Totaler Haarausfall – Alopecia Universalis

Totaler Haarausfall – Alopecia Universalis

Haare fallen aus, das ist ein natürlicher Prozess. Jeden Tag verliert der Mensch Kopf- beziehungsweise Körperhaare. So schafft der Körper Platz für neue. Sie müssen also keine Bedenken haben, wenn morgens einmal ein paar Haare mehr im Waschbecken liegen.

Bedenklich wird es erst dann, wenn die Haare auf einmal büschelweise ausfallen, nicht mehr nachwachsen und auch die Körperbehaarung immer spärlicher wird. Dann besteht durchaus die Möglichkeit, dass Sie unter Alopecia Universalis leiden – dem totalen Haarausfall.

Alopecia Universalis bedeutet nicht nur den Verlust der Haare auf dem Kopf – was sich unter gewissen Umständen noch verschmerzen ließe. Totaler Haarausfall ist bei dieser Erkrankung durchaus wörtlich gemeint – nämlich den totalen Verlust aller Körperhaare.

Neben Wimpern, Augenbrauen und Schambehaarung fallen bei Alopecia totalis übrigens auch die Haare in den Ohren und in der Nase aus und wachsen nicht mehr nach.

Das kann gravierende Folgen nach sich ziehen, denn diese Haare stellen eine wichtige Schutzbarriere dar – nicht nur vor Schmutz und Staub, sondern auch vor Krankheitserregern.

Menschen, die unter dem totalen Haarverlust leiden, sind dadurch einer stärkeren Infektionsgefahr ausgesetzt. Auch für Allergiker kann eine Alopecia Universalis fatal werden – denn durch die fehlenden Haare können die Allergene leichter in den Körper gelangen.

Totaler Haarausfall – die Symptome

Alopecia Universalis beginnt meist wie Alopecia Areata, dem kreisrunden Haarausfall, schleppend und kontinuierlich. Das heißt, es bilden sich zunächst kreisrunde oder ovale kahlen Stellen auf der Kopfhaut und/oder in der Gesichtsbehaarung. Dieser Haarverlust ist völlig schmerzfrei. Manche Betroffene berichten lediglich von einem leichten Brennen und Jucken an den Stellen, an denen die Haare ausgefallen sind.

Meist werden die kahlen Stellen beim regelmäßigen Haarschnitt oder beim Haarstyling entdeckt. Im weiteren Verlauf der Krankheit werden die kreisrunden kahlen Stellen immer größer und auch die Körperbehaarung fängt an immer weniger zu werden.

Ist der Haarverlust am Anfang vielleicht nur unmerklich, besteht die Möglichkeit, das dieser im Verlauf der Erkrankung rapide zunimmt. In manchen Fällen fallen die Haare gleich büschelweise aus, insbesondere beim Haarewaschen und beim täglichen Kämmen. Schlussendlich führt Alopecia Universalis zum kompletten Verlust aller Haare, die Körperbehaarung mit eingeschlossen.

Beim totalen Haarausfall treten in der Regel keine gesundheitlichen Komplikationen auf. Ganz selten schwellen die Lymphknoten an oder die Finger- und Fußnägel sind betroffen. Diese zeigen dann starke Rillen oder fühlen sich rau an.

Wie schnell die Haare ausfallen ist von Mensch zu Mensch übrigens unterschiedlich. Bei manchen geht der totale Haarverlust relativ schnell – innerhalb weniger Tage oder Monate. Bei anderen wiederum kann es Jahrzehnte dauern.

Der totale Haarausfall tritt meist zwischen dem 12ten und dem 35ten Lebensjahr auf. Aber natürlich ist auch in jedem anderen Alter eine Alopecia Areata möglich. Es gibt auch Menschen, die bereits im Kleinkindalter alle ihre Haare verloren haben. Die Krankheit tritt bei Frauen und Männern gleich häufig auf. Nur leiden Frauen meist mehr psychisch unter dem kompletten Verlust ihrer Haare. Was aber auch mit der gesellschaftlichen Wahrnehmung zu tun hat.

Totaler Haarausfall – die Ursachen

Was genau Alopecia Areata, beziehungsweise die Alopecia Universalis auslöst, ist bis heute nicht abschließend geklärt. Fest steht lediglich, dass das es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt. Das eigene Immunsystem attackiert also die Haarfollikel. Dadurch entstehen Entzündungen an den Haarwurzeln, die Haare fallen aus und wachsen auch nicht mehr nach.

Im Verdacht den totalen Haarausfall auszulösen steht beispielsweise psychischer Dauerstress. Aber auch eine gewisse genetische Disposition kann zum totalen Haarverlust führen. Denn Alopecia Universalis tritt relativ häufig innerhalb einer Familie auf (bei bis zu 25% der Fälle). Möglicherweise ist auch ein Gendefekt schuld.

