Haarausfall bei Morbus Addison

Haarausfall bei Morbus Addison

Morbus Addison ist eine sehr seltene, aber schwerwiegende Erkrankung der Nebennieren. Die Hormonproduktion der Nebennierenrinde ist eingeschränkt. Ein Haarausfall durch Morbus Addison ist kein typisches Symptom. Er kann jedoch auftreten, wenn Morbus Addison die Folge einer Autoimmunerkrankung ist. Ein Haarverlust durch Morbus Addison tritt zumeist diffus auf dem gesamten Kopf auf.

Haarausfall durch Morbus Addison – wenn die Hormonproduktion der Nebennierenrinde gestört ist

Die Nebennieren sitzen wie eine Kappe auf beiden Nieren und sind für die Produktion verschiedener Hormone verantwortlich. Morbus Addison ist eine seltene Erkrankung, die durch einen Mangel dieser lebenswichtigen Hormone entsteht.

Das Mark der Nebennieren produziert die Hormone Adrenalin und Noradrenalin, während in der Nebennierenrinde Cortisol, Androgene und männliche Sexualhormone, die Androgene, produziert werden. In geringem Maße werden männliche Sexualhormone auch in der Nebennierenrinde von Frauen produziert.

Cortisol kurbelt die Stoffwechselprozesse in Stresssituationen an und stellt Energie in Form von Zucker bereit. Es regelt auch den Stoffwechsel von Haut, Muskulatur, Knochen und Bindegewebe und beeinflusst den Sexualtrieb.

Aldosteron wird auch als Salzhormon bezeichnet. Es regelt die Zurückhaltung von Natrium und Wasser in den Nieren und ist verantwortlich für die Erhaltung des Blutdrucks und die Regulierung des Mineralstoffhaushalts. Androgene sind Sexualhormone, die im Körper zu Testosteron oder Östrogenen umgewandelt werden.

Werden alle diese Hormone nicht mehr in genügendem Umfang produziert, kommt es zu schwerwiegenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Die Nebennierenrinde kann selbst von einer Erkrankung betroffen sein (primäre Nebenniereninsuffizienz) oder kann in ihrer Funktion durch übergeordnete Regulationszentren im Gehirn gestört sein (sekundäre oder tertiäre Nebenniereninsuffizienz). Morbus Addison macht sich mit verschiedenen Symptomen bemerkbar, doch ein Haarausfall durch Morbus Addison ist eher untypisch.

Wie ein Haarverlust durch Morbus Addison auftreten kann

Da bei Morbus Addison nicht mehr genügend Androgene produziert werden, kann es bei Frauen zu einem Verlust der Schambehaarung kommen. Der Gedanke kommt auf, dass aufgrund der mangelnden Testosteronproduktion der erblich bedingte Haarausfall bei Männern eingeschränkt oder gestoppt wird.

Er entsteht, wenn Dihydrotestosteron, das Abbauprodukt von Testosteron, in erhöhtem Maß produziert wird und sich an den Haarfollikeln anlagert. Sind die Haarfollikel empfindlich gegen Dihydrotestosteron, fallen die Haare aus. Der erblich bedingte Haarverlust macht sich mit Geheimratsecken, Glatze am Oberkopf und Stirnglatze bemerkbar.

Kommt es zu einem Haarverlust durch Morbus Addison, kann er gleichmäßig auf dem gesamten Kopf auftreten. Es handelt sich um einen diffusen Haarausfall. Die Haare fallen im weiteren Verlauf immer weiter aus und werden immer lichter, bis schließlich die Kopfhaut sichtbar ist. Es kann schlimmstenfalls zu einem Totalverlust der Haare kommen. Da Morbus Addison eine sehr seltene Erkrankung ist, kann nicht gesagt werden, ob es im Extremfall auch zu einem Totalverlust der Haare kommen kann.

Abhängig von der Ursache kann der Haarausfall bei Morbus Addison auch als kreisrunder Haarverlust auftreten. An verschiedenen Stellen des Kopfes fallen die Haare in kreisrunden, scharf begrenzten, etwa münzgroßen Arealen aus. Um die kahlen Stellen wirken die Haare wie abgebrochen.

