Haarausfall durch Folliculitis Decalvans

Haarausfall durch Folliculitis Decalvans

Eine seltene, aber äußerst unangenehme Entzündung der Haarbälge ist die Folliculitis Decalvans. Haarausfall durch Folliculitis Decalvans stellt nur eines der Symptome dar.

Auf der Kopfhaut bilden sich Knötchen und Pusteln, die jucken und schmerzen. Der Haarverlust durch Folliculitis Decalvans ist eine Form des vernarbenden Haarausfalls. An den kahlen Stellen wachsen keine Haare mehr.

Haarausfall durch Folliculitis Decalvans – nur eines der Symptome

Die Folliculitis Decalvans ist eine seltene Hautkrankheit, die chronisch verläuft. Bei dieser Erkrankung reagieren die Haarfollikel überempfindlich auf Staphylokokken, eine Art von Bakterien. Der französische Arzt Charles-Eugène Quinquaud beschrieb die Erkrankung erstmals 1888 und wies das Bakterium Staphylococcus aureus nach.

Zuerst kommt es zu Hautverdickungen und Knötchen auf der Kopfhaut und anderen behaarten Hautstellen. Die Staphylokkoken dringen in die Haarfollikel ein und führen zu einer Entzündung. In der Folge fallen die Haare aus.

Die Kopfhaut ist am häufigsten betroffen. Der Haarverlust durch Folliculitis Decalvans ist irreversibel, da sich an den kahlen Stellen Narben bilden. Ein typisches Krankheitsbild ist die Narbenbildung an den Rändern der kahlen Stellen. Weiterhin macht sich die Erkrankung mit

  • Pustelbildung
  • blutenden Krusten
  • Juckreiz, Brennen der Haut, Schmerzen
  • Rötungen

bemerkbar.

Wird die Folliculitis Decalvans nicht behandelt, breitet sie sich immer weiter aus. Während auf der Kopfhaut fast immer die Haare ausfallen, müssen die Haare an Achselhöhlen, Bartbereich, im Nacken und im Schambereich nicht immer ausfallen, wenn dort die Krankheit auftritt.

Äußerst unangenehm kann neben dem Haarverlust die Bildung sogenannter Pinsel- oder Büschelhaare an den Rändern der vernarbten Stellen sein. Aus einer Hautöffnung können bis zu zehn Haare wachsen. Sie bilden eine neue Eintrittspforte für die Staphylokokken und können zu einer Verschlimmerung der Erkrankung führen.

Ursachen von Follikulitis Decalvans

Haarausfall durch Folliculitis Decalvans tritt bei Männern häufiger auf als bei Frauen. Für Frauen kann die psychische Belastung durch diese Form von vernarbendem Haarausfall jedoch größer sein. Zumeist sind Erwachsene im jungen und mittleren Alter betroffen.

In einer Studie in den Vereinigten Staaten wurde nachgewiesen, dass hellhäutige Menschen seltener befallen sind als Afroamerikaner. Folliculitis Decalvans macht etwa 11 Prozent des vernarbenden Haarausfalls aus.

Die genaue Ursache von Haarverlust durch Folliculitis Decalvans ist noch nicht geklärt. Fest steht jedoch, dass das Bakterium Staphylococcus aureus im Spiel ist. Es ist unklar, ob dieses Bakterium primär eine starke Immunreaktion hervorruft oder ob es bei einer primär sterilen Infektion sekundär zu einem Befall mit diesem Bakterium kommt. Eine primäre Infektion kann auch durch ein Virus ausgelöst werden.

In der Folge kann es zu einer starken Immunreaktion kommen. Eine Ursache für die Beschwerden können auch Toxine sein, die durch das Bakterium gebildet werden. Auch diese Toxine können Immunreaktionen hervorrufen. Das Bakterium Staphylococcus aureus kommt bei 20 bis 30 Prozent der gesunden Menschen auf der Haut vor.

