Was essen bei Haarausfall?

Was essen bei Haarausfall?

Egal wie alt man ist, Haarausfall kann jeden treffen. So mancher klagt schon mit 25 Jahren darüber, dass die Haarpracht immer lichter wird, während andere noch mit 80 Jahren eine schöne und volle Mähne haben.

Haarverlust ist an sich ein völlig normaler Vorgang. Jeder Mensch verliert jeden Tag etwa 100 Haare, an den Tagen, an denen die Haare gewaschen werden, sogar noch mehr. Erst wenn deutlich mehr Haare ausfallen als nachwachsen, wird es bedenklich.

Um schöne und volle Haare überhaupt erst wachsen zu lassen, benötigt unser Körper eine Vielzahl an Vitaminen und Nährstoffen, die wir über die Nahrung aufnehmen sollten. Leider ist es häufig allerdings so, dass wir uns viel zu ungesund und vor allem zu einseitig ernähren. Eine Folge davon kann neben Übergewicht und Herzkreislaufstörungen auch Haarausfall sein.

Welche Haarausfallarten gibt es?

Haare können aus den verschiedensten Gründen ausfallen. Es gibt Krankheiten, die Haarausfall verursachen, bei manchen liegt es in den Genen und selbst Stress kann daran schuld sein, dass wir auf einmal deutliche Lücken in unserer Haarpracht sehen.

Diffuser Haarausfall

Bei diffusem Haarverlust fallen die Haare gleichmäßig verteilt über den Kopf aus. Das kann sogar so weit gehen, dass irgendwann die Kopfhaut durchscheint. Diffuse Alopezie kann die verschiedensten Ursachen haben.

Androgenetische Alopezie

Der erblich bedingte Haarausfall beginnt bei Männern meist in den frühen Zwanzigern. Zunächst werden die Geheimratsecken immer höher. Irgendwann entsteht die sogenannte Tonsur, also eine kahle Stelle am Hinterkopf. Zu einem späteren Zeitpunkt verbinden sich Tonsur und Geheimratsecken, der betroffene Mann bekommt langsam aber sicher eine Glatze.
Bei Frauen beginnt der androgenetische Haarausfall meist viel später, nämlich mit Einsetzen der Wechseljahre. Die Haare fallen entlang des Scheitels aus, bis irgendwann kahle Stellen zurück bleiben. Eine komplette Glatze ist bei Frauen eher selten.

Kreisrunder Haarausfall

Bei der Alopecia Areata – so der medizinische Name des kreisrunden Haarausfalls – richtet sich das eigene Immunsystem gegen die Haarfollikel, in denen die Haarwurzeln sitzen. Diese werden als Fremdkörper identifiziert und attackiert. Dadurch entstehen Entzündungen, wodurch wiederum die Haare ausfallen. Typische Symptome sind die kreisrunden oder ovalen kahlen Stellen, die scharf abgegrenzt sind.

Die Ursache von Alopecia Areata ist bis heute noch nicht komplett erforscht. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass diese Autoimmunerkrankung von ganz alleine wieder ausheilt. Eine gesunde Ernährung kann diesen Prozess durchaus unterstützen.

Welchen Einfluss kann die Ernährung auf das Haarwachstum haben?

Das richtige Essen kann enormen Einfluss auf das Haarwachstum haben. Insbesondere der diffuse Haarausfall kann auch auf eine Mangelernährung hinweisen wie sie beispielsweise bei sehr strengen Diäten auftreten kann, beziehungsweise bei einer Essstörung wie der Magersucht. Auch ungesunde Ernährung trägt dazu bei, dass Ihre Haare eher ausfallen statt gesund und kräftig zu wachsen. Haare, konkret die Haarwurzeln, brauchen Vitamine und Mineralstoffe für ein gesundes Wachstum.

Wenn Sie sich bisher eher ungesund ernährt haben und/oder eine Diät gehalten haben, sollten Sie keine Wunder über Nacht erwarten. Da ein Haar etwa 1,2 cm im Monat wächst, benötigt Ihre Mähne durchaus etwas Zeit, bis sie sich wieder regeneriert hat.

