Anhaltender Haarausfall – Sie sollten einen Arzt konsultieren

Anhaltender Haarausfall - Sie sollten einen Arzt konsultieren

Es ist völlig normal, dass Sie täglich Haare verlieren. Nur dann, wenn Ihnen mehr als 100 Haare am Tag über einen längeren Zeitraum ausfallen, liegt ein ernstzunehmendes Problem vor. Ein anhaltender Haarausfall hat verschiedene Ursachen. Sie sollten einen Arzt konsultieren, der die Ursache ermittelt und die Behandlung vornimmt.

Wie sich ein anhaltender Haarausfall bemerkbar macht

Jedem Menschen fallen täglich Haare aus. Das ist normal, da die Haare einem Wachstumszyklus unterliegen. Dieser Zyklus umfasst die Wachstumsphase, die Übergangsphase und die Ruhephase der Haare. In der Ruhephase müssen sich die Haarfollikel regenerieren, um neue Haare hervorzubringen.

Die Haare fallen aus und werden durch neue ersetzt. Der Zyklus beginnt wieder von vorn. Fallen Ihnen aber am Tag mehr als 100 Haare aus und setzt sich das über mehrere Wochen fort, liegt ein anhaltender Haarverlust vor. Um festzustellen, ob Sie unter einem anhaltenden Haarausfall leiden, sollten Sie mindestens eine Woche lang jeden Tag die ausgefallenen Haare von Kamm, Bürste, Kleidung, Bettwäsche und Duschabfluss sammeln und zählen.

Sie sollten sich täglich die Zahl der ausgefallenen Haare notieren. Sind das täglich mehr als 100 Haare, liegt ein anhaltender Haarverlust vor. Er hat eine Ursache, die es zu klären gilt. Sie sollten einen Hautarzt konsultieren.

Haarausfall und seine Formen

Haben Sie festgestellt, dass Sie unter anhaltendem Haarverlust leiden, sollten Sie darauf achten, in welcher Form er sich bemerkbar macht. Es gibt verschiedene Formen von Haarausfall, die unterschiedliche Ursachen haben:

Erblich bedingter Haarverlust: Bei Männern macht er sich mit Geheimratsecken, Stirnglatze und einer Glatze am Oberkopf bemerkbar. Die Ursache ist erblich und ist in einer verstärkten Produktion von Dihydrotestosteron, dem Abbauprodukt von Testosteron, begründet.

Diffuser Haarausfall: Die Haare fallen gleichmäßig auf dem gesamten Kopf aus und werden immer lichter. In schwerwiegenden Fällen kommt es zu einem Totalverlust der Haare. Die Ursachen können Autoimmunerkrankungen, Infektionen, Einnahme von Medikamenten, Chemotherapie, Strahlentherapie, ungesunde Lebensweise, Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen, Depressionen oder Stress sein.

Kreisrunder Haarausfall: Auf dem Kopf treten kahle, kreisrunde Areale auf. Die Haare um diese Areale herum sehen wie abgebrochen aus. Die Ursachen können Autoimmunerkrankungen, Infektionen oder psychischer Stress sein.

Vernarbender Haarausfall: An verschiedenen Stellen des Kopfes treten kahle Stellen auf. Im weiteren Verlauf bilden sich an den kahlen Stellen Narben. Haare wachsen dann nicht mehr nach. Als Ursachen kommen Autoimmunerkrankungen, aber auch ein Befall der Kopfhaut mit Pilzen oder Bakterien in Frage.

Mechanischer Haarausfall: Dort, wo die Haare am stärksten beansprucht werden, fallen sie aus. Dieser Haarausfall wird durch starke mechanische Beanspruchung der Haare verursacht, beispielsweise durch das häufige Zurückbinden der Haare zum Pferdeschwanz.

Können Sie feststellen, in welcher Form ein anhaltender Haarausfall bei Ihnen vorliegt, gelingt es Ihnen vielleicht, Rückschlüsse auf die Ursache zu ziehen. Sie sollten jedoch einen Hautarzt konsultieren, denn der Haarausfall muss behandelt werden. Der Haarverlust kann noch andere Ursachen, beispielsweise hormonelle Störungen, haben.

