Blutuntersuchung bei Haarausfall: Was erkennt der Arzt?

Blutuntersuchung bei Haarausfall

Leiden Sie unter Haarausfall, sollte Ihr erster Weg zum Dermatologen führen. Er kann erkennen, um welche Art von Haarverlust es sich handelt, und die entsprechende Behandlung vornehmen. Dazu muss er die Ursache des Haarverlusts ermitteln. Mit einer Blutuntersuchung bei Haarausfall kann er viel über die Ursachen erfahren, bei denen es sich auch um ernstzunehmende Erkrankungen handeln kann.

Warum ist eine Blutuntersuchung bei Haarausfall wichtig?

Haarausfall kann viele Ursachen haben und in verschiedenen Formen auftreten. Bevor Sie einen Dermatologen konsultieren, sollten Sie ermitteln, ob bei Ihnen ein Haarausfall vorliegt. Das können Sie mit der einfachen Sammelprobe, die Sie mindestens eine Woche lang durchführen sollten. Sie sammeln täglich Ihre ausgefallenen Haare von Kleidung, Kamm, Bürste, Bettwäsche und Duschabfluss. Sind das an jedem Tag mehr als 100 Haare, ist ein Haarverlust vorhanden.

Der Dermatologe schaut sich Ihre Haare und Ihre Kopfhaut an. Er befragt Sie in einem Anamnesegespräch über die Einnahme von Medikamenten, bekannte Erkrankungen, Allergien und Unverträglichkeiten, familiäre Häufung von Haarverlust, Ihren Lebensstil und Ihre Ernährungsgewohnheiten. Er erhält dabei bereits grobe Anhaltspunkte über die Ursachen Ihres Haarschwunds.

Um die genaue Ursache zu ermitteln, muss er Ihnen Blut abnehmen. Die Laboruntersuchung Ihres Blutes informiert darüber, ob bei Ihnen eine ernstzunehmende Erkrankung vorliegt, die Ihren Haarschwund verursacht hat und behandelt werden muss. Anhand Ihrer Blutwerte kann der Arzt auch feststellen, ob Sie unter einem Vitamin- oder Mineralstoffmangel leiden.

Welche Aussagen liefert die Blutuntersuchung?

Eine Blutuntersuchung bei Haarausfall dient der Ursachenforschung und ist außerordentlich sicher. Abhängig von der Ausprägung des Haarausfalls kann der Arzt ein kleines oder großes Blutbild anordnen. Das kleine Blutbild ist die häufigste Form der Blutuntersuchung und informiert über

  • Zusammensetzung des Blutes mit Erythrozyten (roten Blutkörperchen), Leukozyten (weißen Blutkörperchen) und Thrombozyten (Blutplättchen)
  • roten Blutfarbstoff Hämoglobin
  • Hämatokrit (Verhältnis der Zellbestandteile zum Blutvolumen).

Anhand dieser Werte kann der Arzt bereits viel über die mögliche Ursache für Ihren Haarverlust erfahren. Er kann feststellen, ob ein Eisenmangel vorliegt, ob die Sauerstoffsättigung Ihres Blutes zu gering ist und die Haarfollikel nicht genügend mit Sauerstoff versorgt werden, ob Sie unter Blutarmut leiden oder ob eine organische Krankheit, beispielsweise eine Entzündung, vorliegt.

Ist das kleine Blutbild nicht aussagekräftig genug oder handelt es sich bei Ihnen um eine Art von Haarausfall, deren Ursache nur schwer ermittelbar ist, kann der Arzt ein großes Blutbild anordnen. Bei einem kreisrunden oder vernarbenden Haarausfall lässt sich die Ursache oft nur schwer ermitteln. Mit einem großen Blutbild erhält der Arzt auch Informationen darüber, ob Sie an einer Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion,

Diabetes mellitus oder einer Autoimmunerkrankung leiden. Der Arzt bekommt mit der Blutuntersuchung bei Haarausfall auch Informationen über den Hormonspiegel. Bei einem erblich bedingten Haarverlust, der androgenetischen Alopezie, ist ein hoher Anteil des Hormons Dihydrotestosteron (DHT) vorhanden.

