Enzymhemmer gegen den Haarausfall als innovative Therapie

Enzymhemmer gegen den Haarausfall als innovative Therapie

Nicht nur alte Menschen betreffen lichte Stellen im Haar. Hierbei handelt es sich um ein Problem, das auch bei jungen Männern vermehrt auftritt. Oft ist der Haarausfall genetisch bedingt.

Mittlerweile gibt es aber etliche Methoden, um das Leiden zu behandeln. Beliebt sind unter anderem Enzymhemmer gegen den Haarverlust. Ob diese Therapie für Sie die richtige Wahl ist, erfahren Sie in jenem Artikel.

Wie macht sich Haarausfall bemerkbar?

Haarverlust kann sich bereits in jungen Jahren zeigen. Bei manchen Männern machen sich lichte Stellen schon ab dem 20. Lebensjahr bemerkbar. Die Wahrscheinlichkeit, eine Glatze zu kriegen, steigt aber mit zunehmendem Alter.

Das erste Anzeichen für Haarausfall ist dünner und lichter werdendes Haar. Erfolgt daraufhin keine Behandlung, treten nach einigen Monaten schon die ersten Kahlschläge in Erscheinung. Bei einigen Männern beschränkt sich der Haarausfall nur auf den vorderen Bereich des Kopfes und auf die Geheimratsecken, während das Haupthaar bei manchen Menschen vollständig ausfällt.

Wollen Sie dieses Szenario vermeiden, ist es wichtig, dass Sie sich zeitnah in Behandlung begeben. Eine neue Methode sind Enzymhemmer gegen den Haarausfall. Denn gemäß einer Studie der Columbia-Universität sind auch Enzyme dafür verantwortlich, dass Ihnen die Haare ausfallen.

Und zwar handelt es sich hierbei um die sogenannten Januskinasen. Sie hemmen das Wachstum des Haupthaars, indem sie die Follikel am Ende ihres Lebenszyklus in die Ruhephase versetzen.

Wie wirken Enzymhemmer gegen den Haarausfall?

Beschriebene Enzyme werden mithilfe von Hemmern gebremst. Gemäß den Forschern der Universität Columbia wachsen bei der Anwendung solcher Mittel wieder Haare. Tests an Mäusen waren bereits erfolgreich.

Es sind aber noch weitere Untersuchungen notwendig, um die positive Wirkung auf das menschliche Haupthaar zu bestätigen. Bisherige Testungen, welche den Effekt auf die Haut der Probanden erforschten, waren jedoch schon erfolgreich.

Werden die Januskinasen gehemmt, sprießen neue Haare aus den Follikeln. An den Mäusen wurden die Wirkstoffe Tofacitinib und Ruxolitinib getestet. Dafür wurden sie direkt auf das Fell der Tiere aufgetragen.

Dort zeigten sie auch eine vielversprechende Wirkung. In Deutschland sind beide Mittel bereits auf dem Markt und zugelassen. Hier werden sie zur Behandlung von Blut- und Rheumaerkrankungen eingesetzt.

Für wen sind Enzymhemmer gegen den Haarverlust geeignet?

Für wen die beschriebenen Enzymhemmer geeignet sind, muss erst genau erforscht werden. Denn zuerst gilt es abzuklären, welche Nebenwirkungen durch die Anwendung der Substanzen auftreten können.

Auf keinen Fall dürfen Sie die Behandlung selbst in Angriff nehmen. Die Mittel, welche derzeit auf dem Markt erhältlich sind, wurden bezüglich der Anwendung auf der Kopfhaut noch nicht getestet. Wollen Sie trotzdem Enzymhemmer gegen Haarausfall ausprobieren, können Sie sich mitunter für Studien melden.