Anhaltender Haarverlust und die Diagnose

In einem Anamnesegespräch wird Ihnen der Hautarzt verschiedene Fragen stellen. Er befragt Sie zur familiären Häufung von Haarausfall, zu bekannten chronischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Hashimoto-Syndrom, zu Vorerkrankungen und Infektionen, zur Einnahme von Medikamenten und zu Ihrer Lebenssituation.

Er wird Sie auch nach Ihren Lebens- und Ernährungsgewohnheiten befragen. Sie sollten alle Fragen ehrlich beantworten. Nur so kann der Arzt die Ursache für den Haarverlust ermitteln.

Um festzustellen, in welcher Form sich ein anhaltender Haarausfall bei Ihnen zeigt, und um die Ursache einzugrenzen, wird sich der Arzt ein Bild von Ihren Haaren und Ihrer Kopfhaut machen. Er kann eine Zupfprobe vornehmen und die so gewonnenen Haare unter dem Mikroskop untersuchen.

Um festzustellen, ob Ihr anhaltender Haarverlust durch eine Autoimmunerkrankung oder eine Mangelerscheinung verursacht wurde, kann er eine Blutuntersuchung vornehmen. Für ein Trichogramm entnimmt der Arzt etwa 50 Haare und untersucht die Haarwurzeln.

So kann er den Anteil der wachsenden und der nichtwachsenden Haare ermitteln. Liegt ein Verdacht auf eine Kopfhauterkrankung oder einen Befall der Kopfhaut mit Bakterien bzw. Pilzen vor, kann der Arzt eine Biopsie der Kopfhaut vornehmen. Bei einem Pilzbefall kann er eine Pilzkultur anlegen, um festzustellen, um welchen Pilz es sich handelt.

Behandlung von anhaltendem Haarausfall

Ist die Ursache des Haarausfalls ermittelt, kann der Arzt die Behandlung vornehmen. Ein erblich bedingter Haarausfall kann nicht behandelt werden. Mit Minoxidil, das auf die Kopfhaut aufgetragen wird, oder Finasterid in Tablettenform kann der Haarausfall gestoppt werden. Diese Haarwuchsmittel haben jedoch ziemlich unangenehme Nebenwirkungen.

Möchten Sie wieder schönes, volles Haar haben, kann eine Haartransplantation helfen. Anhaltender Haarverlust in einer anderen Form kann medikamentös behandelt werden. Liegt eine Autoimmunerkrankung vor, erfolgt die Behandlung mit Medikamenten.

Allerdings können auch die Medikamente zu Haarausfall führen. Wird anhaltender Haarausfall durch Medikamente verursacht, kommt eventuell ein Wechsel der Medikamente in Frage. Wurde der Haarverlust durch Pilze oder Bakterien verursacht, kann die Kopfhaut mit Medikamenten behandelt werden. Zusätzlich kann der Arzt Medikamente zur Einnahme verordnen.

Wenn der Haarausfall von selbst wieder verschwindet

Ein diffuser Haarausfall endet, wenn die Ursache beseitigt wurde. Sogar bei einem Totalverlust der Haare durch Chemo- oder Strahlentherapie wachsen die Haare in den meisten Fällen nach einiger Zeit wieder nach.

Sind bei einem mechanischen Haarverlust die Haarfollikel noch intakt, kann sich der Haarwuchs wieder normalisieren, wenn die Haare nicht mehr mechanisch beansprucht werden.

Fazit: Anhaltender Haarverlust kann verschiedene Ursachen haben

Ein anhaltender Haarausfall liegt vor, wenn Ihnen über einen längeren Zeitraum täglich mindestens 100 Haare ausfallen. Sie sollten einen Arzt konsultieren, der die Ursache feststellt.

Der Haarausfall tritt in verschiedenen Formen auf und kann verschiedene Ursachen haben. Abhängig von der Ursache leitet der Arzt die Behandlung ein. Nicht immer können die Haare nachwachsen, doch kann der Haarverlust gestoppt werden.