Ferritinmangel Haarausfall

Ferritinmangel Haarausfall

Starker Haarausfall ist nicht immer ein rein kosmetisches Problem. In manchen Fällen kann gerade der diffuse Haarausfall auf Fehlfunktionen oder auf eine Mangelernährung des Körpers hinweisen. Haare fallen nicht nur aus, weil eine gewisse genetische Disposition vorliegt, so wie beim erblich bedingten Haarausfall (androgenetische Alopezie).

Um schöne, gesunde und vor allem kräftige Haare bilden zu können, benötigt der menschlich Körper Mineralstoffe und Spurenelemente. Eines davon ist Ferritin – besser bekannt als Eisen. Wird der Körper nicht ausreichend damit versorgt, kann das zu Haarausfall führen. Wissenschaftlich wird Eisen- beziehungsweise Ferritinmangel als Anämie (Blutarmut) bezeichnet.

Was ist Ferritin eigentlich und warum bekomme ich durch einen Mangel Haarausfall?

Hinter dem Begriff „Ferritin“ versteckt sich das für unseren Körper überlebenswichtige Spurenelement Eisen. Spurenelemente machen zwar nur einen verschwindend geringen Anteil unseres Körpers aus, sind aber für ihn unverzichtbar. Ohne sie währen viele Körperfunktionen gar nicht möglich. Eine nicht ausreichende Versorgung kann zu starken Mangelerscheinungen führen.

Eisen ist beispielsweise ein Garant dafür, dass unser Blut Sauerstoff zu den Zellen transportieren kann, es ist also nicht nur wichtiger Bestandteil für die Neubildung von Körperzellen, sondern sorgt auch dafür, dass diese sozusagen „atmen“ können.

Das Spurenelement ist ein Bestandteil des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin. In dieser Eigenschaft sorgt es dafür, dass sich der Sauerstoff an das Blut binden kann und so im ganzen Körper verteilt wird. Ganz besonders effektiv ist übrigens Myoglobin, das Sauerstoff äußerst effektiv bindet und unsere Muskeln damit versorgt.

Neben Haarausfall können auch folgende Symptome auf einen Ferritinmangel hinweisen:

  • Antriebslosigkeit
  • Haut- beziehungsweise Schleimhauterkrankungen
  • Brüchige Nägel
  • Risse an den Mundwinkeln
  • Mangelnde Konzentrationsfähigkeit

und auch der diffuse Haarausfall. Denn anders als beispielsweise beim kreisrunden Haarausfall oder der androgenetischen Alopezie dünnen sich bei Eisen- beziehungsweise Ferritinmangel die Haare gleichmäßig über den Kopf verteilt aus, das ohne erkennbares Muster.

Beim Trichogramm in der Arztpraxis zeigen sich für Eisenmangel ganz typisch, sehr viele Telogenhaare, also Haare, die schon beim kleinsten mechanischen Reiz wie beim Kämmen ausfallen. Bei Verdacht auf Eisenmangel empfiehlt es sich, umgehend einen Arzt aufzusuchen. Denn langfristig kann ein Mangel dieses Spurenelements dramatische Folgen für den Körper haben.

Ferritinmangel – die Ursachen

Eisenmangel kann die verschiedensten Ursachen haben. Das Spurenelement wird im oberen Dünndarm, zum großen Teil im Zwölffingerdarm verstoffwechselt. Bestimmte Erkrankungen wie beispielsweise Morbus Crohn können dazu führen, dass das Eisen nicht mehr richtig vom Körper aufgenommen werden kann, da die Darmfunktion zum Teil stark beeinträchtigt wird. In manchen Fällen kann ein Ferritinmangel auch auf eine Krebserkrankung des Darms hinweisen.

Ein anderer Faktor ist natürlich die Ernährung. Das Eisen, das in tierischen Lebensmitteln vorkommt, kann vom Darm wesentlich leichter verstoffwechselt werden als das in pflanzlichen. Deswegen sind relativ häufig Veganer von Ferritinmangel betroffen, der – wie schon genannt – zu Haarausfall führen kann. Sehr viel Eisen ist beispielsweise in Wurst, Fleisch, Vollkornprodukten, aber auch in Hülsenfrüchten und grünem Gemüse enthalten. Durch Vitamin C und Fruktose kann die Eisenaufnahmefähigkeit verbessert werden.

Natürlich kann es auch nach hohen Blutverlusten, beispielsweise nach einer Operation oder bei einer schweren Verletzung zu Eisenmangel kommen, ebenso bei einer Entbindung.

