an den Haarwurzeln anlagert, kann es schneller zu einem Haarausfall kommen.

Wie Sie einen Haarverlust durch Steroide feststellen können

Ungefähr 80 Prozent aller Männer sind von einem erblich bedingten Haarausfall, der androgenetischen Alopezie, betroffen. Anzeichen dieses Haarausfalls sind Geheimratsecken, eine Stirnglatze und eine Glatze am Oberkopf. Sie müssen jedoch nicht warten, bis solche Anzeichen eintreten, wenn Sie den Verdacht haben, unter Haarausfall zu leiden.

Mit der Zupfprobe, bei der Sie eine Strähne mit ungefähr 100 Haaren zwischen Daumen und Zeigefinger nehmen und daran ziehen, können Sie einen Haarausfall feststellen. Fallen dabei viele Haare ohne Schmerzen aus, handelt es sich um einen Haarausfall.

Mit der Sammelprobe, die mindestens über eine Woche vorgenommen werden sollte, können Sie über einen Zeitraum von wenigstens einer Woche täglich die ausgefallenen Haare in Haarbürste, Kamm, Duschabfluss, Kleidung und Bettwäsche zählen. Um einen Haarausfall handelt es sich, wenn täglich mindestens 100 Haare ausfallen.

Wie Steroide einen erblich bedingten Haarausfall begünstigen können

Dihydrotestosteron lagert sich bei einem erblich bedingten Haarausfall an den Haarwurzeln an. Bei einem erblich bedingten Haarausfall sind die Haarwurzeln gegen Dihydrotestosteron überempfindlich. Nur dann, wenn bei Ihnen ein erblich bedingter Haarausfall vorliegt oder die Veranlagung dazu besteht, kann es zu Problemen kommen, wenn durch Steroide verstärkt Dihydrotestosteron produziert wird.

Ob Sie zu einem erblich bedingten Haarausfall neigen und ob Ihnen die Steroide schaden könnten, können Sie feststellen, indem Sie ermitteln, ob Haarausfall verstärkt auftreten. Sie sollten darauf achten, ob in Ihrer Familie viele Männer eine Glatze, Geheimratsecken oder einen zurückgewichenen Haaransatz haben. Die androgenetische Alopezie kann nicht nur über den Vater, sondern auch über die Mutter vererbt werden. Bei Frauen zeigt sich ein erblich bedingter Haarausfall, wenn die Haare um den Mittelscheitel sich immer mehr ausdünnen.

Nur dann, wenn bei Ihnen bereits ein erblich bedingter Haarausfall oder die Veranlagung dazu vorliegt und Sie Steroide einnehmen, müssen Sie einen Haarausfall durch Steroide befürchten. Lediglich Dihydrotestosteron verstärkt bei der Einnahme von Steroiden den erblich bedingten Haarausfall. Leiden Sie nicht unter einem erblich bedingten Haarausfall, da die Haarwurzeln nicht überempfindlich gegen Dihydrotestosteron sind, müssen Sie bei der Einnahme von Steroiden keinen Haarverlust befürchten.

Was Sie gegen einen Haarverlust durch Steroide tun können

Die gesündeste Form, einen Verlust der Haare durch Steroide zu verhindern, ist der komplette Verzicht auf Steroide. Das wirkt sich insgesamt positiv auf das Wohlbefinden aus. Der Haarausfall kann auch mit verschiedenen Medikamenten bekämpft werden. Auch diese Medikamente sind nicht ohne Nebenwirkungen.

Sie sollten sehr genau abwägen, ob Sie diese Medikamente anwenden wollen. Schädliche Nebenwirkungen können vor allem bei der Einnahme von Finasterid auftreten. Mit einer Wirkstoffkonzentration von 1 Prozent wird Finasterid als Haarwuchsmittel bei erblich bedingtem Haarausfall genutzt, um die Ausschüttung von Dihydrotestosteron zu hemmen.

Die Haare können wieder nachwachsen, wenn die Haarfollikel noch intakt sind. Mit einer Wirkstoffkonzentration von 5 Prozent wird Finasterid zur Behandlung von gutartigen Prostatavergrößerungen verwendet. Als Nebenwirkungen von Finasterid als Haarwuchsmittel können

  • Gewichtszunahme
  • Depressionen
  • Libidoverlust
  • Impotenz
  • Veränderungen der männlichen Brust bis hin zu Brustkrebs beim Mann

eintreten.

Auch Dutasterid wird zur Behandlung von Prostataerkrankungen genutzt und hemmt die Ausschüttung von Dihydrotestosteron. Es kann sich positiv auf den Haarwuchs auswirken, ist jedoch nicht als Haarwuchsmittel zugelassen.

Minoxidil wurde ursprünglich als Blutdrucksenker verwendet, doch aufgrund der Nebenwirkungen kommt es nur noch dann zum Einsatz, wenn andere Medikamente nicht wirken. Als Haarwuchsmittel wird es äußerlich angewendet und auf die Kopfhaut aufgetragen.

Es verbessert die Durchblutung der Kopfhaut, fördert die Nährstoffversorgung der Haarfollikel und macht die Haarfollikel unempfindlich gegen Dihydrotestosteron. Auch Minoxidil ist nicht ohne Nebenwirkungen, die als Schuppen, trockene Kopfhaut, Juckreiz und Rötungen auf der Kopfhaut auftreten können.

In Deutschland ist Fluridil, das unter dem Namen Eucapil gehandelt wird, als Haarwuchsmittel noch wenig bekannt. Es wird auf die Kopfhaut aufgetragen, doch sind bislang kaum Studien über die Wirkung vorhanden. In Tschechien und in der Slowakei ist dieses Haarwuchsmittel verbreitet und zugelassen.

Daher ist es auch in anderen EU-Ländern wie Deutschland zulässig. Ob Ketoconazol einem Haarverlust durch Steroide entgegenwirken kann, ist nicht erwiesen. Es handelt sich um ein Breitband-Antimykotikum, das gegen den Befall der Kopfhaut mit Pilzen innerlich und äußerlich angewendet werden kann.

Fazit: Steroide können einen erblich bedingten Haarausfall verstärken

Anabole Steroide können zum Muskelaufbau von Bodybuildern genutzt werden und starke Nebenwirkungen haben. Der Haarausfall durch Steroide tritt dann ein, wenn Sie bereits unter einem erblich bedingten Haarausfall leiden oder die Veranlagung besteht. Dihydrotestosteron schädigt die Haarwurzeln und führt zum Haarausfall. Die Bildung von Dihydrotestosteron wird durch Steroide gefördert.