Mechanischer Haarausfall

Mechanischer Haarausfall

Nicht immer sind die Hormone, Stress oder das Immunsystem daran schuld, dass uns die Haare ausfallen. Manchmal kann es auch ein ungünstiger Einfluss von außen sein, beispielsweise eine zu große Belastung durch die falsche Frisur. Die Rede ist in diesem Fall vom mechanischen Haarausfall (Alopecia Mechanis).
Mechanischer Haarausfall ist übrigens keine Erkrankung! Der Grund, warum die Haare ausfallen, ist tatsächlich rein manuell bedingt.

Mechanischer Haarausfall – die Traktionsalopezie

Die bekannteste Form des mechanischen Haarausfalls ist die Traktionsalopezie. Diese entsteht, wenn die Haare andauernd einem starken Zug unterliegen, zum Beispiel bei Frauen (auch bei Männern), die ihre Haare ständig streng zurückgebunden tragen, beispielsweise in einem Pferdeschwanz oder in einem Dutt. Auch zu schwere Extensions wie künstliche Rastazöpfe können unter Umständen ihren Teil dazu beitragen, dass die Haare mitsamt der Wurzeln im wahrsten Sinne aus der Kopfhaut gezogen werden.

Mechanischer Haarausfall – die Trichotillomanie

Eine besondere Form des mechanischen Haarausfalls ist die Trichotillomanie. Es handelt es sich hierbei um eine psychische Erkrankung, bei der die Betroffenen sich die Haare ausreißen. Dabei wird das Ausreißen nicht als besonders schmerzhaft empfunden, oft sogar als angenehm, obwohl das allgemeine Schmerzempfinden nicht höher oder niedriger ist als bei nicht Betroffenen. Manche Trichotillomanie Patienten verschlucken die Haare sogar, wodurch wiederum ein Darmverschluss entstehen kann. Wer unter Trichotillomanie leidet, gehört in psychologische, auf jeden Fall in ärztliche Behandlung. Wenn die Krankheit ausgeheilt ist, besteht die gute Chance, dass die Haare wieder nachwachsen.

Weitere Ursachen des mechanischen Haarausfalls

Doch nicht nur die falsche Frisur oder eine psychische Erkrankung sind daran schuld, wenn die Haare schwinden. Selbst das Tragen von Mützen oder anderen Kopfbedeckungen kann – bei entsprechender Veranlagung – zu einem mechanischen Haarausfall führen. Dieser tritt aber gewöhnlich nur an den Stellen des Kopfes auf, wo die Haare am meisten beansprucht werden. Selbst das Schlafen mit nassen Haaren auf Kopfkissen hat schon so manchen unerklärlichen Haarausfall ausgelöst. Mechanischer Haarausfall kann außerdem bei bettlägerigen Patienten auftreten.

Symptome des mechanischen Haarausfalls – Alopecia Mechanis

Durch die starke mechanische Beanspruchung der Haare – also durch Zug, Druck oder Reibung – verkürzt sich die Wachstumsphase. Die Haare werden immer dünner und im weiteren Verlauf entstehen kahle Flecken. Diese können an den unterschiedlichsten Stellen des Kopfes auftreten, beispielsweise an den Schläfen und am Haaransatz, wie bei der Traktionsalopezie. Unter gewissen Umständen können auch Pusteln, Entzündungen und/oder Schuppen an den beanspruchten Stellen auftreten.

Mechanischer Haarausfall – was tun?

Ein erstes Warnzeichen für eine Alopecia Mechanis sind Schmerzen auf der Kopfhaut wenn die/der Betroffene sich beispielsweise die Haare zusammenbindet. Eine erste Maßnahme: sofort den Zopf lösen und die Haare auflockern. Ein weiterer Tipp: Die Haare sollten außerdem nicht zu oft sehr streng zusammengebunden werden. Es ist mit Sicherheit kein Zufall, dass gerade Ballerinas unter einer Traktionsalopezie leiden können. Balletttänzerinnen müssen ständig ihre Haare in einem strengen Dutt tragen.

Falls es nötig wird, einen Dutt oder einen Zopf zu tragen, sollten Sie darauf achten, dass nicht zu viel Zug auf den Haaren liegt. Haben Sie ein Spannungsgefühl auf der Kopfhaut, deutet es darauf hin, dass die Frisur zu fest gebunden ist. Extensions, das ist ein Thema für sich. Sie sollen einerseits die Haare verlängern und andererseits für mehr Volumen sorgen. Wenn Sie gar nicht ohne Extensions leben können, gönnen Sie Ihren Haaren und Ihrer Kopfhaut wenigstens hin und wieder eine kleine Auszeit, um dem mechanischen Haarausfall vorzubeugen.

