Haarausfall ohne Grund

Haarausfall ohne Grund

Einen Haarausfall ohne Grund gibt es nicht. Auch dann, wenn Ihnen die Haare stark ausfallen und Sie vielleicht schon einen Hautarzt aufgesucht haben, ist es nicht immer einfach, die Ursache herauszufinden. Jeder Haarausfall hat eine Ursache. Der Haarausfall kann in einer ungesunden Lebensweise, einer einseitigen Ernährung oder in der Jahreszeit begründet sein.

Haarausfall ohne Grund – wann ein Haarausfall vorliegt

Jedem Menschen fallen täglich Haare aus. Das ist völlig normal. Im Sommer fallen die Haare zumeist stärker als im Winter aus. Das ist in der Evolution begründet, denn auch die Tiere verlieren im Frühsommer die Haare, um in der warmen Jahreszeit nicht zu schwitzen. Nicht immer, wenn Haare ausfallen, handelt es sich um einen Haarausfall. Nur dann, wenn Ihnen täglich über einen längeren Zeitraum mindestens 100 Haare ausfallen, liegt ein Haarausfall vor.

Mit der Sammelprobe können Sie das selbst prüfen. Sie sollten mindestens eine Woche lang täglich alle ausgefallenen Haare sammeln und zählen, die Sie auf der Kleidung, auf der Bettwäsche, im Duschabfluss und im Kamm finden. Das geht jedoch auch mit der Zupfprope. Zwischen Daumen und Zeigefinger fassen Sie eine Strähne mit ca. 60 bis 100 Haaren, an der Sie ziehen. Kommen dabei viele Haare ohne Schmerzen mit, können Sie sicher sein, dass Sie unter Haarausfall leiden.

Verschiedene Arten von Haarausfall

Haarausfall tritt in vielen Arten auf, für die oft schnell eine Ursache gefunden werden kann:

Der erblich bedingte Haarausfall tritt familiär gehäuft auf und wird durch eine erhöhte Produktion von Dihydrotestosteron verursacht. Dihydrotestosteron ist ein Abbauprodukt von Testosteron. Es lagert sich an den Haarwurzeln an, schädigt sie und führt zum Haarausfall. Bei Männern bilden sich Stirnglatze, Geheimratsecken und Glatze am Oberkopf, während bei Frauen die Haare um den Mittelscheitel immer lichter werden.

Bei einem kreisrunden Haarausfall kommt es zu kahlen, kreisrunden, etwa münzgroßen Arealen auf dem Kopf. Dieser Haarverlust kann durch eine Autoimmunerkrankung, Infektionen oder Stress verursacht werden.

Ein vernarbender Haarausfall ist an kahlen, narbigen Stellen zu erkennen, an denen keine Haare mehr nachwachsen. Die Ursachen können auch hier Autoimmunerkrankungen, aber auch Infektionen mit Bakterien oder Pilzen sein.

Ein mechanischer Haarverlust kann an verschiedenen Stellen auf dem Kopf auftreten. Er macht sich dort bemerkbar, wo die Haare am stärksten mechanisch beansprucht werden. Eine Form des mechanischen Haarausfalls ist die Traktionsalopezie, bei der die Haare ausfallen, da an ihnen gezogen wird. Beispiele dafür sind Hochsteck- oder Pferdeschwanzfrisuren.

Schwierig wird es, die Ursache für einen diffusen Haarausfall herauszufinden.

Diffuser Haarausfall – kein Haarausfall ohne Grund

Ein diffuser Haarverlust tritt auf dem gesamten Kopf gleichmäßig auf. Die Haare werden immer lichter, bis die Kopfhaut sichtbar wird. In schweren Fällen kann es zu einem Totalverlust der Kopf- und Körperhaare kommen. Das hängt jedoch von der Ursache ab. Bei einem Totalverlust aller Haare können

die Ursachen sein. Bei einer Chemo- oder Strahlentherapie wird Sie der Arzt darüber aufklären, dass Sie die Haare verlieren. In den meisten Fällen wachsen die Haare bei einem diffusen Haarausfall wieder nach, wenn die Ursache beseitigt wurde. Das kann sogar bei einem totalen Haarverlust der Fall sein. Fallen Ihnen die Haare stark aus und glauben Sie, dass es sich um einen Haarausfall ohne Grund handelt, ist Geduld erforderlich. Schließlich muss die Ursache herausgefunden werden.

