Haartransplantation bei langen Haaren

Haartransplantation bei langen Haaren

Ebenso wie Männer können auch Frauen unter erblich bedingtem Haarausfall leiden. Beim weiblichen Geschlecht tritt die androgenetische Alopezie, die AGA (so der Fachbegriff), allerdings meist viel später auf, nämlich mit Einsetzen der Wechseljahre, was jetzt aber nicht heißen soll, dass nicht auch sehr junge Frauen vom erblich bedingten Haarausfall betroffen sein können.

„Schuld“ daran, ist genauso wie bei den Männern, das Androgen DHT, das aus dem männlichen Hormon Testosteron gebildet wird (grob erklärt). Wenn die Wechseljahre einsetzen, gerät das hormonelle Gleichgewicht im weiblichen Körper durcheinander, denn normalerweise hält das weibliche Hormon Östrogen (das bei Frauen unter anderem auch für die Haare zuständig ist) das Testosteron sozusagen im Zaum. Mit Einsetzen der Wechseljahre sinkt aber die Östrogen-Produktion, das Testosteron gewinnt die Oberhand. Wenn es bei den betroffenen Frauen in denen Genen schon vorprogrammiert ist, beginnen dann ab diesem Zeitpunkt die Haare auszufallen.

Genetisch bedingter Haarausfall bei Frauen

Bei Frauen beginnt die AGA nicht nur später, sie äußert sich auch anders als bei Männern. Während bei den Herren die Geheimratsecken immer höher werden, beginnt bei den Damen der Haarausfall am Scheitel.

Die Haare werden dort immer dünner bis sich irgendwann kahle Stellen bilden. Eine komplette Glatze aufgrund androgenentischer Alopezie kommt bei Frauen in der Regel nicht vor.
Gerade Frauen leiden stark unter ihrem Haarverlust, da sie noch viel mehr über ihre Haare definiert werden als Männer. Dabei kann erblich bedingter Haarausfall bei Frauen ebenso mit einer Eigenhaartransplantation behoben werden wie bei Männern auch.

Geht eine Haarverpflanzung bei langen Haaren?

Viele Frauen schrecken vor dem Thema Haartransplantation zurück, selbst wenn der Eingriff ihre Lebensqualität enorm verbessern könnte. Der Grund: bei manchen Techniken ist es nötig, die Haare sowohl im Empfänger- als auch im Spenderbereich extrem kurz zu schneiden. Dabei ist eine Langhaartransplantation ohne ausufernde Rasur prinzipiell möglich, selbst mit der FUE-Methode.

FUE Technik vs FUT-Methode

Bei einer Haartransplantation bei langen Haaren bieten sich prinzipiell zwei Methoden an: Die FUT-Technik und FUE-Methode.

Die FUT-Technik

Die FUT Methode war – sozusagen – die Vorgängermethode zur FUE-Technik. Die Abkürzung FUT steht für Follicular Unit Transplantation also Transplantation follikulärer Einheiten.
Bei der FUT wird – nachdem die lokale Betäubung begonne hat zu wirken – ein schmaler Hautstreifen aus dem Spenderbereich geschnitten, in dem die Grafts sitzen. Diese werden von einem speziell ausgebildeten Spezialistenteam aus der Haut präpariert und anschließend wieder in den Empfängerbereich eingesetzt. Die entstandene Wunde wird mit einer speziellen Technik vernäht. Die Narbe, die nach der Heilungsphase zurückbleibt, kann mit den längeren Haaren verdeckt werden.

Auf den ersten Blick bietet sich die FUT-Methode vielleicht für eine Haartransplantation bei langen Haaren an. Aber der Eingriff birgt auch einige Risiken. Beherrscht der Chirurg beispielsweise die spezielle Vernähtechnik nicht oder nicht richtig, besteht die große Gefahr, dass eine unschöne Narbe zurückbleibt. Außerdem ist die Heilungsphase wesentlich länger als beispielsweise bei der FUE Methode. Zudem ist die Anzahl der zu verpflanzenden Grafts extrem begrenzt, was unter Umständen einen zweiten Eingriff nötig macht. Zu guter Letzt ist die FUT-Technik eine ziemlich blutige Angelegenheit.

