Haarausfall am Hinterkopf

Haarausfall am Hinterkopf

Haarausfall tritt in verschiedenen Formen auf. Die häufigste Form ist der erblich bedingte Haarausfall. Der Haarausfall am Hinterkopf ist so gut wie nicht erblich bedingt. Er kann in verschiedenen Formen auftreten und verschiedene Ursachen haben. Eine Haarverpflanzung kann in einigen Fällen bei einem Haarverlust am Hinterkopf vorgenommen werden.

Warum ein Haarausfall am Hinterkopf so gut wie nicht erblich bedingt ist

Die häufigste Form von Haarausfall ist der erblich bedingte Haarausfall, auch als androgenetische Alopezie bezeichnet. Ungefähr 60 bis 80 Prozent der Männer, aber auch viele Frauen sind davon betroffen. Bei Männern und Frauen äußert sich dieser Haarausfall auf unterschiedliche Weise. Während Männer Geheimratsecken, einen zurückweichenden Haaransatz oder eine Glatze am Oberkopf bekommen, fallen bei Frauen die Haare verstärkt um den Mittelscheitel aus, bis schließlich die Kopfhaut sichtbar wird. Auch bei Männern mit einem weit fortgeschrittenen erblich bedingten Haarausfall, bei denen Stirnglatze und Glatze bereits verschmolzen sind, befindet sich meistens am Hinterkopf noch ein kleiner Haarkranz.

Bei der androgenetischen Alopezie fallen die Haare am Hinterkopf nur sehr selten aus. Der Grund dafür ist die Resistenz dieser Haare gegenüber Dihydrotestosteron, das beim Abbau von Testosteron entsteht. Es lagert sich beim erblich bedingten Haarausfall an den Haarwurzeln an, schädigt sie und führt zum Verlust der Haare. Die Haare vom Hinterkopf sind auch dann resistent gegen Dihydrotestosteron, wenn sie in die kahlen Stellen implantiert wurden. Sie fallen dann nicht aus.

Haarverlust am Hinterkopf in verschiedenen Formen

Fallen die Haare am Hinterkopf aus, kann sich dieser Haarausfall in verschiedenen Formen zeigen:

  • Der diffuse Haarausfall macht sich durch einen gleichmäßigen Ausfall der Haare auf dem gesamten Kopf, auch am Hinterkopf, bemerkbar. Schreitet dieser Haarausfall weiter fort, kann es zum Totalverlust der Haare und auch zum Verlust der Körperhaare kommen.
  • Der kreisrunde Haarausfall ist an runden, scharf begrenzten, etwa münzgroßen kahlen Stellen zu erkennen. An den Rändern dieser Stellen wirken die Haare wie abgebrochen. Die kahlen Stellen können auch am Hinterkopf auftreten. Auch bei dieser Form des Haarausfalls ist ein Totalverlust und ein Übergreifen des Haarausfalls auf die Körperbehaarung möglich.
  • Ein vernarbender Haarausfall kann sich auf verschiedene Weise zeigen und an verschiedenen Stellen des Kopfes, auch am Hinterkopf, auftreten. Die ausgefallenen Haare wachsen nicht wieder nach. Die kahlen Stellen können jucken oder schmerzen. Im weiteren Verlauf bilden sich an den kahlen Stellen Narben.
  • Ein mechanischer Haarausfall kann auch die Haare am Hinterkopf betreffen. Er wird durch mechanische Beanspruchung der Haare verursacht, beispielsweise durch Pferdeschwänze, Duttfrisuren oder das Tragen von Basecaps.

Ursachen von Haarverlust am Hinterkopf

Ein Haarausfall am Hinterkopf kann verschiedene Ursachen haben. Handelt es sich um einen diffusen Haarausfall, kann er durch eine Autoimmunerkrankung, eine Infektionskrankheit wie Tuberkulose oder Grippe, eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse, die Einnahme verschiedener Medikamente und durch eine Chemotherapie als Behandlung einer Krebserkrankung verursacht werden.

Bei einer Chemotherapie fallen die Haare zumeist vollständig aus. Auch die Körperbehaarung ist betroffen. Zumeist wachsen die Haare nach dem Abschluss der Chemotherapie wieder nach. Bei einem kreisrunden Haarausfall sind die Ursachen oft nur schwer feststellbar. Auch dieser Haarausfall kann durch eine Autoimmunerkrankung, eine Infektion, aber auch durch psychischen Stress verursacht werden.

