Die Hauterkrankung Monilethrix

Monilethrix

Verschiedene Erkrankungen können das Ausfallen der Haare verursachen. Hierzu zählen auch solche, die erblich bedingt, und daher nicht heilbar sind. Eine dieser erblich bedingten Erkrankungen ist Monilethrix. Die Erkrankung wird auch als Spindelhaare bezeichnet und tritt bereits in den ersten Lebensmonaten auf. Die Haare werden mit der Zeit brüchig und fallen letztendlich aus. Eine Eigenhaarverpflanzung hilft dabei, die Kahlstelle wieder aufzufüllen.

Was ist Monilethrix?

Das Wort Monilethrix setzt sich aus dem lateinischen Begriff „monile“ (zu Deutsch: Halsband oder Halskette) und dem griechischen Wort „thrix“ (zu Deutsch: Haar) zusammen. Es handelt sich um eine angeborene Genodermatose, die sehr selten auftritt. Als Genodermatose wird eine genetisch bedingte Hauterkrankung bezeichnet, die durch eine Genmutation verursacht wird. Die Folge dieser Hauterkrankung ist die Hypotrichose. Hypotrichose bezeichnet die reduzierte Anzahl von Haaren durch verschiedene Ursachen.

Wie äußert sich die Hauterkrankung?

Die angeborene Hauterkrankung verursacht eine unregelmäßige und brüchige Haarstruktur, weshalb sie auch als Spindelhaare bezeichnet wird. Die brüchige Haarstruktur geht auf eine Dysplasie (Fehlbildung) des Haarschafts zurück. Die dystrophischen Konstriktionen werden in regelmäßigen Abständen durch elliptische Knoten normaler Dicke getrennt.

Durch diesen Umstand, erhält das Haar das Aussehen einer Perlenkette. Die dünnen Bereiche zwischen den Knoten brechen sehr leicht, so dass die Erkrankung mit Haarverlust einhergeht. Das Manifestationsalter ist häufig bereits im Säuglingsalter – spätestens im Kleinkindalter. In vielen Fällen tritt die Hauterkrankung bereits ab dem zweiten Lebensmonat auf.

Bei der Geburt sind die Haare hingegen noch normal. Mit der Zeit werden die Haare sehr brüchig und brechen auf wenige Millimeter ab. Selten erreichen die Kopfhaare eine Länge über einem Zentimeter. Typischerweise sind insbesondere die Haare am Hinterkopf und im Nackenbereich von der Erkrankung betroffen. In schwerwiegenden Fällen können auch die gesamte Kopfhaut sowie die Augenlider, die Augenbrauen und sekundäre Behaarung betroffen sein.

Zu der sekundären Behaarung zählen Achsel-, Scham- und Barthaare. Nagelveränderungen im Sinne einer Koilonychie sind eine häufige Begleiterscheinung. Die Krankheit geht darüber hinaus häufig mit Lichen Pilaris einher.

Was ist Koilonychie?

Es handelt sich um eine Veränderung der Nägel, die sich durch muldenförmige Einsenkungen und eine erhöhte Brüchigkeit äußert. Diese Nagelveränderungen werden häufig auch als Hohlnägel bezeichnet.

Was ist Lichen Pilaris?

Als Lichen Pilaris wird eine Verhornungsstörung der Haarfollikel bezeichnet, die auch als Hornknötchenflechte bekannt ist. Bei Lichen Pilaris verschließen kleine Hornpfröpfe die Öffnungen der Haarfollikel, wodurch raue Verdickungen der Haut entstehen.

Wie wird die Krankheit vererbt?

Die Erkrankung wird meist autosomal-dominant, seltener autosomal-rezessiv vererbt. Autosomal-dominat bedeutet, dass bereits ein verändertes Allel auf einem der beiden homogenen Chromosomen ausreicht, damit das Merkmal ausgeprägt wird. Autosomal-rezessiv bedeutet hingegen, dass die Erkrankung nur dann auftritt, wenn sich auf jeweils beiden Chromosomen eine Veränderung in beiden Kopien eines bestimmten Gens findet.