Die richtige Kopfbedeckung

Die Passform ist das wichtigste Kriterium bei der Auswahl der richtigen Kopfbedeckung. Wenn Sie sich eine Mütze oder Hut kaufen, probieren Sie immer mehrere Modelle an. Es sollte nichts drücken oder reiben. Das gilt übrigens auch für Schutzhelme, die bei verschiedenen Arbeitsplätzen getragen werden müssen, zum Beispiel auf dem Bau. Helme sind in der Regel immer größenverstellbar. Wenn Sie sehr empfindliche Haare – konkret gesagt, sensible Haarwurzeln – haben, dann sollten Sie außerdem Ihren Kissenbezug austauschen. Bevorzugen Sie glatte Naturmaterialien – Seide wäre die beste Wahl.

Was tun wenn die Haare trotzdem weiter ausfallen?

Sollten Sie feststellen, dass trotz aller Bemühungen die Haare trotzdem immer dünner werden, ist ein Gang zum Arzt angeraten, damit eventuelle Erkrankungen als Ursache ausgeschlossen werden können. Ein Arzt erkennt anhand der Symptome, um welchen Haarausfall es sich handelt. Zur Sicherheit wird er aber noch ein Anamese-Gespräch mit Ihnen führen. In der Regel ist es so, dass die Haare eigentlich nachwachsen sollten, wenn die mechanische Belastung wegfällt. Sie können aber einiges tun, um Ihre Haare und Ihre Kopfhaut zu unterstützen, damit Sie bald wieder schönes und volles Haar haben. Die eingangs schon erwähnte Trichotillomanie gehört übrigens unbedingt in ärztliche Hände!

PRP-Behandlung: Bei dieser klassischen Eigenbluttherapie werden Ihnen zunächst wenige Milliliter Blut entnommen. Anschließend wird das PRP (Plättchenreiches Plasma) mittels Zentrifugieren von den anderen Blutbestandteilen getrennt. Danach wird das PRP mit einer ganz feinen Nadel in die Kopfhaut gespritzt. Auf diese Weise wird die Durchblutung der Kopfhaut erhöht, wodurch die beanspruchten Follikel besser mit Nährstoffen versorgt werden. Weiterhin enthält das PRP körpereigene Wachstumsfaktoren, die den Haarwuchs ankurbeln.

Mikroneedeling: Bei dieser Behandlung werden der Kopfhaut kleinste Verletzung mithilfe eines speziellen Pens zugefügt. Dieses Procedere stimuliert das Haarwachstum und stärkt die Haarstruktur

Mesohairtherapie: Bei dieser Therapie werden Wirkstoffe, die speziell auf Sie abgestimmt werden, direkt unter die Kopfhaut mit einer sehr feinen Nadel gespritzt. Durch die speziellen Wirkstoffe wird Ihr Haarwachstum wieder angeregt.

Auch eine ausgewogene und gesunde Ernährung kann dazu beitragen, dass die Haare, die durch den mechanischen Haarausfall verloren gegangen sind, wieder nachwachsen. Achten Sie auch darauf beim Kämmen, Bürsten und Fönen schonend mit Ihren Haaren umzugehen.

Was tun wenn mir die Haare nach mechanischem Haarausfall trotzdem nicht mehr nachwachsen?

In manchen Fällen des mechanischen Haarausfalls sind die Follikel schon zu sehr geschädigt. Das ist die Ursache, dass die Haare nicht mehr nachwachsen. Aber auch für diesen Fall gibt es Abhilfe.

Mechanischer Haarausfall – Haarpigmentierung

Sind die kahlen Stellen, die durch den mechanischen Haarausfall entstanden sind, nicht allzu groß, kann unter Umständen eine Haarpigmentierung die Lösung sein. Der Pigmentierer bringt spezielle Farbpigmente wenige Millimeter tief in die Kopfhaut ein. Durch dieses Procedere wirken die kahlen Stellen zumindest optisch voller behaart. Positive Ergebnisse sehen Sie bereits nach der ersten Behandlung. Bei der Haarpigmentierung handelt es sich allerdings um eine reine kosmetische Korrektur des Problems. Wem das nicht reicht oder wenn die kahlen Stellen größer sind, sollte über eine Eigenhaarverpflanzung nachgedacht werden.

Mechanischer Haarausfall – Haartransplantation

Bei der Eigenhaartransplantation werden aus einem bestimmten Bereich des Kopfes – dem sogenannten Spender- oder Donorbereich – Haarfollikel entnommen. Diese Follikel, auch Grafts genannt, werden anschließend dort eingepflanzt, wo durch die Alopecia Mechanis kahle Stellen auf der Kopfhaut entstanden sind. Erste Ergebnisse der Haarverpflanzung zeigen sich nach etwa drei Monaten.


 
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