Symptome bei Morbus Addison

Morbus Addison ist eine schleichende Erkrankung, die sich über lange Zeit nicht bemerkbar macht. Zeigen sich die ersten Symptome, ist die Nebennierenrinde bereits zu 90 Prozent zerstört. Eines der Leitsymptome ist die Braunfärbung der Haut, auch als Kupferhaut bezeichnet. Aufgrund des Mangels an Cortisol wird verstärkt Melatonin freigesetzt. Dieses Symptom tritt jedoch nur bei primärem Morbus Addison auf. Weitere Symptome von Morbus Addison sind

  • niedriger Blutdruck aufgrund des Mangels an Aldosteron
  • Hunger auf salzige Speisen
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme
  • Verdauungsstörungen mit Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen
  • Potenzstörungen bei Männern.

Die Krankheit kann jedoch auch symptomlos verlaufen und sich erst durch eine lebensgefährliche Addison-Krise bemerkbar machen. Bei einer Addison-Krise muss sofort der Notarzt gerufen werden.

Ursachen von Morbus Addison

Ein Haarausfall durch Morbus Addison muss nicht durch die Erkrankung selbst hervorgerufen werden. Auslöser dafür kann auch eine der Ursachen von Morbus Addison sein.

Ursachen für eine primäre Nebenniereninsuffizienz sind

  • Autoimmunerkrankungen, die auch zu einem Haarverlust durch Morbus Addison führen können
  • Waterhouse-Friedrichsen-Syndrom durch eine Blutvergiftung mit Meningokokken
  • Infektionen wie Tuberkulose oder AIDS, die ebenfalls zu einem Haarausfall durch Morbus Addison führen können
  • Tumore der Nebennierenrinde
  • erbliche Faktoren
  • Einblutungen in der Nebenniere durch blutverdünnende Mittel.

Eine sekundäre Nebenniereninsuffizienz kann durch Schädelverletzungen, Gehirnoperationen, Gehirntumore oder eine Fehlfunktion der Hirnanhangdrüse verursacht werden. Eine tertiäre Nebenniereninsuffizienz wird durch die langfristige Einnahme hochdosierter Kortisonpräparate verursacht.

Behandlung von Haarverlust durch Morbus Addison

Da ein Haarausfall nicht typisch für Morbus Addison ist, sollten Sie zum Arzt gehen, wenn Sie einen unerklärlichen Haarausfall bemerken. Ein Haarausfall liegt vor, wenn Sie über einen längeren Zeitraum täglich mindestens 100 Haare verlieren. Ihr Hausarzt kann eine Blutuntersuchung vornehmen und wird Sie zu Krankheitssymptomen befragen.

Er kann Sie zu einem Hautarzt überweisen, der die genaue Ursache des Haarverlusts ermitteln kann. Um festzustellen, ob Sie tatsächlich an Morbus Addison leiden, kann Sie der Hausarzt oder der Hautarzt an einen Endokrinologen überweisen. Mit Labortests wird gezielt die Konzentration der Nebennierenrindenhormone im Blut untersucht.

Zusätzlich kann ein ACTH-Stimulationstest mit dem Hormon der Hirnanhangdrüse erfolgen. Wurde Morbus Addison diagnostiziert, ist die gezielte Behandlung möglich. Die Erkrankung ist nicht heilbar. Sie sind lebenslang auf die Gabe der fehlenden Hormone angewiesen. Der Haarausfall kann sich bessern, wenn die Hormone von außen zugeführt werden.

Fazit: Haarverlust durch Morbus Addison – eine seltene Erkrankung

Ein Haarausfall durch Morbus Addison ist kein typisches Symptom dieser seltenen Erkrankung. Er kann durch eine der Ursachen von Morbus Addison, beispielsweise eine Autoimmunerkrankung oder eine Infektion, hervorgerufen werden. Zumeist tritt er diffus auf dem gesamten Kopf auf. Morbus Addison macht sich erst im späten Stadium mit Symptomen bemerkbar. Die Krankheit und der Haarausfall durch Morbus Addison können durch die Gabe der fehlenden Hormone behandelt werden.