Zelltherapie gegen Haarausfall

Zelltherapie gegen Haarausfall

Es gibt bislang noch keine Behandlung, die bei einem weit fortgeschrittenen Haarausfall an den kahlen Stellen wieder Haare wachsen lässt. Forscher arbeiten bereits am Klonen von Haaren. Die Haarverpflanzung, bei der zumeist Haarfollikel vom Hinterkopf entnommen werden, ist bislang die einzige dauerhafte Lösung, um wieder Haare auf die kahlen Stellen zu bringen.

Mittlerweile wird auch an der Zelltherapie gegen Haarausfall gearbeitet. Die ersten Ansätze und Erfolge für diese Haarausfall Therapie der Zukunft gibt es bereits. Bei dieser Methode sollen körpereigene Stammzellen das Wachstum der Haare anregen und zu einer höheren Haardichte verhelfen. Diese Methode kann zusammen mit einer Haartransplantation angewendet werden.

Wie funktioniert die Zelltherapie gegen Haarausfall?

Schon seit einigen Jahren gibt es erste Ansätze, um Stammzellen bei einem Haarverlust einzusetzen oder bei einer Haartransplantation das Anwachsen der Haare mit Stammzellen zu unterstützen.

Diese Stammzellen können keine abgestorbenen Haarfollikel zu neuem Leben erwecken. Sie können jedoch die noch intakten Haarfollikel, die gerade nicht aktiv sind, zur Bildung neuer Haare stimulieren. Aus diesen Stammzellen können sich verschiedene Zelltypen bilden. Diese Zelltypen enthalten oft auch Wachstumsfaktoren, mit denen das Wachstum der Haare angeregt werden kann.

Forschern in den USA ist es inzwischen gelungen, im Labor haarbildende Zellen zu vermehren und zu verpflanzen. Das Haarwachstum in der Haut kann durch diese Zellen nur angeregt werden, wenn die Zellen in der Lage sind, dreidimensionale Strukturen im Nährmedium zu entwickeln.

Im Fachjournal “Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS)” haben Wissenschaftler darüber berichtet. Sie haben für ihre Forschungen Stücke menschlicher Haut verwendet und auf Mäusen verpflanzt. Sind die Forschungen auch am Menschen erfolgreich, könnten

sich wieder über neue Haare freuen. Diese Haarausfall Therapie der Zukunft steckt noch iin den Kinderschuhen.

Können durch die Zelltherapie neue Haarfollikel gezüchtet werden?

Ziel der Zelltherapie gegen Haarausfall ist das Züchten neuer Haarfollikel. Bislang ist es mit den verschiedenen Behandlungsmethoden bei Haarverlust lediglich gelungen, das Absterben vorhandener Haarfollikel zu verzögern oder noch intakte, nicht mehr aktive Haarfollikel zur Bildung neuer Haare zu stimulieren.

Die Haarfollikel verfügen am unteren Ende eine Papille, aus der sich die Haare entwickeln. Im Versuch mit Mäusen wurden die Zellen dieser Papillen im Labor vermehrt. Nach einer Transplantation sollen diese Papillen neue Haare ausbilden.

Diese Möglichkeit soll gegeben sein, da sich die Zellen der Papillen im Nährmedium zu Zellhaufen zusammenschließen. In diesen Zellhaufen sehen die Forscher ein gutes Potential für die Bildung neuer Haare.

Die Forscher haben dafür die Anzuchtmethode der hängenden Tropfen entwickelt. Aufgrund der Nachbarschaft zu anderen Zellen haben die haarbildenden Zellen ihre Fähigkeit zur Bildung neuer Haare nicht vollständig verloren.

Wie funktioniert die Haarmultiplikations-Methode?

Die Forschungen in den USA mit der Anzuchtmethode der hängenden Tropfen bilden die Grundlage für die Haarmultiplikations-Methode. Die im Labor vermehrten haarbildenden Zellen werden in die Kopfhaut zwischen Oberhaut und Lederhaut gespritzt.