Folgende Lebensmittel können das Wachstum positiv unterstützen:

  • Paprika, Spinat, Kohl, Brokkoli, Hafer, Avocado
  • Rapsöl, Chiasamen, Walnüsse, Fisch
  • Fleisch, Rote Beete

Damit Ihre Haare wieder schön und voll nachwachsen können, benötigen sie Proteine, Spurenelemente und Vitamine.
Kupfer sorgt beispielsweise für die richtige Pigmentierung, Silizium sorgt dafür, dass unsere Mähne nicht nur wächst, sondern auch dafür, dass die Haare fest in der Kopfhaut verankert bleiben.
Außerdem fördert es das Wachstum der Haare. Für gesundes Haarwachstum sind zudem Vitamin E, Vitamin A und Vitamin D sehr wichtig.

Weitere wichtige Nährstoffe für gesundes Haarwachstum sind:

Biotin: Dieses B-Vitamin soll zum einen für erhöhtes Haarwachstum sorgen. Zum anderen ist es dafür zuständig, dass die Haare und auch die Nägel gesund bleiben. Die Zellteilung in den Haarfollikeln soll Pantothensäure anregen. Enthalten ist das B-Vitamin in Milch, Hühnereiern und Rindfleisch.

Eisen: Eisenmangel ist einer der häufigsten Gründe für diffusen Haarausfall. Der Körper benötigt Eisen beispielsweise zum Aufbau neuer Zellen (auch in den Haaren). Außerdem ist es für den Sauerstofftransport unerlässlich. Relativ viel Eisen ist beispielsweise in Hülsenfrüchten enthalten. In Verbindung mit Vitamin C wird es besonders gut vom Körper aufgenommen.

Zink: Dieses Spurenelement ist unverzichtbar für unsere Gesundheit, denn es ist an vielen Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt. Ein relativ typisches Symptom bei Zinkmangel ist Haarausfall. Zink ist – unter anderem – in Rindfleisch, Käse, Vollkornprodukten und Eiern enthalten. Gerade Veganer laufen Gefahr unter Zinkmangel zu leiden, da sie durch ihre Ernährung sehr viel Phytinsäure aufnehmen. Diese kann bewirken, dass der Körper das Spurenelement nicht mehr richtig aufnehmen kann. Zudem kann Zink aus tierischen Quellen wesentlich besser verwertet werden.

L-Cysin: Diese Aminosäure benötigt unser Körper, um überhaupt Haare bilden zu können.

Vielleicht fragt sich jetzt der eine oder andere, ob das richtige Essen auch bei androgenetischem Haarausfall helfen kann. Die Antwort darauf ist jein. Denn ob die Haare anfangen auszufallen und ob man früher oder später mit einer Glatze -beziehungsweise kahlen Stellen – kämpfen muss, liegt in den Genen.

Allerdings kann eine gesunde und ausgewogene Ernährung den erblich bedingten Haarausfall verlangsamen. Außerdem kann das richtige Essen beispielsweise dafür sorgen, dass das Ergebnis einer Haartransplantation optimal ausfällt.

Übrigens: Das richtige Essen kann nicht nur enormen Einfluss auf unser Haarwachstum haben. Auch die Haut kann von einer gesunden und ausgewogenen Ernährung nur profitieren. So kann beispielsweise eine zuckerfreie Ernährung sich positiv auf das Hautbild auswirken.

Was sollte ich bei Haarausfall essen?

Zunächst einmal sollten Sie die Ernährung von ungesund und einseitig auf vollwertig und vielseitig umstellen. Ein erster Schritt wäre es, Weißmehlprodukte wie Nudeln und Brot durch Vollkornprodukte zu ersetzen. Von Vorteil kann es außerdem sein, den Zuckerkonsum möglichst zu reduzieren. In der ersten Zeit können Sie auch zusätzlich auf Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen. Eisen sollte allerdings immer in Absprache mit Ihrem Arzt eingenommen werden. Denn der Körper kann eine Überversorgung nicht einfach abbauen. Neben den bereits genannten Lebensmitteln enthalten beispielsweise Haferflocken viel Zink und Biotin. Omega-3 Fettsäuren sind in fettem Fisch, beispielsweise in Lachs enthalten.

Fakt ist: Mit der richtigen Ernährung legen Sie den Grundstein dafür, dass Ihre Haare schön und voll nachwachsen. Wenn Ihnen also die Haare ausfallen und es wurde keine andere Ursache gefunden, sollten Sie den Fokus darauf richten, was Sie täglich essen und Ihre Essgewohnheiten umstellen.


 
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