Außerdem stehen gewisse Medikamente im Verdacht totalen Haarausfall auszulösen wie beispielsweise bestimmte Antibiotika. Wie aber bereits erwähnt ist das bis zum heutigen Zeitpunkt noch nicht endgültig geklärt.

In manchen Fällen tritt Alopecia Universalis in Schüben auf. Das heißt, die Haare wachsen wieder nach um dann irgendwann wieder auszufallen. Manche Menschen bleiben von diesen Schüben wiederum verschont. In den meisten Fällen ist der Haarverlust bei der Alopecia totalis aber dauerhaft.

Haare, die nach einem totalen Haarausfall wieder nachwachsen, sind übrigens anfangs komplett weiß. Die Pigmentierung bildet sich erst nach und nach wieder.

Bei der Alopecia Totalis handelt es sich übrigens um eine Autoimmunerkrankung, bei der lediglich das Haupthaar betroffen ist. Wimpern, Augenbrauen und die Köperbehaarung hingegen nicht.

Telogeneffluvium – eine Vorstufe von Alopezia Universales?

Fällt das Haar binnen kurzer Zeit in größerer Menge aus, sollten Sie umgehend eine Untersuchung beim Dermatologen vornehmen lassen. Nur die Klärung der Ursachen ermöglicht eine konkrete Diagnose und damit eine Behandlung, die Sie möglicherweise vor dem vollständigen Haarverlust schützt.

Neben der Autoimmunerkrankung, durch die das Haar perspektivisch vollständig mit den Haarfollikeln ausfällt, kann auch eine Hauterkrankung vorliegen. Pilz auf der Kopfhaut, eine Unterversorgung der Haarwurzeln mit Vitalstoffen oder medikamentenbedingter Haarschwund können ebenfalls zu starkem Haarausfall führen.

In diesem Fall können Sie mit einer frühzeitigen Behandlung dagegenwirken und den totalen Haarverlust aufhalten. Leiden Sie unter Alopecia Universales, lässt sich der Haarschwund nicht aufhalten und es wird zur Kahlköpfigkeit kommen.

Totaler Haarausfall – Therapie

Leider gibt es keine Möglichkeit die Alopecia Universalis erfolgreich zu behandeln. Manche Ärzte behandeln einen beginnenden kreisrunden Haarausfall mit Kortison, anderen entzündungshemmenden Arzneimitteln oder mit Zinkpräparaten.

In Amerika wurden Patienten erfolgreich mit einem Medikament behandelt, das eigentlich bei einer Arthritis helfen soll. Angeblich sollen nach etwa 9 Monaten regelmäßiger Einnahme die Haare bei den Patienten wieder begonnen haben zu wachsen. In Europa ist dieses Medikament allerdings nicht zugelassen.

Heutzutage brauchen die Menschen für ihr Überleben nicht mehr gezwungenermaßen Haare. Zwar besteht durch das Fehlen der Nasen- und Ohrhaare eine erhöhte Infektionsanfälligkeit, doch das lässt sich mit Medikamenten relativ gut in den Griff bekommen.

Deswegen gelten Alopecia Totalis und Alopecia Universalis eigentlich mehr als kosmetisches Problem – zumindest aus medizinischer Sicht.

Doch der komplette Verlust der Haare wird von manchen Menschen nicht so einfach als gegeben hingenommen. Gerade Frauen leiden oft extrem unter dem kompletten Haarausfall. Denn bis heute steht die wallende Mähne auch für Sexappeal und Weiblichkeit. Zudem bedeutet der totale Verlust der Haare oft auch eine massive Veränderung der Optik. Viele Betroffene haben Angst vor den Reaktionen ihrer Mitmenschen. Im schlimmsten Fall entwickeln sie sogar eine Phobie und gehen gar nicht mehr vor die Tür und grenzen sich so sozial aus.

Hier kann es hilfreich sein sich psychologische Hilfe zu suchen. In manchen Städten und Gemeinden gibt es auch Selbsthilfegruppen.

Weder die Alopecia totalis noch die Alopecia Arealis sind ansteckend. Bei ihnen handelt es sich „lediglich“ um eine Extremform der Alopecia Areata.

Totaler Haarausfall – ist eine Haartransplantation möglich?

Normalerweise ist es ja so, dass eine Haartransplantation bei Haarausfall dauerhaft Abhilfe schaffen kann. Das gilt aber leider nicht für den totalen Haarausfall. Denn das Immunsystem würde die mühevoll transplantierten Follikel sofort wieder attackieren und alle Arbeit und die finanzielle Investition wären umsonst.

