Kreisrunder Haarausfall

Kreisrunder Haarausfall

Mediziner unterscheiden zwischen verschiedenen Typen des Haarausfalls. Eine davon ist kreisrunder Haarausfall, der medizinisch als Alopecia Areata bezeichnet wird. Viele Menschen sind davon betroffen. Die Haare fallen hierbei meist sehr plötzlich an einer Stelle, die rundlich begrenzt ist, aus, da das körpereigene Immunsystem die Haarzwiebeln angreift. Es gibt für die Behandlung verschiedene Möglichkeiten, falls die Haare nicht von selbst wieder nachwachsen.

Was ist kreisrunder Haarausfall genau?

Kreisrunder Haarausfall ist eine spezielle Form des Haarausfalls. An vereinzelten Stellen schwindet die Behaarung. Zurück bleiben ovale oder runde kahle Stellen, die scharf begrenzt sind. Dies geschieht oft innerhalb kurzer Zeit und versetzt viele Betroffene in einen Schockzustand. Der Durchmesser liegt meistens bei drei bis vier Zentimetern. Die haarlosen Areale sind somit auch für Außenstehende meist gut sichtbar. Der kreisrunde Haarausfall tritt oft schubweise und plötzlich auf. Die Krankheit kommt oft familiär gehäuft vor. Im Allgemeinen sind mehr Männer als Frauen davon betroffen. Viele sind jünger als 40 Jahre alt. Auch Kinder können unter dem kreisrunden Haarausfall leiden. Bei bis zu 25 % der Erkrankten kommt er vermehrt in der Familie vor. Die Diagnose des kreisrunden Haarausfalls ist in der Regel durch die charakteristischen Veränderungen einfach zu stellen. Zudem können in Gewebeproben mikroskopisch entzündliche Veränderungen nachgewiesen werden.

Was sind weitere Ursachen für kreisrunden Haarausfall?

Die Ursache ist meist in einer entzündlichen Erkrankung der Haut zu finden, die an den entsprechenden Arealen auftritt und zum Ausfallen der Haare führt. Die genaue Ursache ist nicht zweifelsfrei bekannt und noch unklar. Als sicher gilt inzwischen, dass es eine Autoimmunreaktion ist. Der Körper greift die eigenen Zellen an, im Falle des kreisrunden Haarausfalls sind es die Haarzwiebeln. In Untersuchungen konnte eine Häufung der T-Lymphozyten beobachtet werden. Hierbei handelt es sich um einen bestimmten Typ weißen Blutkörperchen. Die Lymphozyten sollen es sein, die aus unbekannten Gründen die Haarzwiebeln angreifen. Die Haarfollikel entzünden sich daraufhin und das Haar fällt aus. Zudem wird vermutet, dass kreisrunder Haarausfall durch bestimmte Faktoren ausbrechen kann, zum Beispiel Infektionen, Allergien oder lokale Kopfhautverletzungen. Auch die Einnahme von bestimmten Medikamenten, hormonelle Veränderungen wie eine Schwangerschaft, Stress oder psychische Belastungen stehen neben der familiären Häufigkeit im Verdacht, ihn auszulösen. All dies könnte das Immunsystem zusätzlich in ein Ungleichgewicht bringen, sodass eine Autoimmunreaktion begünstigt wird.

Kreisrunder Haarausfall – die verschiedenen, möglichen Verläufe

In den meisten Fällen beschränkt sich der kreisrunde Haarausfall auf die Kopfhaare. Bei einer kahlen Stelle wird dies medizinisch Alopecia Areata genannt und bei mehreren haarlosen Herden Alopecia areatamultilocularis. Im Stadium Alopecia areata subtotalis fällt die gesamte Kopfbehaarung aus. Doch letztendlich kann jede andere behaarte Stelle betroffen sein, auch die Augenbrauen und Wimpern. Schlimmstenfalls verlieren Betroffene die gesamte Körperbehaarung. Dies ist die schwerste Form und wird als Alopecia areata universalis bezeichnet. Bei rund 80 % der Betroffenen tritt der kreisrunde Haarausfall mit ein bis zwei haarlosen Herden auf dem Kopf auf. In circa 10 % der Patienten kommt es zusätzlich zum Haarverlust der Wimpern und Augenbrauen. In etwa 20 % der Fälle schreitet die Erkrankung fort, sodass es zu Mehrfachherden oder sogar zum totalen Haarausfall kommt. Doch ganz gleich, um welche Form es sich handelt, kreisrunder Haarausfall geht meist mit einer großen Belastung einher.

