Haarausfall bei Schilddrüsenüberfunktion richtig behandeln

Haarausfall bei Schilddrüsenüberfunktion richtig behandeln

Gehen Ihnen die Haare aus, kann dies vielfältige Ursachen haben. Häufig ist Haarverlust bei Schilddrüsenüberfunktion. In den meisten Fällen wird dieses Organ bei Haarausfall erst sehr spät untersucht. Dies ist insbesondere bei Männern der Fall – denn hier wird beim Ausfallen der Kopfhaare oft die genetische Veranlagung dafür verantwortlich gemacht.

Dadurch ist die Schilddrüsenüberfunktion gekennzeichnet

Die Schilddrüsenüberfunktion ist auch unter dem Namen „Hyperthyreose“ bekannt. Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass sich zu viele Schilddrüsenhormone im Blut befinden. Dies regt einerseits den Stoffwechsel und paradoxerweise auch das Haarwachstum an.

Allerdings wechseln die Kopfhaare dabei schneller in die Ruhephase über. Sie erreichen also insgesamt eine geringere Länge und werden leicht brüchig. Bemerkbar macht sich der Haarausfall im Bereich der Stirn und an den Geheimratsecken. Er wird bei Männern daher oft mit dem genetisch bedingten Haarverlust verwechselt.

Schreitet die Erkrankung weiter voran, zieht sie den gesamten Organismus in Mitleidenschaft. So kommt es nach einiger Zeit zu einem massiven Gewichtsverlust. Außerdem lassen sich an den Betroffenen Schweißausbrüche, Herzrasen, Wärmeempfindlichkeit sowie brennende Augen beobachten.

Auch Medikamente können den Haarverlust begünstigen

Zweifelsohne ist es wichtig, zuerst die Ursache zu behandeln. Die Schilddrüsenüberfunktion wird mithilfe einer medikamentösen Therapie ausgeglichen. Die Arzneimittel sorgen dafür, dass sich die hormonelle Zusammensetzung im Körper wieder normalisiert.

Doch leider können einige Medikamente den Haarausfall zusätzlich begünstigen. Hier sind insbesondere Thyreostatika zu erwähnen. Denn sie hemmen die Synthese von Schilddrüsenhormonen und damit gleichzeitig das Haarwachstum.

Allerdings sollten Sie erst einmal abwarten, wenn Sie mit der Einnahme neuer Arzneimittel beginnen. Oft pendelt sich der vermehrte Haarverlust, der kurz nach der Einnahme auftritt, wieder ein. Bis eine deutliche Besserung zu sehen ist, können einige Wochen verstreichen.

Tritt dann noch immer keine Veränderung ein, sollten Sie sich mit einem Endokrinologen in Verbindung setzen. Mitunter kann er Ihre Therapie neu einstellen.

So lässt sich Haarausfall bei der Schilddrüsenüberfunktion behandeln

Leiden Sie an einer Schilddrüsenüberfunktion und macht sich bei Ihnen Haarverlust bemerkbar, sollten Sie sich zeitnah an einen Arzt wenden. Denn in einem frühen Stadium ist es leicht, dem totalen Haarausfall entgegenzuwirken.

Darum werden Schilddrüsenerkrankungen so spät erkannt

Eine Fehlfunktion der Schilddrüse bleibt oft lange unerkannt. Dies gilt auch dann, wenn Haarverlust vorliegt. Denn viele Männer glauben, dass andere Ursachen für das Ausfallen der Kopfhaare verantwortlich sind. Auch denken viele Ärzte erst sehr spät daran, dieses Organ zu untersuchen.

In diesem Kontext ist anzumerken, dass der Grad des Haarverlusts nicht immer mit dem Ausmaß der hormonellen Fehlfunktion in Verbindung steht. Es ist also möglich, dass die Schilddrüsenüberfunktion Ihnen körperlich fast keine Probleme bereitet, während Ihnen die Haare trotzdem ausfallen.

Aus diesem Grund sollten Sie Ihren Arzt darum bitten, Ihre Schilddrüsenwerte zu untersuchen. Dafür ist eine Blutprobe erforderlich, wobei dies für Sie nur mit einem geringen Aufwand verbunden ist.

Ist eine Haartransplantation die Lösung?

Liegt bei Ihnen Haarverlust bei Schilddrüsenüberfunktion vor, können Sie eine Haarverpflanzung in Erwägung ziehen. Allerdings müssen Sie im Vorfeld sicherstellen, dass Ihr Leiden im Griff ist. Denn normalisieren sich die Hormone in Ihrem Körper, kommt es mitunter zum Nachwachsen der Haarpracht.

In diesem Fall ist eine Transplantation überflüssig. Auch können nachwachsende Haare das Endergebnis negativ beeinflussen.

Ob Sie für eine Haarverpflanzung in Frage kommen, kann ausschließlich der behandelnde Experte beurteilen. Lassen Sie sich vor dem Eingriff also ausführlich beraten. Ein seriöses Institut wird Sie im Vorfeld einer gründlichen Untersuchung unterziehen.

Nach einer detaillierten Anamnese, wird sich ein Experte Ihre Haarstruktur genau ansehen. Außerdem wird ein Bluttest verlang. So kann die Klinik ausschließen, dass Sie an einer ernsten Krankheit leiden.

Vorsicht ist bei Einrichtungen geboten, die bei der Voruntersuchung zu locker sind. Behalten Sie stets im Hinterkopf, dass es sich bei der Transplantation um einen operativen Eingriff handelt. Er stellt mitsamt der Narkose eine erhebliche Belastung für Ihren Körper dar. Darum ist die Transplantation im Vorfeld gut abzuwägen.

Gibt es Alternativen zur Haarverpflanzung?

Es stehen Ihnen bei Haarverlust durch Schilddrüsenüberfunktion natürlich Alternativen zur Eigenhaartransplantation zur Verfügung. Sollen kahlen Stellen aufgefüllt werden, lohnt es sich, eine Haarpigmentierung durchzuführen.

Mithilfe von Farbpigmenten wird dabei eine Kurzhaarfrisur simuliert. Diese Methode eignet sich zum Auffüllen kahler Stellen auf Ihrem Kopf. Nach einigen Jahren verblassen die Pigmente wieder. Danach haben Sie natürlich die Möglichkeit, sie zu erneuern.

Alternativ können Sie Ihr Haupthaar mit nährstoff- und mineralhaltigen Shampoos waschen. Auf diese Weise versorgen Sie Ihre Kopfhaut von außen mit den benötigten Vitaminen.

Fazit – lässt sich Haarausfall bei Schilddrüsenüberfunktion behandeln?

Leiden Sie unter Haarausfall bei Schilddrüsenüberfunktion, können Sie den Haarverlust gut behandeln. Voraussetzung dafür ist, dass Sie zuerst der Ursache auf den Grund gehen. Denn eine Schilddrüsenfehlfunktion belastet den Körper des Betroffenen erheblich.

Haben Sie die Erkrankung im Griff, wachsen mitunter auch die Kopfhaare wieder nach. Allerdings müssen Sie hierbei einige Wochen Geduld haben. Tritt trotzdem keine Besserung ein, können Sie eine Haarverpflanzung in Erwägung ziehen. Ob diese Operation für Sie in Frage kommt, kann aber ausschließlich die Klinik entscheiden.