Gibt es eine Pille gegen Haarausfall?

Pille gegen Haarausfall

Ein Medikament einnehmen und damit den Haarausfall stoppen – das ist in der Tat möglich. Es gibt verschiedene Medikamente, von denen einige auch rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind. Andere Medikamente gegen Haarverlust sind rezeptpflichtig, da sie stärkere Nebenwirkungen haben. Die Medikamente haben eines gemeinsam:

Sie lassen an den kahlen Stellen keine neuen Haare mehr wachsen, doch können sie den Haarverlust verzögern. Geht es um die Pille gegen Haarausfall, ist nicht die Anti-Baby-Pille gemeint. Es geht um ein Medikament in Tablettenform, das bei Männern mit Haarverlust anwendbar ist. Die Anti-Baby-Pille kann sogar einen Haarverlust fördern, wenn mit der Einnahme begonnen oder das Medikament gewechselt wird.

Welche Pille gegen Haarausfall gibt es?

Geht es um eine Pille gegen Haarverlust, gibt es nur ein Medikament im Sinne einer Pille. Propecia ist in Form von Filmtabletten erhältlich und enthält den Wirkstoff Finasterid. Dieses Haarwuchsmittel kann nur von Männern mit erblich bedingtem Haarverlust angewendet werden. Der erblich bedingte Haarverlust, die androgenetische Alopezie, ist die häufigste Form von Haarverlust und tritt bei ungefähr 80 Prozent der Männer auf.

Dieser Haarausfall zeigt sich mit einem zurückweichenden Haaransatz, Geheimratsecken und einer Glatze am Oberkopf. Propecia kann das Fortschreiten der androgenetischen Alopezie stoppen oder verzögern. Es kann von Männern im Alter von 18 bis 42 Jahren eingenommen werden. Männer außerhalb dieser Altersgruppe sollten das Medikament nicht einnehmen. Auf keinen Fall sollten Sie die Anti-Baby-Pille anwenden, wenn Sie unter Haarverlust leiden. Sie ist ein Verhütungsmittel für Frauen und kann einen Haarverlust eher fördern als verhindern.

Wie wirkt Propecia gegen Haarverlust?

Bei einer androgenetischen Alopezie sind die Haarfollikel empfindlich gegen das Hormon Dihydrotestosteron (DHT), das als Abbauprodukt des männlichen Sexualhormons Testosteron entsteht. Das Enzym 5-alpha-Reduktase wandelt Testosteron in DHT um. DHT schädigt die Haarfollikel, sodass sie immer schwächere Haare hervorbringen und irgendwann absterben.

Hier kommt Propecia als Pille gegen Haarausfall ins Spiel. Der in Propecia enthaltene Wirkstoff Finasterid wird in einer höheren Konzentration zur Behandlung gutartiger Prostata-Vergrößerungen verwendet. Finasterid hemmt das Enzym 5-alpha-Reduktase und damit die Bildung von DHT. So kann der erblich bedingte Haarverlust verzögert oder gestoppt werden. An den kahlen Stellen lässt Propecia jedoch keine neuen Haare mehr wachsen.

Wie wird Propecia angewendet?

Möchten Sie die Pille gegen Haarausfall anwenden, sollten Sie täglich eine Tablette einnehmen. Die Tablette kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Die Einnahme sollte täglich möglichst immer zur gleichen Zeit erfolgen. Sie sollten Propecia immer mit einem Glas Wasser nehmen.

Eine Teilung des Medikaments ist möglich, aber nicht sinnvoll, da dann die gewünschte Wirkung ausbleibt. Die Tagesdosis sollten Sie nicht überschreiten. Haben Sie die Einnahme vergessen, sollten Sie nicht mit der doppelten Menge fortsetzen, sondern das Medikament so wie gewohnt einnehmen.

Welche Nebenwirkungen hat Propecia?

Setzen Sie Propecia ab, kann sich der Haarverlust weiter fortsetzen. Sie sollten das Medikament absetzen, wenn Sie Nebenwirkungen bemerken. Die Nebenwirkungen können ziemlich schwerwiegend sein:

  • Hautausschlag
  • Gewichtszunahme
  • Depressionen bis hin zu Suizidgefahr
  • Libidoverlust und sexuelle Unlust
  • Erektionsstörungen bis hin zu Impotenz
  • Brustveränderungen bis hin zu Brustkrebs beim Mann.