Beachten Sie hierbei jedoch, dass Sie dabei stets ein gesundheitliches Risiko eingehen. Halten Sie im Vorfeld unbedingt mit einem Arzt Rücksprache. Er kann Ihnen eventuell alternative Behandlungen vorschlagen und Ihnen Auskunft über Ihren allgemeinen Gesundheitszustand geben. So wissen Sie, ob die Teilnahme an einer Studie für Sie in Frage kommt.

Worauf ist bei der Anwendung zu achten?

Wenden Sie Enzymhemmer nicht an, ohne im Vorfeld mit einem Experten Rücksprache zu halten. Denn nicht für jeden Mann ist diese Behandlungsmethode geeignet. Außerdem müssen Sie abklären, welche Art von Haarverlust bei Ihnen vorliegt.

Denn wird der Haarausfall durch eine Mangelerscheinung oder Hautkrankheit ausgelöst, dürfen Sie sich nicht an Experimente mit Enzymhemmern heranwagen. In diesem Fall müssen Sie zuerst die Ursache beseitigen.

Dies ist vor allem bei Erkrankungen der Kopfhaut der Fall. Denn Leiden wie Pilze können die Haarfollikel zerstören, sodass an den betreffenden Stellen keine Haare mehr nachwachsen. Dasselbe gilt für den vernarbenden Haarausfall.

Macht sich an Ihrer Kopfhaut also lichtes Haar bemerkbar, dann wenden Sie sich unverzüglich an einen Arzt. Mitunter ist nur die vorübergehende Einnahme eines Arzneimittels notwendig, damit Ihr Haupthaar wieder sprießt.

Für wen sind Enzymhemmer geeignet?

Wirkung zeigen die Enzymhemmer gegen den Haarverlust vor allem bei erblich bedingtem Haarausfall. Hierbei handelt es sich bei Männern auch um die häufigste Ursache für Glatzenbildung. Von einem Haarausfall sprechen Ärzte dann, wenn pro Tag mehr als 100 Haare ausgehen.

Leiden Sie an dieser Art von Haarverlust, dann kommt die Enzymtherapie für Sie in Frage. Anders verhält es sich, wenn andere Ursachen für Ihr lichter werdendes Haupthaar vorliegen. In diesem Fall sind Sie mit alternativen Behandlungsmethoden besser beraten.

Immerhin lassen sich Transplantationen und Pigmentierungen heute zu vergleichsweise geringen Kosten durchführen. Am besten informieren Sie sich diesbezüglich bei einem erfahrenen Spezialisten.

Lohnt es sich, auf die Enzymtherapie zu warten?

Noch ist nicht klar, wann Enzymhemmer hierzulande auf den Markt kommen. Mitunter müssen Sie noch eine mehrjährige Wartezeit in Kauf nehmen, wenn Sie diese Therapie in Anspruch nehmen wollen. Schreitet der Haarausfall stark voran, sehen Sie sich nach einer Alternative um.

Mitunter können Sie den Verlust des Haupthaars durch die Anwendung von Wirkstoffen wie Minoxidil oder Finasterid eindämmen. Erfolgt die Therapie regelmäßig und über einen längeren Zeitraum hinweg, wachsen die ausgefallenen Haare mitunter sogar wieder nach. Setzen Sie die Mittel ab, fällt Ihr Haupthaar jedoch wieder aus.

Fazit – sind Enzymhemmer gegen den Haarausfall effektiv?

Enzymhemmer gegen den Haarverlust sind gemäß Studien durchaus effektiv. Voraussetzung dafür ist, dass diese direkt auf die Haare aufgetragen werden. Untersuchungen zur Wirksamkeit beschränkten sich bis jetzt aber ausschließlich auf Mäuse.

Es ist noch nicht klar, wann die Mittel in Deutschland auf den Markt kommen. Eventuell haben Sie die Möglichkeit, an Studien teilzunehmen. Halten Sie diesbezüglich unbedingt mit einem Arzt Rücksprache. Er kann Ihnen nicht nur sagen, ob die Behandlung für Sie geeignet ist, sondern er gibt Ihnen auch Tipps zu alternativen Therapien.