Kreisrunder Haarausfall – was können Sie dagegen tun?

Kreisrunder Haarausfall stellt eine große psychische Belastung für Betroffene dar. Dies gilt umso mehr, wenn die kahlen Stellen zunehmen und mit den übrigen Haaren nicht mehr zu kaschieren sind. Der Verlauf kann zwischen den verschiedenen Patienten erheblich variieren und ist nicht vorhersehbar. Betroffene greifen oft auf eine Perücke zurück. Dies dient dem Selbstschutz, um sich vor häufig verwunderten Blicken zu schützen. Bei manchen Betroffenen bilden sich die kahlen Stellen in den ersten drei Jahren von allein wieder zurück. Manchmal kann die Spontanheilung allerdings auch sieben Jahre dauern. Nichts desto trotz, bleibt die Krankheit bestehen. Sie kann immer wieder in regelmäßigen Schüben auftreten. Gegebenenfalls kommen folgende Behandlungsmöglichkeiten in Frage: Am häufigsten wird Kortison gegen kreisrunden Haarausfall eingesetzt. Das Ziel besteht darin, dass das Mittel die Immunabwehr, die die Haare angreift, hemmt. Der Arzt verschreibt auch oft Kortikoide (Wirkstoff Prednisolon), die das Immunsystem unterdrücken, damit auf diese Weise die Entzündung der Haarfollikel gehemmt wird. Bei einem schwereren Verlauf kann mit Medikamenten wie Diphenylcyclopropenon eine Kontaktallergie erzeugt werden, um die Immunabwehr von den Haarwurzeln sozusagen abzulenken. Doch DCP ist noch nicht offiziell zugelassen. Eine weitere dauerhafte Lösung ist eine Haartransplantation, wenn eine medizinische Behandlung erfolglos geblieben ist. Dann kann an die haarlosen Areale Haar verpflanzt werden, sodass sie wieder aufgefüllt werden. Wir beraten Sie gern zu Ihren Möglichkeiten. Dank der modernen Methoden wird die Haartransplantation sehr schonend und schmerzfrei durchgeführt.

Fazit

Kreisrunder Haarausfall ist für die Betroffenen eine enorme seelische Belastung. Der Leidensdruck ist oftmals sehr hoch. An runden Stellen, die etwa so groß wie eine Münze sind, gehen die Haare aus. Daraus resultieren die kahlen Stellen, die glatt und leicht eingesunken sind. Sie weisen keine Schuppungen oder Rötungen auf. Es ist möglich, dass die ausgefallenen Haare nachwachsen, da die Haarfollikel gewöhnlich erhalten bleiben oder sie werden nicht komplett zerstört. Doch kreisrunder Haarausfall ist in schwereren Fällen lediglich der Auftakt zum Haarverlust in weiten Bereichen. Im schlimmsten Fall kann es zu einem raschen Verlust der sämtlichen Körperbehaarung kommen. Zudem kann der Haarverlust jederzeit wieder aufflackern. Medikamente können eine Lösung sein, doch die Unterdrückung des Immunsystems kann mit erheblichen Nebenwirkungen einhergehen. Wenn Sie nach einer dauerhaften Lösung suchen oder andere Maßnahmen ohne Erfolg geblieben sind, könnte die Haartransplantation das Richtige für Sie sein, um das Leiden zu beenden. Fachärzte und Experten können nach einer ausgiebigen Analyse, die richtige Diagnose und entsprechende Behandlungsmöglichkeiten bestimmen.