Frauen sind übrigens häufiger von Ferritinmangel betroffen als Männer. Ursachen können hier eine starke Monatsblutung oder die Wechseljahre sein. Auch in der Schwangerschaft und in der Stillzeit benötigt eine Frau wesentlich mehr Eisen. Eisenmangel in der Schwangerschaft kann übrigens zu ungewollten Komplikationen führen.

Um einen Eisenmangel vorzubeugen, sollten Frauen etwa 15 mg und Männer etwa 10 mg am Tag davon essen. Übrigens ist gerade für Kinder in der Wachstumsphase Eisen extrem wichtig. Hier werden bis zu 12mg täglich empfohlen. Nimmt ein Kind zu wenig Eisen zu sich, kommt es zu Wachstumsstörungen. Ob man zu wenig Eisen im Körper, genauer gesagt im Blut hat, stellt der Arzt anhand des Blutbildes fest. Ferritinmangel ist glücklicherweise sehr gut behandelbar.

Ferritinmangel Haarausfall und Leistungssport

Relativ häufig leiden auch Sportler unter Haarausfall, der sich auf Ferritinmangel zurückführen lässt. Regelmäßige sportliche Betätigung – sowohl im Fitnessstudio als auch im Ausdauerbereich – erhöht das Volumen des Blutes um etwa 10% bis 20%. Leider vergessen manche Sportler, ihre Nahrung ihrem erhöhten Eisenbedarf anzupassen. Manche unterziehen sich beispielsweise während einer „Wettkampfphase“ noch speziellen Diäten, was ebenso zu Ferritinmangel und Haarausfall führen kann.

Warum entsteht durch Ferritinmangel Haarverlust?

Wie schon in den Erläuterungen angeschnitten, ist Eisen dafür zuständig, dass die Zellen mit Sauerstoff versorgt werden. Dazu zählen selbstverständlich auch die Haarzellen. Liegt ein Ferritinmangel vor, werden diese Zellen unzureichend versorgt. Auf diese Weise verkürzt sich wiederum der Wachstumzyklus. Die Haare gehen früher in die Ruhephase. Die Folge davon: Die Haare fallen aus.

Bei Ferritinmangel Haarausfall vorbeugen

Hat der Arzt einen Eisenmangel diagnostiziert, werden in der Regel in der ersten Zeit Eisentabletten in relativ niedriger Dosierung verschrieben. Denn ebenso schädlich wie ein Ferritinmangel ist eine Überversorgung, die auf Herz und Leber schlagen kann. Kam es beispielsweise aufgrund eines hohen Blutverlusts zum Ferritinmangel, wird Eisen oft auch intravenös gegeben.

Um einem Haarausfall durch Ferritinmangel vorzubeugen, hilft eigentlich nur eine grundlegende Ernährungsumstellung. Wer sich beispielsweise vegan oder vegetarisch ernährt, sollte immer darauf achten, ausreichend Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Rote Beete und grünes Gemüse zu sich zu nehmen.

Eisenpräparate sollten immer nur in Absprache mit dem behandelnden Mediziner eingenommen werden, denn im Gegensatz zu anderen Spurenlementen ist der Körper nicht in der Lage, zusätzliches Eisen einfach abzubauen oder auszuscheiden. Eine Überdosierung ist, wie bereits erwähnt, genauso schädlich wie eine Unterversorgung.

Wachsen meine Haare wieder nach?

Das ist wohl die Frage die sich jeder stellt, der an Haarverlust durch Ferritinmangel leidet/gelitten hat. In der Regel ist es so, dass die Haare nach einiger Zeit wieder beginnen nachzuwachsen, sobald der Körper wieder ausreichend mit dem lebenswichtigen Spurenelement versorgt wird. Auch eine Haartransplantation sollte erst dann erfolgen, wenn feststeht, dass der Körper wieder mit ausreichend Eisen versorgt ist.

Fazit

Diffuser Haarausfall kann ein Hinweis auf einen Ferritin-, beziehungsweise Eisenmangel im Körper sein. Eisen ist beispielsweise dafür zuständig, dass sich der Sauerstoff an unser Blut binden kann und so die Zellen damit versorgt werden. Bei Ferritinmangel werden auch die Haarzellen nicht mehr ausreichend versorgt. Die Folge davon ist, dass die Wachstumsphase sich verkürzt, was wiederum zu diffusem Haarausfall führt. Glücklicherweise kann Ferritinmangel sehr unkompliziert behandelt werden. Auch die Haare wachsen in der Regel wieder nach. Um einem Eisenmangel vorzubeugen, empfiehlt sich eine ausgewogene Ernährung.


 
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