Haarausfall ohne Grund – umfassende Ursachenforschung erforderlich

Ein diffuser Haarausfall kann auch durch

  • Einnahme von Medikamenten, beispielsweise Betablocker, Allopurinol gegen Gicht oder Anti-Baby-Pille
  • Autoimmunerkrankungen, beispielsweise Rheuma oder Schilddrüsenerkrankungen
  • Infektionskrankheiten wie Grippe oder Scharlach
  • psychischen und körperlichen Stress
  • übermäßigen Alkoholgenuss
  • starkes Rauchen
  • ungesunde Ernährung
  • Klimawechsel

verursacht werden.

Sie sollten, wenn Sie einen diffusen Haarausfall bemerken, einen Hautarzt konsultieren. Er wird Ihre Kopfhaut und Ihre Haare untersuchen. Er nimmt eine Zupfprobe vor und kann, wenn es schwierig ist, die Ursache herauszufinden, auch eine Kopfhautprobe entnehmen. Weiterhin nimmt er eine Blutuntersuchung vor. In einem Anamnesegespräch befragt er Sie zu Ihren Lebensgewohnheiten, bekannten Erkrankungen, Vorerkrankungen und der Einnahme von Medikamenten.

Sie sollten ihm einen Medikamentenplan vorlegen, wenn Sie viele Medikamente einnehmen müssen. Damit der Hautarzt die Ursache herausfinden und die richtige Behandlung einleiten kann, ist es wichtig, dass Sie ihm nichts verschweigen. Einige Patienten haben eine wahre Odyssee hinter sich, bevor die Ursache für den Haarausfall gefunden wurde.

Ursachen, die oft erst spät gefunden werden

Die Ursache für den Haarausfall wird oft nur schwer gefunden, wenn hoher Leistungsdruck, Stress oder ein schwerwiegendes Ereignis wie der Verlust eines nahestehenden Menschen dahinterstecken. Auch Diäten, Mangel an Vitaminen oder Mineralstoffen, Essstörungen wie Bulimie oder Magersucht sowie ein Klimawechsel aufgrund einer Reise können die Ursache sein. Sie sollten darüber nachdenken, ob bei Ihnen solche Ursachen vorliegen.

Einfache Behandlung von diffusem Haarausfall

Ein diffuser Haarausfall ist einfach zu behandeln, wenn die Ursache gefunden wurde. Je schneller sie gefunden wird, desto besser ist der Haarausfall behandelbar. Häufig reicht schon der Übergang zu einer gesunden Ernährung und einer insgesamt gesunden Lebensweise aus.

Ist Stress die Ursache, können Stressbewältigungsseminare helfen. Bei erhöhtem Leidensdruck ist Psychotherapie eine gute Maßnahme. Sie kann als Gesprächs- oder Verhaltenstherapie erfolgen. Auch Essstörungen werden mit Psychotherapie behandelt.

Fazit: Für Haarausfall liegt immer ein Grund vor

Auch dann, wenn Sie glauben, dass es sich bei Ihrem Problem um einen Haarausfall ohne Grund handelt, liegt ein Grund vor. Oft ist er nur sehr schwer zu finden. Bei einem diffusen Haarausfall wird der Grund häufig erst spät gefunden. Der Haarausfall gehört zumeist schon bald der Vergangenheit an, wenn die Ursache behandelt oder beseitigt wurde. Häufig gelingt das mit einer gesunden Lebensweise oder Stressbewältigung.