Das bedeutet, die Veränderung muss sowohl von dem biologischen Vater als auch der biologischen Mutter vererbt werden. In den meisten Fällen nehmen die Veränderungen mit der Zeit ab. Allerdings können sich die Symptome in der Pubertät oder während einer Schwangerschaft erneut verschlechtern.

Gibt es eine effektive Therapie gegen Spindelhaare?

Leider gibt es bisher kein einheitliches Heilverfahren, dass wirklich überzeugt. Wenn Sie unter Monilethrix leiden, sollten Sie zunächst versuchen, mechanische Belastungen so gut wie möglich zu vermeiden. Mechanische Belastung entsteht zum Beispiel durch das Bürsten oder Kämmen der Haare.

Darüber hinaus kann die Einnahme von Zinksulfat oder Griseofulvin zu einer vorübergehenden Verbesserung der Symptome beitragen. Auch Röntgen-Epilierung und die Verwendung von Vitamin-A-Säure können das Krankheitsbild verbessern. Ebenfalls kann die Anwendung von Minoxidil, Tretinoin sowie Etretinat zu einer Verbesserung führen.

Die Eigenhaarverpflanzung als effektive Lösung

Eine Haarverpflanzung kann Ihnen dabei helfen, dass Sie wieder volles und gesundes Haar bekommen. Die Haarimplantation kommt dann zum Einsatz, wenn an bestimmten Bereichen Ihrer Kopfhaut kein Haarwachstum mehr möglich ist, sodass kahle Stellen dauerhaft zurückbleiben. Vor einer Eigenhaarverpflanzung sollten Sie allerdings unbedingt einen kompetenten und erfahrenen Arzt aufsuchen, der zunächst die Ursache für Ihren Haarverlust feststellt.

Nur wenn die Ursache bekannt ist, kann entscheiden werden, ob eine Haartransplantation sinnvoll ist. Bei der Transplantation werden aus einem Spenderbereich Ihrer Kopfhaut follikuläre Einheiten entnommen, die nach einer Aufbereitung im Labor, in die von Haarausfall betroffenen Areale eingepflanzt werden. Bereits nach wenigen Monaten beginnt ein neues und gesundes Wachstum der Haare.

Fazit: Eine Haarverpflanzung kann die Kahlstellen wieder auffüllen

Bei der angeborenen Hauterkrankung Monilethrix kommt es zu einer Fehlbildung des Haarschafts. Die Erkrankung tritt bereits im Säuglingsalter – spätestens im Kleinkindalter – auf. Die Erkrankung führt zu einer brüchigen Haarstruktur, sodass die Haare lediglich eine Länge bis zu einem Zentimeter erreichen können. Durch die elliptischen Knoten, die bei der Krankheit entstehen, wirkt das Haar wie eine Perlenkette. Bisher gibt es keine einheitliche Therapie, die zu einer vollständigen Heilung der Erkrankung führt.

Eine Röntgen-Epilierung, die Verwendung von Vitamin-A-Säure, die Einnahme von Griseofulvin oder Zinksulfat sowie die Anwendung von Minoxidil, Tretinoin und Etretinat können zu einer vorübergehenden Verbesserung des Krankheitsbildes führen. Wenn durch die Krankheit dauerhafte Kahlstellen auf der Kopfhaut zurückbleiben, kommt eine Eigenhaarverpflanzung in Betracht. Bevor diese durchgeführt wird, sollten Sie sich jedoch unbedingt von einem kompetenten Arzt untersuchen und beraten lassen.

Die Haarverpflanzung ermöglicht, dass nach wenigen Monaten neue und gesunde Haare an den betroffenen Stellen wachsen. Da viele Patienten unter der Auswirkung von Monilethrix psychisch sehr leiden, kann die Haarimplantation zu mehr Selbstbewusstsein und einem neuen Lebensgefühl verhelfen.