Haartransplantation im Islam: Die Wiederherstellung des früher Vorhandenen

Haartransplantation im Islam

In der Türkei werden zahlreiche Haarverpflanzungen durchgeführt. Neben den Türken kommen viele Patienten aus dem Ausland, um sich Haare transplantieren zu lassen. Über die Haartransplantation im Islam gehen die Meinungen auseinander. Viele Gelehrte meinen, dass eine Haarverpflanzung im Islam nicht verboten ist, wenn es sich um Eigenhaar handelt und das, was einst vom Schöpfer geschaffen wurde, wiederhergestellt wird.

Haartransplantation im Islam – nicht verboten

Dieser Beitrag soll kein verbindliches Urteil darstellen, ob eine Eigenhaarverpflanzung mit dem Islam im Widerspruch steht. Jeder muss selbst entscheiden, ob er die Haarverpflanzung mit seinem Glauben vereinbaren kann. Viele Rechtsgelehrte meinen, dass die Eigenhaarverpflanzung nicht gegen die islamischen Regeln verstößt. Schönheitsoperationen widersprechen den Regeln des Islam, da etwas verändert wird und da die Schönheitsoperation etwas schafft, das vorher nicht da war. Viele Islam-Gelehrte betrachten die Haarverpflanzung nicht als Schönheitsoperation. Voraussetzungen, dass sie kein Verstoß gegen den Islam ist, sind

  • Verwendung von Eigenhaar des Patienten
  • kein Kunsthaar
  • ursprünglicher Zustand muss wiederhergestellt werden. Eine Eigenhaarverpflanzung verändert nichts. Es wird nichts hinzugefügt, was vorher nicht vorhanden war. Der ursprüngliche

Zustand, der einst vom Schöpfer geschaffen wurde, wird nach Meinung vieler Islam-Gelehrter wiederhergestellt.

Eigenhaare wachsen völlig normal

Bei der Eigenhaarverpflanzung werden Haare von dort entnommen, wo genügend Haare vorhanden sind. Das ist zumeist der Hinterkopf. Die Haare vom Hinterkopf zeichnen sich durch besondere Robustheit aus. Sie sind gegen Dihydrotestosteron, das Abbauprodukt von Testosteron, resistent. Bei einem erblich bedingten Haarausfall lagert sich Dihydrotestosteron an den Haarwurzeln an, schädigt sie und führt letztendlich zum Haarausfall.

Auch bei Männern, deren erblich bedingter Haarausfall bereits weit fortgeschritten ist, befindet sich am Hinterkopf meistens noch ein kleiner Haarkranz. Bei einer Haarverpflanzung im Islam spricht nach der Ansicht vieler Gelehrter nichts dagegen, dass von dort Haare entnommen werden. Diese Haare werden dorthin verpflanzt, wo sie fehlen. Bei Männern mit erblich bedingtem Haarausfall können das Geheimratsecken, Stirnglatze oder Glatze sein.

Die Haarfollikel, die vom Hinterkopf entnommen wurden, wachsen an und sind auch dann, wenn sie bereits transplantiert sind, resistent gegen Dihydrotestosteron. Sie fallen nicht mehr aus und unterliegen dem natürlichen Haarwachstum. Die Haarverpflanzung kann nicht nur bei erblich bedingtem Haarausfall angewendet werden. Sie eignet sich auch bei verschiedenen anderen Formen von Haarausfall, beispielsweise beim diffusen Haarausfall, beim kreisrunden Haarausfall oder bei einigen Formen des vernarbenden Haarausfalls.

Haartransplantationen nach Unfällen

Während Schönheitsoperationen im Islam nicht erlaubt sind, ist es jedoch nach Meinung vieler Gelehrter erlaubt, nach einem Unfall oder einer Verbrennung kosmetische Operationen durchzuführen, um den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen. Nach ihrer Meinung können Defekte nach einem Unfall mit einer kosmetischen Operation behoben werden. Andere Gelehrte sind jedoch gegen solche kosmetischen Operationen, da sie meinen, dass sie nicht mit dem Islam vereinbar sind.

Gehören Sie dem Islam an und haben Sie durch einen Unfall oder eine Verbrennung die Haare verloren und unschöne Narben auf dem Kopf, müssen Sie selbst entscheiden, ob Sie die Haartransplantation im Islam nach einem Unfall durchführen lassen möchten. Auch nach einem Unfall oder einer Verbrennung soll mit der Haartransplantation der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt werden. Eigenhaar wird entnommen und in die kahlen und vernarbten Stellen implantiert.