Die FUE-Methode

Die FUE-Technik ist derzeit die modernste Methode, um eine Haartransplantation vorzunehmen und wird zudem ständig weiterentwickelt. Die Abkürzung FUE steht für Follicular Unit Extraction also Extraktion follikulärer Einheiten. Ein Argument, das immer wieder vorgebracht wird ist, dass die Haare für diese Art von Haarverpflanzung kurz geschnitten werden müssen und sich deswegen nicht für eine Langhaartransplantation eignen würde.

Das ist aber so nicht ganz richtig. Je nachdem wie weit der Haarausfall bei der betroffenen Frau fortgeschritten ist, wird nur ein kleines Stück im Empfängerbereich rasiert, beziehungsweise kurz geschnitten. Aus diesem werden die Grafts mit einer speziellen Hohlnadel entnommen. Anschließend werden die Haarkanäle geöffnet, in welche die Grafts in einem zweiten Behandlungsschritt wieder eingesetzt werden.

Manche Kliniken, insbesondere in der Türkei, bieten auch die sogenannte Saphirtechnik an, bei der die Haarkanäle mit speziellen Skalpellen aus Saphir geöffnet werden, was die Heilungsphase noch einmal verkürzt. In manchen Fällen kann auch ein Choi Implanter Pen zum Einsatz kommen, was die Zeit der Haartransplantation gerade bei langen Haaren verkürzt, da hier ein kompletter Arbeitsschritt entfällt. Bei dieser Methode werden die Grafts sozusagen „Just in Time“ verpflanzt, das heißt sie werden sofort nach der Entnahme in den Spenderbereich eingesetzt.

Die Stelle, aus der die Follikel entnommen wurden, kann anschließend mit den langen Haaren verdeckt werden. Kommt diese Technik zur Anwendung, können etwa 1000 Grafts verpflanzt werden. Die FUE Methode ist extrem schonend. Sowohl für die Kopfhaut als auch für den Körper. Die Anwuchsrate der Grafts ist bei dieser Technik sehr hoch und das Ergebnis extrem natürlich. Die Gefahr, dass eine hässliche Narbe zurück bleibt, geht gegen Null. Außerdem ist die Heilungsphase kürzer als bei der FUT-Technik.

Was mache ich, wenn bei meiner Langhaartransplantation viele Grafts benötigt werden?

Werden viele Grafts benötigt, haben Sie natürlich die Möglichkeit eine FUT-Transplantation in Erwägung zu ziehen. Dennoch gibt es viele Argumente, die für eine Haartransplantation mit der FUE-Methode sprechen. Natürlich ist es nötig, die Haare kurz zu rasieren, wenn mehr als 1000 Grafts entnommen werden müssen. Aber Haare wachsen wieder nach und Sie können sich bereits nach kurzer Zeit einen flotten Kurzhaarschnitt beim Friseur schneiden lassen. Belohnt wird Ihre Geduld – bis die Haare wieder nachgewachsen sind – mit einem extrem natürlichen Ergebnis.

Eine Haartransplantation bei langen Haaren muss auch nicht exorbitant teuer sein. In der Türkei beispielsweise werden Haarverpflanzungen – auch bei langen Haaren – zu einem Bruchteil des Preises angeboten, der in Deutschland für einen solchen Eingriff fällig wird. Qualitativ steht eine Haartransplantation in der Türkei nicht hinter der in Deutschland zurück. Eher das Gegenteil ist der Fall. Viele Anbieter haben zudem sogenannte „Paketpreise“, in denen neben dem Eingriff selbst noch attraktive Zusatzleistungen enthalten sind, zum Beispiel der Aufenthalt in einem Luxushotel während des Eingriffs (in der Regel müssen Sie etwa drei Tage einplanen), Dolmetscherservice, PRP-Behandlung und vieles mehr.

Zudem werden in der Türkei Begriffe wie Gastfreundschaft und Kundenservice noch groß geschrieben. Die Angestellten der Klinik sind stets bestrebt, Ihnen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Auch die Kliniken selbst gleichen eher Luxushotels statt einem nüchternen Krankenhaus.

Fazit:

Haartransplantationen bei langen Haaren sind natürlich prinzipiell möglich, selbst mit der modernen und schonenden FUE-Methode. Ist der Haarausfall noch nicht allzu weit fortgeschritten, besteht die Möglichkeit, lediglich einen kleinen Bereich im Spenderbereich zu rasieren und die Grafts von dort zu entnehmen.


 
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