Wie kann der Haarverlust behandelt werden?

Hat der Arzt die Ursache für Ihren Haarverlust ermittelt, kann er die entsprechende Behandlung vornehmen. Bei einer krankhaften Ursache wie einer Schilddrüsenerkrankung, einer Autoimmunerkrankung oder Diabetes mellitus muss die Krankheit als Ursache behandelt werden. Der Dermatologe arbeitet dazu mit Ihrem Hausarzt oder einem Internisten zusammen.

Eine Autoimmunerkrankung kann nicht geheilt werden, doch eine Behandlung kann die Symptome lindern. Auch der Haarverlust kann mit der Behandlung gestoppt werden. Hat die Blutuntersuchung bei Haarausfall ergeben, dass bei Ihnen ein Vitamin- oder Mineralstoffmangel vorliegt, reicht oftmals die Umstellung Ihrer Ernährung aus. Sie sollten zu einer gesunden Ernährung übergehen, die reich an Vitaminen und Mineralstoffen ist. Können Sie verschiedene Lebensmittel nicht essen, da Sie sie nicht vertragen oder nicht mögen, kann Ihnen der Arzt Nahrungsergänzungsmittel mit Vitaminen und Mineralstoffen empfehlen.

Was tun bei androgenetischer Alopezie?

Eine androgenetische Alopezie als häufigste Form von Haarausfall bei Männern macht sich mit Glatzenbildung am Oberkopf, Geheimratsecken und Stirnglatze bemerkbar. Sind die Haare dort erst einmal ausgefallen, wachsen sie nicht mehr nach. Nur dann, wenn die Haare noch nicht lange ausgefallen sind, können die Haarfollikel noch intakt sein und wieder zur Bildung neuer Haare stimuliert werden. Das gelingt mit Minoxidil, das als Lösung oder Schaum auf die Kopfhaut aufgetragen wird. Es verbessert die Durchblutung der Kopfhaut und die Sauerstoffversorgung der Haarfollikel. Allerdings können Rötungen und Juckreiz der Kopfhaut sowie Schuppenbildung als Nebenwirkungen auftreten.

Der erblich bedingte Haarausfall bei Männern kann mit Finasterid behandelt werden, das in einer stärkeren Konzentration zur Behandlung gutartiger Prostata-Vergrößerungen verwendet wird. Finasterid hemmt die Bildung von DHT. Es hat jedoch starke Nebenwirkungen wie Depressionen, Gewichtszunahme, Erektionsstörungen, sexuelle Unlust und Brustveränderungen beim Mann bis hin zu Brustkrebs.

Der erblich bedingte Haarausfall lässt sich auch mit alternativen Behandlungsmöglichkeiten wie

stoppen oder verzögern.

Weitere mögliche Untersuchungen bei Haarverlust

Nicht immer reicht eine Blutuntersuchung bei Haarausfall aus, um die Ursache zu ermitteln. Bei einem kreisrunden oder vernarbenden Haarausfall kann zusätzlich eine Kopfhautbiopsie erfolgen. Liegt eine Pilzinfektion vor, muss der Arzt eine Pilzkultur anlegen, um den Pilz als Auslöser zu ermitteln. Ein Trichogramm mit ausgerissenen Haaren oder ein Trichoscan als digitale Untersuchung der Kopfhaut können über den Status Ihrer Haare und die Wachstumsphasen informieren.

Fazit: Blutuntersuchung liefert umfangreiche Informationen über die Ursachen

Eine Blutuntersuchung bei Haarausfall ist erforderlich, um die Ursache für Ihr Problem zu ermitteln. Der Arzt kann anhand des Blutbilds feststellen, ob eine organische Ursache, eine Infektion oder ein Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen vorliegt. Anhand der gewonnenen Informationen nimmt der Arzt die Behandlung vor. Liegt eine organische Erkrankung als Ursache vor, muss sie behandelt werden. Der Arzt kann weitere Untersuchungen vorliegen, wenn die Ergebnisse des Bluttests nicht ausreichen, um die Ursache zu ermitteln.