Aufgrund der schwerwiegenden Nebenwirkungen sollten Sie Rücksprache mit dem Arzt halten, ob dieses Medikament tatsächlich für Sie geeignet ist. Die Nebenwirkungen können auch noch einige Zeit nach dem Absetzen der Pille gegen Haarausfall auftreten. Sie sollten das Medikament nicht einnehmen, wenn Ihre Leberfunktion eingeschränkt ist.

Gibt es Alternativen zu Propecia?

Vertragen Sie Propecia nicht oder möchten Sie das Medikament nicht einnehmen, da Sie die Nebenwirkungen fürchten, gibt es Alternativen. Eine Alternative ist Minoxidil, das als Schaum oder Tinktur erhältlich ist und auf die Kopfhaut aufgetragen wird.

Minoxidil wird bei androgenetischer Alopezie empfohlen. Es fördert die Durchblutung der Kopfhaut und kann noch intakte Harfollikel wieder zur Bildung neuer Haare stimulieren. Der Nachteil besteht auch bei Minoxidil in den Nebenwirkungen, die als Juckreiz, Rötungen und Schuppen auf der Kopfhaut auftreten können. Setzen Sie Minoxidil ab, schreitet der Haarverlust weiter fort.

Eine weitere Alternative zur Pille gegen Haarausfall ist die PRP-Behandlung, bei der Ihr Blut zu plättchenreichem Plasma aufbereitet und in die Kopfhaut gespritzt wird. Die Blutplättchen stimulieren die noch intakten Haarfollikel zur Bildung neuer Haare und regen das Haarwachstum an.

Microneedling ist eine weitere Alternative. Ein Dermaroller mit zahlreichen feinen Nadeln wird über die Kopfhaut bewegt, um winzige Verletzungen zu erzeugen. Beim Abheilen dieser Verletzungen werden Wachstumsfaktoren freigesetzt, die das Haarwachstum fördern.
Die Haartransplantation ist eine dauerhafte Lösung, wenn Sie unter Haarverlust leiden.

Gibt es noch weitere Pillen gegen Haarverlust?

Es gibt verschiedene Tabletten und Kapseln als Nahrungsergänzungsmittel, die indirekt gegen Haarverlust wirken können. Diese Tabletten und Kapseln enthalten verschiedene Mineralstoffe und Vitamine. Häufig sind diese Nährstoffe als Wirkstoffkomplexe enthalten, sodass Sie nicht verschiedene Pillen als Nahrungsergänzungsmittel einnehmen müssen.

Es gibt auch verschiedene Kapseln mit Extrakten aus Pflanzen, die das Haarwachstum anregen können. Alle diese frei verkäuflichen Produkte können nicht als Pille gegen Haarausfall bezeichnet werden. Sie wirken dem Haarverlust nur indirekt entgegen, indem sie die Durchblutung der Kopfhaut anregen und die Haarfollikel besser mit Vitaminen und Nährstoffen versorgen.

Fazit: Propecia ist eine Tablette gegen Haarverlust

Suchen Sie nach einer Pille gegen Haarausfall, können Sie Propecia einnehmen. Es enthält den Wirkstoff Finasterid und kann einen erblich bedingten Haarausfall verzögern oder stoppen. Die Anti-Baby-Pille wirkt nicht gegen Haarverlust. Der Wirkstoff Finasterid in Propecia hemmt das Enzym 5-alpha-Reduktase, das Testosteron in DHT umwandelt.

Propecia hat schwerwiegende Nebenwirkungen, beispielsweise Erektionsstörungen oder Brustkrebs beim Mann. Diese Nebenwirkungen können auch noch einige Zeit nach dem Absetzen auftreten. Setzen Sie Propecia ab, kann der Haarverlust weiter fortschreiten. Suchen Sie nach einer dauerhaften Lösung und nach einer Alternative zu Propecia, können Sie sich für eine Haartransplantation entscheiden.