Haarverpflanzung im Ramadan

Nach Meinung einiger Gelehrter spricht nichts gegen die Haarverpflanzung im Ramadan. Für diesen Fastenmonat gelten besondere Regeln. Auch wenn es keinen Widerspruch zur Haarverpflanzung im Islam im Fastenmonat Ramadan geben sollte, ist die Eigenhaarverpflanzung zu dieser Zeit nicht zu empfehlen. Sie sollten sich gründlich auf den Eingriff vorbereiten.

Dazu gehört auch, dass Sie am Abend vor der Haarverpflanzung und am Morgen des Operationstages gut essen sollten. Ein Abendessen und ein Frühstück sind im Ramadan nicht erlaubt. Sie müssten dann in der Nacht vor dem Eingriff essen. Das könnte zu Schwierigkeiten führen, da siuch eine Haarverpflanzung über sechs bis acht Stunden erstreckt und Sie dafür Kraft brauchen. Zusätzlich müssen Sie vor dem Eingriff und auch in der Zeit danach tagsüber viel trinken. Sie sollten in den ersten Tagen täglich mindestens drei Liter Wasser trinken – über den Tag verteilt.

Haartransplantation im Islam und Alkohol

Alkohol ist im Islam verboten. Bei einer Eigenhaarverpflanzung sollten Sie einige Tage vor dem Eingriff und am Tag des Eingriffs keinen Alkohol trinken. Nach dem Eingriff müssen Sie etwa 14 Tage lang auf Alkohol verzichten. Alkohol kann die Wirkung des Antibiotikums, das Sie nach dem Eingriff einnehmen müssen, beeinträchtigen. Er kann die Heilung verzögern und kann zu unkontrollierten Handlungen führen, beispielsweise zu heftigen Bewegungen, bei denen Sie sich den Kopf stoßen könnten, oder zum Ausreißen der transplantierten Haare. Sie sollten also keine Probleme haben, auf Alkohol zu verzichten, da der Islam Alkohol verbietet.

Der glatzköpfige Israeli

Einige Gelehrte, die eine Eigenhaarverpflanzung im Islam befürworten, berufen sich auf eine Legende. Der Legende nach gab es drei Israelis, von denen einer eine Glatze hatte. Dieser glatzköpfige Israeli bat einen Engel, ihm seine ursprüngliche Haarpracht wieder zurückzugeben. Der Engel ging auf diese Bitte ein und berührte den Israeli, der daraufhin wieder schönes, volles Haar bekam.

Ausführung der Haarverpflanzung

Islamische Gelehrte, die keine Bedenken gegen eine Haarverpflanzung im Islam haben, sehen auch bei der Ausführung der Eigenhaarverpflanzung keine Probleme. Die Haare werden vor dem Eingriff komplett abrasiert. Der Spenderbereich der Haare und der Transplantationsbereich werden betäubt. Mit einer Hohlnadel erfolgt die Entnahme der Haare aus dem Spenderbereich.

Die entnommenen Haare werden in einer Nährlösung aufbewahrt. Im Transplantationsbereich werden Haarwurzelkanäle geöffnet. Die entnommenen Haare werden in die Haarwurzelkanäle eingepflanzt. Da der Saphir im Islam als besonders rein gilt und ihm heilende Kräfte zugeschrieben werden, kann die Öffnung der Haarwurzelkanäle mit Saphirklingen erfolgen. Die Saphirklingen gewährleisten besonders kleine Schnitte und eine hohe Haardichte.

Fazit: Jeder muss entscheiden, ob er die Haarverpflanzung mit dem Islam vereinbaren kann

Im Islam gelten bezüglich der Haare besondere Regeln. Schönheitsoperationen sind im Islam verboten, da das, was der Schöpfer einst geschaffen hat, verändert wird. Die Meinungen über die Haartransplantation im Islam gehen auseinander. Während sich einige Gelehrte dagegen aussprechen, sehen andere keine Bedenken und betrachten die Haarverpflanzung nicht als Schönheitsoperation.

Lediglich der ursprünglich vorhandene Zustand wird wiederhergestellt, was nicht verboten ist. Die Haarverpflanzung ist nach Ansicht verschiedener Gelehrter auch nach Unfällen oder Verbrennungen möglich. Auch im Ramadan ist dieser Eingriff nicht verboten. Er ist allerdings im Ramadan nicht zu empfehlen, da Sie zuvor gut essen und an den Tagen nach dem Eingriff auch tagsüber viel trinken sollten. Sie müssen selbst entscheiden, ob Sie sich einer Haartransplantation im Islam unterziehen möchten.