Bei einem vernarbenden Haarausfall am Hinterkopf können entzündliche Prozesse der Kopfhaut, beispielsweise eine Schuppenflechte, der Befall mit Pilzen oder Bakterien, aber auch eine Autoimmunerkrankung die Ursache sein. Darüber hinaus kann der Verlust der Haare am Hinterkopf auch durch

  • ungesunde und einseitige Ernährung mit einem Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen
  • psychischen und emotionalen Stress
  • Depressionen
  • ungesunde Lebensweise und übermäßigen Alkoholgenuss
  • Hormonumstellungen in den Wechseljahren und nach einer Schwangerschaft

verursacht werden.

Verlust der Haare am Hinterkopf behandeln

Bemerken Sie, dass Ihnen die Haare am Hinterkopf ausfallen, sollten Sie einen Hautarzt konsultieren. Er ermittelt zuerst die Ursache und die Art des Haarausfalls. Dazu untersucht er Ihr Blut, Ihre Kopfhaut und Ihre Haare. Er führt eine Zupfprobe durch und kann Haare entnehmen. Um Klarheit über die Ursache zu bekommen, kann er auch durch eine Biopsie eine Probe der Kopfhaut entnehmen.

Das ist vorrangig bei einem vernarbenden Haarausfall der Fall. Abhängig von der Ursache für den Haarverlust am Hinterkopf kann der Hautarzt die entsprechende Behandlung einleiten. Bei einer Schilddrüsenerkrankung kann eine medikamentöse Behandlung erfolgen. Eine Autoimmunerkrankung kann nicht vollständig geheilt werden, doch können die Beschwerden mit verschiedenen Medikamenten gelindert werden.

Wird der Haarausfall am Hinterkopf durch Medikamente verursacht, ist über einen Wechsel der Medikamente nachzudenken. Bei einer ungesunden Ernährung als Ursache hilft eine Umstellung der Ernährung. Der Mangel an Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen kann zusätzlich durch Nahrungsergänzungsmittel erfolgen.

Wenn eine Haarverpflanzung sinnvoll ist

Der Hautarzt kann feststellen, ob bei einem Verlust der Haare am Hinterkopf eine Eigenhaarverpflanzung sinnvoll und möglich ist. Für die Haarverpflanzung müssen genügend Spenderhaare vorhanden sein. Die Haarimplantation ist nur sinnvoll, wenn der Haarverlust nicht durch eine Autoimmunerkrankung verursacht wurde und keine entzündlichen Prozesse auf der Kopfhaut vorliegen. Bei einer Autoimmunerkrankung würden die transplantierten Haare wieder ausfallen.

Ist eine Haarverpflanzung sinnvoll, erfolgt sie mit der FUE-Methode (Follicular Unit Extraction. Die zu transplantierenden Haare können dort entnommen werden, wo genügend Haare vorhanden sind. Die Entnahme der Haarfollikel erfolgt mit einer Hohlnadel. Im Empfängerbereich am Hinterkopf werden die Haarwurzelkanäle geöffnet. Die entnommenen Haare werden eingepflanzt.

Haarpigmentierung bei Haarverlust am Hinterkopf

Ist eine Haarverpflanzung bei einem Haarausfall am Hinterkopf nicht sinnvoll, kann als Alternative eine Haarpigmentierung erfolgen. Pigmente in der Farbe Ihrer Haare werden wie bei einer Tätowierung in die Kopfhaut gebracht. Die Pigmente simulieren Haarstoppeln oder nachwachsende Haare. Sie können die Haare voller wirken lassen. Nach einiger Zeit verblassen die Pigmente. Es gibt Kurzzeitpigmente, die bereits nach einem Jahr verblassen, und Langzeitpigmente, die bis zu sechs Jahre haltbar sind. Die Pigmentierung kann nach dem Verblassen aufgefrischt werden.

Fazit: Verlust der Haare am Hinterkopf ist meistens nicht erblich bedingt

Ein Haarausfall am Hinterkopf kann als diffuser, vernarbender, kreisrunder oder mechanischer Haarausfall auftreten. Nur selten handelt es sich um einen erblich bedingten Haarausfall, da die Haare am Hinterkopf resistent gegen Dihydrotestosteron sind, das bei einem erblich bedingten Haarausfall die Haarwurzeln schädigt.

Fallen die Haare vom Hinterkopf aus, kann das verschiedene Ursachen haben. Eine Autoimmunerkrankung, eine Infektion, aber auch die Einnahme von Medikamenten, Stress, ungesunde Lebensweise und falsche Ernährung können die Ursachen sein. Um den Haarverlust am Hinterkopferfolgreich zu behandeln, muss die Ursache ermittelt und behandelt werden. In einigen Fällen kann eine Haartransplantation erfolgen. Auch eine Haarpigmentierung kann die kahlen Stellen kaschieren.