Viele Menschen, die unter totalem Haarausfall leiden, greifen gerne auf Perücken und Toupets zurück. Ob man dabei jetzt bevorzugt jeden Tag ein anderer Typ zu sein oder lieber solche anschafft, die von der Anmutung möglichst nahe an das Naturhaar herankommen, bleibt dabei jedem selbst überlassen. In manchen Fällen übernehmen sogar die Krankenkassen einen Teil der Kosten für das Zweithaar.

Für den Winter empfiehlt sich auf jeden Fall die Anschaffung mehrerer Kopfbedeckungen. Der größte Teil der Körperwärme geht nämlich über den Kopf verloren.

Mithilfe von Permanent Make-Up lassen sich Augenbrauen nachzeichnen. Dank neuer Techniken sehen diese auch äußerst natürlich aus. Frauen (und natürlich auch Männer) können sich auch einen Kajal und Lidstrich ziehen lassen.

Als weiteres Hilfsmittel ist auch eine Haarpigmentierung möglich. Bei dieser speziellen Technik werden kleine Pigmentpunkte auf die Kopfhaut gesetzt. In der Gesamtheit betrachtet sehen diese dann aus wie eine Kurzhaarfrisur.

Für wen eignet sich eine Haarpigmentierung?

Der Verlust der gesamten Kopfhaare ist für Männer und Frauen gleichermaßen schlimm. Da ohne das Vorhandensein lebendiger Haarfollikel im Spenderbereich keine Eigenhaarverpflanzung möglich ist, stellt sich automatisch die Frage nach alternativen Behandlungen.

Die bereits kurz angesprochene Mikrohaarpigmentierung ist eine Möglichkeit, die vor allem für Männer in Frage kommt. Auch wenn sich durch die mikrofeinen, an eine Tätowierung erinnernden simulierten Haare auf dem Kopf kein neuer Haarwuchs erzeugen lässt, stärkt die farbpigmentierte Kopfhaut das Selbstbewusstsein.

Pigmentierte Kopfhaut sieht aus wie eine gewünschte und bewusst vorgenommene Rasur der Haare. Da die Kopfhaut im Naturhaarfarbton pigmentiert wird, erzeugt sie bei Ihren Mitmenschen eine andere ästhetische Wahrnehmung als eine hautfarbene Glatze.

Für Frauen kommt die Mikropigmentierung selten in Betracht. Hier ist die Perücke eine gute Wahl zur Kaschierung der kahlen Kopfhaut und zur Steigerung des ästhetischen Selbstempfindens.

Totaler Haarausfall – unser Fazit

In Deutschland leiden etwa 1,5 Millionen Menschen an einem totalen Haarverlust. Selbst Kinder können von der Alopecia Totalis oder der Alopecia Universalis betroffen sein. Beides sind wiederum Extremformen der Alopecia Areata – des kreisrunden Haarausfalls.

Wie schon angeführt, handelt es sich bei dieser Form des Haarverlustes um eine Autoimmunerkrankung. Das Immunsystem sieht die Haarwurzeln auf einmal als Fremdkörper an und fängt an diese zu attackieren. Dadurch fallen die Haare aus. Die Ursachen sind bis heute noch nicht geklärt.

Auch eine Therapie ist aus diesem Grund leider nicht möglich. Selbst eine Haartransplantation ist bei diesen beiden Extremformen unmöglich, da die transplantieren Haarfollikel sofort wieder abgestoßen würden.

Wichtig ist, dass Sie sich psychologische Hilfe suchen, wenn Sie unter dieser Extremform des Haarverlusts leiden und Sie nicht mehr weiter wissen. Eine Alopecia – egal in welcher Form – ist übrigens nicht ansteckend.

Im Anfangsstadium wird Alopecia Universales häufig mit androgenetischer Alopezie verwechselt. Die anfänglichen Symptome sind identisch, da das Haar hauptsächlich am Stirnansatz, über den Schläfen und am Oberkopf sowie am Scheitel ausfällt.

Unter welcher Form von Haarschwund Sie leiden kann nur ein Facharzt in Erfahrung bringen. Wenn Sie über eine Haartransplantation nachdenken, sollte der Arztbesuch die Grundlage aller weiteren Maßnahmen sein.

Im Falle einer Autoimmunerkrankung ist keine Behandlung in der Haarklinik möglich, sodass Sie sich über Alternativen beraten lassen und beispielsweise nähere Informationen zur Mikrohaarpigmentierung einholen sollten.

Wenn Sie im Wissen zur Ursache für Ihren Haarausfall handeln, sparen Sie sich viel Geld und die Enttäuschung, dass das implantierte Eigenhaar wieder ausfällt. Lassen Sie nicht zu, dass der abnehmende Haarwuchs Ihre Lebensqualität beeinträchtigt und in eine Depression führt.

Auch gegen totalen Haarverlust gibt es Lösungen, mit denen Sie wieder lebensfroh und zufrieden mit Ihrer ästhetischen Ausstrahlung am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.