Norwood Skala

Norwood Skala

Viele Menschen leiden sehr unter ihrem Haarausfall, das Geschlecht spielt dabei keine Rolle. Schöne volle Haare stehen bis heute für Jugendlichkeit und Attraktivität. Bei Männern unter anderem auch für Fruchtbarkeit. Deswegen ist es für die meisten umso schockierender, wenn sich Anfang zwanzig die ersten Geheimratsecken zeigen und man spätestens bis Mitte dreißig fast kahl ist.

Deswegen interessieren sich gerade sehr viele Männer für eine Eigenhaartransplantation. Auch aus dem Grund, dass ein Eingriff dieser RT heutzutage kein mittleres Vermögen mehr kosten muss. In der Türkei beispielsweise liegt der Betrag für eine Eigenhaarverpflanzung deutlich unter dem, was in Deutschland für eine Haartransplantation fällig ist, bei gleicher Qualität.

Die Norwood Skala ist für Chirurgen, Spezialisten für eine Haarverpflanzung, ein unerlässliches Hilfsmittel bei androgenetischer Alopezie, dem genetisch bedingten Haarausfall.

Haarausfall – die Ursachen abklären lassen

Bevor Sie sich für eine Haartransplantation entscheiden, ist es sinnvoll zunächst erst einmal herauszufinden, was hinter Ihrem Haarausfall eigentlich steckt. Dazu müssen Sie den Gang zum Arzt wagen. Dieser kann, feststellen, wo die „Wurzel allen Übels“ liegt, meistens schon nach einem kurzen Anamesegespräch und dem ersten Blickkontakt.

Die am häufigsten auftretenden Ursachen von Haarverlust haben in der Regel ein ganz typisches Erscheinungsbild. Beim diffusen Haarausfall fallen die Haare gleichmäßig über den Kopf verteilt aus. Die Ursachen sind unterschiedlich. Sie liegen bei Stress, Mangelernährung bis hin zu Nebenwirkungen von Medikamenten.

Bei der Alopecia Areata, also dem kreisrunden Haarausfall, bilden sich, wie der Name schon verrät, kreisrunde oder leicht ovale kahle Stellen in der Kopfbehaarung. Diese sind scharf abgegrenzt zu den behaarten Arealen. Bei der Alopecia Areata handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung. Das eigene Immunsystem erkennt die Haarfollikel, in denen die Haarwurzeln sitzen, auf einmal als Fremdkörper und attackiert diese. Aufgrund dessen entstehen Entzündungsreaktionen – die Haare fallen aus.

Die androgenetische Alopezie ist, zumindest rein statistisch gesehen, die am häufigsten vorkommende Art von Haarverlust, von der sowohl Frauen als auch Männer betroffen sind. Die Ursache liegt, wie schon der Name verrät, in den Genen. Bei Menschen, die von der AGA betroffen sind, reagieren die Haarfollikel empfindlich auf das Androgen DHT, das wiederum aus dem Testosteron gebildet wird. Bei Männern beginnt der erblich bedingte Haarausfall meist an den Geheimratsecken. Im weiteren Verlauf entsteht die Tonsur und später dann ist die Glatze mit dem Haarkranz das Endresultat.

Bei Frauen, die von der androgenetischen Alopezie betroffen sind, werden die Haare entlang des Scheitels immer dünner bis sich irgendwann kahle Stellen bilden. Eine komplette Glatze ist eher selten.

Die einzige Maßnahme, die beim erblich bedingten Haarausfall langfristig und nachhaltig Abhilfe schafft, ist eine Haarverpflanzung. Entscheiden Sie sich für den Eingriff und sind Sie ein Mann, werden Sie früher oder später auch über den Begriff Norwood Skala oder Hamilton-Norwood Schema stolpern.

Was ist das Hamilton-Norwood Schema eigentlich?

Anhand der Norwood Skala wird der androgenetische Haarausfall in verschiedene Stadien eingeteilt, die wiederum in sieben verschiedene Stufen unterteilt ist.

Norwood Skala Stufe 1: Sie beschreibt den Anfang des genetischen Haarausfalls. Der Haaransatz ist noch gar nicht, beziehungsweise gering zurückgewichen.

Norwood Skala Stufe 2: Der Haarverlust ist langsam zu sehen, insbesondere an den sogenannten Geheimratsecken. Diese sind allerdings noch nicht weiter als 2 cm als die gedachte Linie zwischen den äußeren Gehörgängen zurückgewichen.

