Was verursacht starken Haarausfall? Männer und Frauen sind betroffen

Starken Haarausfall

Haarausfall ist ein Problem, das Männer und Frauen unterschiedlichen Alters treffen kann. Kommt es zu einem starken Haarausfall, sollten die Ursachen genau ermittelt werden. Nicht immer sind die Haare unwiederbringlich verloren. Bei verschiedenen Ursachen vom starken Haarverlust wachsen die Haare von selbst wieder nach, wenn die Ursache beseitigt wurde.

Was kennzeichnet einen starken Haarausfall?

Es ist völlig natürlich, dass täglich Haare ausfallen. Die Haare durchleben einen Wachstumszyklus, der in die Wachstumsphase, die Übergangsphase und die Ruhephase gegliedert ist. Die meisten Haare, etwa 80 Prozent, befinden sich in der Wachstums- oder Anagenphase, die individuell verschieden zwei bis sechs Jahre dauern kann.

Die Haare werden in dieser Zeit gut mit Nährstoffen versorgt. Die Übergangsphase oder Katagenphase betrifft nur etwa 2 Prozent der Haare und dauert zwei bis drei Wochen. Die Nährstoffversorgung der Haare wird eingestellt. In der Ruhephase oder Telogenphase fallen die Haare aus. Diese Phase kann zwei bis vier Monate dauern und betrifft etwa 18 Prozent der Haare.

Nachdem die Haare ausgefallen sind, bilden sich neue Haare und der Wachstumszyklus beginnt von vorn. Gerät nun etwas aus dem Gleichgewicht, können sich die Wachstumsphasen der Haare verkürzen. Die Haare treten vorzeitig in die Ruhephase ein. Liegt ein Haarausfall vor, fallen über einen längeren Zeitraum täglich mehr als 100 Haare aus. Möchten Sie feststellen, ob Sie unter Haarausfall leiden, erkennen Sie das an verschiedenen Anzeichen:

  • Bei der Sammelprobe sollten Sie über mindestens eine Woche täglich die ausgefallenen Haare in Bürste und Kamm, im Abfluss der Dusche, auf der Kleidung und auf dem Kopfkissen sammeln.
  • Bemerken Sie kahle Stellen auf dem Kopf, deutet das auf einen Haarausfall hin.
  • Bei der Zupfprobe nehmen Sie eine Haarsträhne mit ungefähr 60 Haaren zwischen Daumen und Zeigefinger und ziehen daran. Gehen dabei ohne Schmerzen viele Haare aus, ist das ein Zeichen von Haarausfall.

Bei einem starken Haarverlust fallen deutlich mehr als 100 Haare täglich aus. In einigen Fällen können sogar täglich 300 oder 500 Haare ausfallen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass es zu einem büschelweisen Ausfall der Haare kommt. Bemerken Sie das bei sich, wird es Zeit zum Handeln.

Wie sich der starke Haarausfall äußert

Bei einem starken Haarausfall handelt es sich in der Regel nicht um einen erblich bedingten Haarausfall. Ein erblich bedingter Haarausfall kann sich bereits in der Pubertät bemerkbar machen. Die Haare fallen langsam aus. Bei Männern bilden sich Geheimratsecken, ein zurückweichender Haaransatz und eine Glatze am Oberkopf, während bei Frauen die Haare um den Mittelscheitel immer weniger werden.

Der erblich bedingte Haarausfall ist die häufigste Form des Haarausfalls. Ein starker Haarausfall ist vergleichsweise selten. Er äußert sich als diffuser Haarausfall, bei dem die Haare über den gesamten Kopf gleichmäßig ausfallen. Bei einem starken Haarverlust wird schnell die Kopfhaut durch die Haare sichtbar. Innerhalb kurzer Zeit kann es zu einem Totalverlust aller Haare kommen. Bei einem starken Haarausfall können auch die Körperhaare ausfallen.

Ursachen für einen starken Haarverlust

Fallen innerhalb kurzer Zeit viele Haare aus, kann das verschiedene Ursachen haben. Eine häufige Ursache ist die Chemotherapie zur Behandlung einer Krebserkrankung. Innerhalb weniger Wochen kann es zu einem Totalverlust der Haare am Kopf und am Körper kommen. Allerdings ist keine Behandlung notwendig, denn in der Regel wachsen die Haare wieder nach, wenn die Chemotherapie abgeschlossen ist. Weitere Ursachen können

  • Infektionskrankheiten wie Grippe, Thyphus oder Tuberkulose
  • starke Belastung mit Schwermetallen, Giftstoffen oder schädlicher Strahlung
  • Hormonumstellung nach den Wechseljahren oder nach einer Schwangerschaft
  • Einnahme von Medikamenten wie Ibuprofen, Antidepressiva oder Blutdrucksenker
  • Depressionen und starker psychischer oder emotionaler Stress
    sein.

Eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse sowie eine Autoimmunerkrankung können zu Haarausfall führen, doch tritt der Haarausfall zumeist nicht so stark auf. Eine Ursache von Haarausfall kann auch eine ungesunde und einseitige Ernährung sein, bei der Eisen, Zink und Vitamine fehlen. Auch bei dieser Ursache vollzieht sich der Haarausfall zumeist nicht so stark.

Die Ursachen erkennen

Bemerken Sie bei sich einen starken Haarausfall, sollten Sie schnell handeln und den Hautarzt aufsuchen. Der Hautarzt wird Sie zu aktuellen Erkrankungen, vor kurzem erlittenen Erkrankungen, bekannten Autoimmun- oder Stoffwechselerkrankungen, familiärer Häufung von Haarausfall, Einnahme von Medikamenten sowie Ernährungs- und Lebensgewohnheiten befragen.

Er untersucht Ihr Blut, um eine mögliche Erkrankung festzustellen. Der Hautarzt wird auch Ihre Kopfhaut und Ihre Haare untersuchen, um eine Entzündung als Ursache auszuschließen. Eine Biopsie (Probenentnahme) der Kopfhaut wird vorgenommen, wenn der Verdacht besteht, dass der Haarausfall durch einen Befall mit Pilzen oder Bakterien verursacht wurde.

Das ist bei einem vernarbenden Haarausfall hin und wieder notwendig, der jedoch meistens nur zu einzelnen kahlen Stellen auf dem Kopf führt, an denen sich im weiteren Verlauf Narben bilden. Hat der Hautarzt die Ursache für den starken Haarverlust ermittelt, kann er die Behandlung vornehmen.

Behandlung bei starkem Haarausfall nicht immer erforderlich

Nicht immer ist bei einem starken Haarausfall eine Behandlung notwendig. Sind die Haarfollikel noch nicht abgestorben, können sie wieder neue Haare ausbilden. Ist die Ursache für den Haarverlust beseitigt, können die Haare nach etwa drei bis fünf Monaten wieder nachwachsen.

Das ist bei einer Chemotherapie ebenso der Fall wie bei einer Infektionskrankheit als Ursache. Wurde der Haarausfall durch Giftstoffe, Schwermetalle oder starke Strahlung verursacht, mit denen Sie beruflich zu tun hatten, kommt es auf die richtigen Schutzmaßnahmen oder den Wechsel der beruflichen Tätigkeit an.

Sind Medikamente die Ursache für den Haarverlust, kann über einen Wechsel der Medikamente nachgedacht werden. Depressionen müssen behandelt werden, doch können auch Antidepressiva einen starken Haarverlust verursachen.

Das Wachstum der Haare nach einem starken Haarverlust ankurbeln

Sind die Haarwurzeln noch intakt, können bei einem starken Haarausfall die Haarwurzeln wieder zur Bildung neuer Haare stimuliert werden. Das kann mit einer PRP-Behandlung erfolgen, bei der Ihnen Blut abgenommen und in einer Zentrifuge aufbereitet wird.

Dieses plättchenreiche Plasma wird unter die Kopfhaut gespritzt. Auch die Mesohair-Therapie, bei der ein Wirkstoffcocktail auf die Bedürfnisse Ihrer Kopfhaut und Ihrer Haare abgestimmt und unter die Kopfhaut gespritzt wird, kann helfen. Eine Haarverpflanzung ist nur dann eine Option, wenn die Haarfollikel bereits abgestorben sind und die Haare nicht mehr nachwachsen.

Fazit: Bei starkem Haarverlust können die Haare wieder nachwachsen

Ein starker Haarausfall liegt vor, wenn deutlich mehr als 100 Haare täglich ausfallen. Er tritt auf dem gesamten Kopf gleichmäßig auf. Ursachen von einem starken Haarausfall können eine Chemotherapie, Infektionskrankheiten, die Belastung mit Schwermetallen oder Giftstoffen, Hormonumstellungen oder Depressionen sein. Die Ursachen müssen behandelt werden.

Nach überstandenen Infektionskrankheiten oder einer Chemotherapie wachsen die Haare von selbst wieder nach. Ist die Ursache mit der entsprechenden Behandlung beseitigt, können die Haare wieder nachwachsen, wenn die Haarwurzeln noch intakt sind.