Bei Menschen, die von Haarausfall durch Folliculitis Decalvans betroffen sind, tritt es fast immer auf. Dieses Bakterium wird nicht als alleinige Ursache vermutet. Da bei Betroffenen teilweise eine familiäre Häufung von Haarverlust durch Folliculitis Decalvans festgestellt wurde, können zusätzlich erbliche Faktoren eine Rolle spielen.

Diagnose von Folliculitis Decalvans

Sind Sie von einem Haarausfall und anderen Symptomen einer Folliculitis Decalvans betroffen, sollten Sie einen Hautarzt konsultieren. Er untersucht Ihre Haare und Ihre Kopfhaut.

Er prüft, ob sich auf Ihrer Kopfhaut bereits Narben, Krusten und Büschelhaare gebildet haben. Für eine genaue Diagnose kann der Hautarzt einen Abstrich von Ihrer Kopfhaut machen und eine Probe aus einer aktiven Pustel nehmen. Diese Proben werden mikroskopisch auf Erreger untersucht. Aus den Abstrichen wird ein Antibiogramm angelegt, um die Erreger zu ermitteln.

Zusätzlich kann der Arzt einen Abstrich aus der Nase vornehmen, um verborgene Ansiedlungen des Bakteriums zu aufzudecken. Mit einer Biopsie der Kopfhaut können chronisch eitrige Entzündungen der Haarbälge nachgewiesen werden.

Ist der Haarausfall durch Folliculitis Decalvans bereits fortgeschritten, sind verstärkt Ansammlungen weißer Blutkörperchen und kleine Abszesse zu beobachten. Die Kopfhaut weist im fortgeschrittenen Stadium eine raue Oberfläche und die Tendenz zu Blutungen auf. Im Endstadium kommt es zu einer Wucherung des Bindegewebes (Fibrose).

Behandlung von Haarausfall durch Folliculitis Decalvans

Um eine Folliculitis Decalvans zu behandeln, muss zuerst das Bakterium Staphylococcus aureum bekämpft werden. Das ist innerlich und äußerlich mit Antibiotika möglich. Die Kopfhaut kann mit einer Mixtur mit 2 Prozent Erythromycin-Lösung, 2 Prozent Mupirocin und 1 Prozent Clindamycin oder 1,5 Prozent Fusidinsäure behandelt werden.

Alternativ kann eine Behandlung der Kopfhaut mit Glucocorticoid-Creme erfolgen. Die Creme sollten Sie ein- bis zweimal täglich auftragen. Eine innere Behandlung mit Antibiotika erfolgt bei einem schweren Krankheitsverlauf. Antibiotika mit dem Wirkstoff Rifampicin haben sich bei der Bekämpfung von Staphylococcus aureus bewährt. Auch eine innere Behandlung ist mit Glucocorticoiden möglich. Damit die Erkrankung abklingen kann, sollten Sie die Therapie bis zum Ende durchziehen.

Haartransplantation bei Haarverlust durch Folliculitis Decalvans

Bei einem Haarausfall durch Folliculitis Decalvans ist eine Haarverpflanzung erst dann möglich, wenn Sie beschwerdefrei sind. Ist die Krankheit noch aktiv, würden auch die transplantierten Haare ausfallen.

Sind Sie beschwerdefrei, sollten Sie daher noch einige Wochen oder Monate warten, bis eine Haartransplantation erfolgt. Im Vorfeld ist eine umfassende Beratung wichtig. Die Haarverpflanzung wird mit der FUE-Methode ausgeführt. Die Haare werden aus den Bereichen entnommen, an denen sie am dichtesten wachsen.

Fazit: Haarverlust durch Folliculitis Decalvans ist ein schwerwiegendes Problem

Ein Haarausfall durch Folliculitis Decalvans ist eine Form des vernarbenden Haarausfalls. An den kahlen Stellen wachsen keine Haare mehr. Darüber hinaus bilden sich Narben und Krusten. Wird die Krankheit nicht behandelt, schreitet sie weiter fort.

Als Ursache wird das Bakterium Staphylococcus aureum vermutet. Dieses Bakterium muss mit Antibiotika oder Glucocorticoid behandelt werden. Eine Haarverpflanzung kann erst dann erfolgen, wenn Sie über längere Zeit beschwerdefrei sind.