Dort sollen sie neue Haarfollikel entwickeln, die nach sechs Wochen zu wachsen beginnen. Diese Methode war bereits bei Mäusen erfolgreich, doch konnten bislang beim Menschen noch keine Erfolge verzeichnet werden.

Bislang war eine Zelltherapie nur nach der Geburt oder nach Verletzungen möglich. In der Forschung bei der Vermehrung von Zellkulturen konnten 22 Prozent der für die Haarbildung zuständigen Gene erhalten bleiben. Ziel ist eine noch höhere Prozentzahl dieser Gene.

Diese Zelltherapie gegen Haarausfall ist noch nicht zugelassen. Es kann noch Jahre oder vielleicht sogar Jahrzehnte dauern, bis sie bei Menschen mit einem starken Haarverlust angewendet werden kann.

Bis es soweit ist, sind noch umfangreiche Langzeitstudien erforderlich. Damit diese Methode flächendeckend für Menschen mit Haarausfall, beispielsweise androgenetischer Alopezie, angewendet werden kann, müssen schwerwiegende Nebenwirkungen ausgeschlossen werden.

Was können Fett-Stammzellen bewirken?

Die Zelltherapie gegen Haarausfall mit Fett-Stammzellen wird mittlerweile in einigen Haarkliniken angewendet. Dafür wird den Patienten mit einer Spritze ein geringes Volumen an Unterhautfettgewebe entnommen.

Dieses Fettgewebe wird in einem speziellen Verfahren zu einer Zellemulsion aufbereitet, in der sich Fett-Stammzellen befinden. Diese Fett-Stammzellen werden in die Partien der Kopfhaut injiziert, auf denen die Haare ausgefallen sind. Das Verfahren ist für Menschen mit kreisrundem Haarverlust und mit androgenetischer Alopezie anwendbar.

Die Fett-Stammzellen werden als mesenchymale Stammzellen bezeichnet. Sie bestehen aus verschiedenen Zelltypen, beispielsweise Fett-Vorläuferzellen, Fibroblasten, Endothelzellen, Blutzellen und Makrophagen. Diese Mischung an Stammzellen gehört aufgrund ihrer Diversifizierungsmöglichkeit zu den multipotenten Stammzellen.

Die von den Fettstammzellen produzierten Wachstumsfaktoren können dem Haarausfall entgegenwirken. Sie lassen jedoch keine neuen Haare mehr an den kahlen Stellen wachsen. Es ist allerdings möglich, dass sie inaktive, aber noch intakte Haarfollikel zur Bildung neuer Haare anregen.

Kann die Zelltherapie mit Fett-Stammzellen bei einer Haartransplantation angewendet werden?

Die Zelltherapie gegen Haarausfall kann in Kombination mit einer Haarverpflanzung angewendet werden. Die Haarfollikel werden wie gewohnt transplantiert. Zuvor kann Fettgewebe entnommen und aufbereitet werden.

Die Fett-Stammzellen können sowohl in den Spenderbereich als auch in den Empfängerbereich injiziert werden. Sie können für eine bessere Haardichte in beiden Bereichen sorgen, indem sie nicht mehr aktive, aber intakte Haarfollikel stimulieren.

Fazit: Zelltherapie ist die Therapie der Zukunft

Die Zelltherapie gegen Haarausfall könnte Menschen mit weit fortgeschrittenem Haarausfall wieder zu neuen Haaren verhelfen. Erste Ansätze für diese Haarausfall Therapie der Zukunft gibt es bereits. Forscher haben im Labor aus Zellen der Papillen der Haarfollikel dreidimensionale Zellkulturen gezüchtet, die in die Kopfhaut eingepflanzt werden könnten.

Diese Zellkulturen könnten wieder neue Haare ausbilden. Dieses Verfahren ist noch nicht zugelassen. Allerdings ist die Zelltherapie gegen Haarausfall mit Fettstammzellen bereits möglich. Diese Therapie kann noch intakte, aber nicht mehr aktive Haarfollikel zur Bildung neuer Haare stimulieren. Dieses Verfahren wird bereits angewendet.