Norwood Skala Stufe 3: Die Geheimratsecken reichen jetzt über die gedachte Linie hinaus.

Norwood Skala Stufe 4: Die Geheimratsecken reichen immer höher in den Haaransatz, zusätzlich hat sich eine Tonsur gebildet.

Norwood Skala Stufe 5: Tonsur und Geheimratsecken sind nur noch durch einen schmalen Haarstreifen getrennt.

Norwood Skala Stufe 6: Tonsur und Geheimratsecken sind teilweise miteinander verbunden, zudem schreitet der Haarausfall auch an den Seiten des Kopfes fort.

Norwood Skala Stufe 7: Die Glatze mit dem Haarstreifen zwischen den Ohren ist entstanden.

Es handelt sich bei der Norwood Skala also um eine standardisierte medizinische Dokumentation Ihres Haarverlusts. Anhand des Schemas wird auch die auf Ihre Bedürfnisse individuell angelegte Behandlung festgelegt. Entwickelt wurde das Schema 1951 von James Hamilton, 1975 wurde es dann von O’Tar Norwood überarbeitet, modifiziert und erweitert.

Die Skala, anhand der genetische bedingte Haarausfall bei Frauen kategorisiert wird, nennt sich übrigens Schema Ludwig. Dieses ist dreistufig und wurde 1977 veröffentlicht.

Wann sind Haartransplantationen sinnvoll?

Mit der Norwood Skala entscheidet Ihr Arzt, wie weit Ihr Haarausfall bereits fortgeschritten ist und Ihr Chirurg, wie viele Grafts verpflanzt werden müssen, um Ihnen wieder zu schönem und vollem Haar zu verhelfen. Doch wann macht so eine Haartransplantation überhaupt Sinn?

So paradox es sich vielleicht im ersten Moment anhört: Damit eine Haarverpflanzung erfolgreich sein kann, müssen Ihnen zunächst einmal eine gewisse Anzahl Haare ausgefallen sein. Denn ist das Gebiet noch zu dicht behaart, in dem die Follikel eingesetzt werden, kommt es zu einer Shock-Loss-Reaktion. Das heißt, die Haare im angrenzenden Gebiet fallen aus – unwiederbringlich.

Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Qualität Ihres Spenderbereichs. Dieser liegt im Haarkranzbereich. Das Besondere an diesen Haaren: Sie sind relativ unempfindlich gegen das Androgen DHT. Damit Ihnen erfolgreich Haare transplantiert werden können, müssen dort genügend Grafts vorhanden sein.

Dann gibt es noch einen dritten Punkt: Wie weit ist der Haarausfall bereits fortgeschritten? Haben Sie bereits zu viele Haare verloren, ist eine erfolgreiche Verpflanzung in den meisten Fällen nicht mehr möglich. Zwar sind die Techniken zur Eigenhaartransplantation extrem weit fortgeschritten (Stichwort: Mega-FUE) aber auch hier gibt es Grenzen. Allerdings gibt es noch eine Alternative für Sie: Die Haarpigmentierung.

Wie schnell der Haarausfall fortschreitet, lässt sich übrigens ganz gut daran festmachen, wann der Haarverlust begonnen hat. Bei den meisten Männern beginnt die androgenetische Alopezie oft schon in den frühen Zwanzigern und schreitet dann relativ rasch voran. Die Männer, bei denen der Haarausfall so früh begonnen hat, haben bis zu Ihrem dreißigsten Lebensjahr meist bereits Stufe 5, 6 oder 7 erreicht. Mediziner sprechen dann von einem „Early Wildfire“ – also einem „Frühen Steppenbrand“.

Beginnt der androgenetische Haarausfall dagegen erst in den Dreißigern, schreitet er in den meisten Fällen (Ausnahmen gibt es immer!) wesentlich langsamer voran. Mediziner sagen dazu „Early Smoldering“ – also „Früher Schwelbrand“. Gut dran sind die Männer, bei denen der Haarverlust erst in den Vierzigern beginnt. Hier besteht  eine relativ große Chance, dass sich bis ins hohe Alter keine Glatze bildet, sondern lediglich eine Tonsur. Der Mediziner spricht dann von einem „Late Onset“ – also einem späten Ausbruch.