Haartransplantation ohne Rasur – wie und wann ist dies möglich?

Haartransplantation ohne Rasur

Für das Extrahieren und Implantieren der einzelnen Haarfollikel muss gewöhnlich der Empfangsbereich rasiert werden. Dabei sollten die Haare zwei bis drei Millimeter lang sein, damit eine einfache Extraktion der Haarfollikel möglich ist. Doch oftmals stellt genau diese Rasur ein Problem bei der Durchführung der Haartransplantation dar. Dies gilt nicht nur bei Menschen, die ihre Haare aus beruflichen, sozialen oder auch persönlichen Gründen nicht kurz schneiden können. Wer möchte schon eine kahle Stelle auf dem Kopf haben?

Viele, die über eine Transplantation nachdenken, überlegen es sich dann anders, wenn sie hören, dass ihr Kopf rasiert werden muss. Wer möchte sich schon mit einem kahl rasiertem Kopf in der Öffentlichkeit zeigen? Doch es gibt auch die Haartransplantation ohne Rasur bzw. die sogenannte „Unshaven Haarverpflanzung“, die auch oft als U-Haartransplantation bezeichnet wird. Wie sie funktioniert, welche Methode dies ermöglicht und für wen sich die Haartransplantation ohne Rasur eignet, wird im folgenden Ratgeber erläutert.

Die viel versprechende Haartransplantation ohne Rasur

Rund 80 Prozent der Männer sind bis zum 70. oder 80. Lebensjahr von Haarausfall betroffen. Meist ist der Haarverlust genetisch bedingt. Es gibt inzwischen wirksame Mittel, mit denen der Haarausfall gestoppt werden kann. Sie müssen allerdings rechtzeitig angewendet und meist dauerhaft eingenommen werden. Wenn sich auf dem Kopf bereits lichte oder sogar kahle Stellen gebildet haben, hilft meist nur noch eine Transplantation. Hierfür muss der Kopf jedoch kahl rasiert werden.

Das Umfeld soll bei den meisten jedoch im besten Fall nicht erkennen, dass eine Haartransplantation stattgefunden hat. Daher wird nach Lösungen gesucht, denn die Rasur ist oftmals nicht zufrieden stellend. Manche Betroffene planen sie auf einen bestimmten Termin oder kürzen sich die Haare vorsorglich, sodass der anschließende Eingriff nahezu unbemerkt bleibt. Natürlich ist dies nicht die ideale Lösung. Eine andere Möglichkeit ist die Haartransplantation ohne Rasur. Die Rede ist von der „Unshaven Haarverpflanzung“ oder Kurzform U-Haartransplantation.

Haartransplantation ohne Rasur – dank erweiterter FUE-Technik

Wenn man eine Transplantation plant, spielen verschiedene Faktoren eine entscheidende Rolle. Natürlich steht der Erfolg an erster Stelle. Danach kommen Aspekte wie Kosten und Ablauf, die ebenso sehr wichtig sind. Hinsichtlich des Ablaufs wird schnell klar, dass für die Haartransplantation oftmals eine Rasur notwendig ist. Schnell stellt sich die Frage, wie die Haarverpflanzung mit einer kompletten Rasur in den Alltag integriert werden kann. Verständlicherweise, denn immerhin möchte man seinen Alltag nach der Haarverpflanzung möglichst schnell wieder aufnehmen und zwar ohne komische Blicke oder Fragen.

Daher ziehen es die meisten natürlich vor, die komplette Rasur nach Möglichkeit zu vermeiden. Die Gründe liegen meist in der gesellschaftlichen und beruflichen Situation der Betroffenen. Dank der modernen Erweiterung der FUE-Technik ist es mittlerweile möglich, eine gänzliche Rasur zu umgehen. Die Anwendung der FUE-Technik kostet mehr Zeit als andere Methoden, ermöglicht jedoch sehr überzeugende natürliche Ergebnisse.

Durch die sehr kleinteiligen Schritte können während der längeren Operation weniger Grafts als normalerweise transplantiert werden. Da die Verpflanzung erheblich aufwendiger wird, steigt auch der Preis bei der Transplantation ohne Rasur. Berücksichtigt man allerdings die Vorteile, ist es eine sehr attraktive Alternative zu Methoden mit Rasur.

Welche Vorraussetzungen gibt es für die Haartransplantation ohne Rasur?

Es ist zum Teil möglich, eine Transplantation vorzunehmen, ohne im Vorfeld die Haare komplett abzurasieren. Doch dies ist nur dann möglich, wenn Geheimratsecken aufgefüllt werden sollen. Wenn geplant ist, den kompletten Kopf zu behandeln, müssen die Haare gänzlich gekürzt werden, um eine präzise Behandlung durchführen zu können.

Die effektivste und heutzutage am häufigsten verwendete Methode der Haartransplantation ist die moderne FUE-Technik. Hier werden keine großen Teile von der Kopfhaut, sondern mit einer Hohlnadel einzelne Haarfollikel inklusive Wurzel entnommen. Beim modernen FUE-Verfahren ohne Rasur ist es möglich, in zwei Sitzungen durchschnittlich etwa 4.000 Haarwurzeln zu verpflanzen. Jede Haarwurzel kann ein bis drei Haare produzieren. Nach der Entnahme werden die Follikel sofort millimetergenau dort eingesetzt, wo sie wachsen sollen.

Die Behandlung ist somit viel schonender. Die Kopfhaut wird wesentlich weniger beansprucht, sodass es nur zu kleinen Verletzungen kommt, die sehr schnell verheilen. Die Behandlung und Genesungsphase sind völlig schmerzfrei. Es müssen auch keine Narben befürchtet werden. Die verpflanzten Haarfollikel wachsen in der neuen Umgebung weiter und füllen somit die kahlen Stellen auf. Die transplantierten Haarwurzeln sorgen innerhalb weniger Wochen für dichte und natürliche Haare.

Fazit

Die plastische Chirurgie hat in den vergangen Jahren und Jahrzehnten verschiedene Verfahren und Methoden erforscht und erprobt, um die Rasur überflüssig zu machen. Das Ziel bei der Haartransplantation ohne Rasur ist, den Verlauf möglichst angenehm zu gestalten. Es ist daher nicht nur wichtig, dass ein natürlich wirkendes Ergebnis erzielt wird, sondern auch, dass die Betroffenen möglichst schnell wieder ihr Sozial- und Arbeitsleben aufnehmen können.

Es ist nicht gerade angenehm, die sich mit halb oder sogar gänzlich kahl rasiertem Kopf zu zeigen. Die Haartransplantation ohne Rasur war die perfekte Lösung, um dieses große Problem zu beseitigen und auch all jenen die Möglichkeit für eine Haarverpflanzung zu geben, die sich aufgrund der Rasur doch dagegen entschieden haben. Man muss sich bewusst sein, dass diese Methode aufwendig ist und die Transplantation ohne Rasur viel länger dauert. Doch es kann schnell in den Alltag zurückgekehrt werden, ohne sich vor allen für die vorgenommene Transplantation rechtfertigen zu müssen.

Fragen Sie nach der Möglichkeit, den Eingriff ohne Rasur durchzuführen. Er ist insbesondere dann möglich, wenn lediglich die Geheimratsecken betroffen sind. Die Technik kann zudem an Stellen angewandt werden, an denen die Haare nur licht geworden sind. Bei Patienten mit sehr großen kahlen Stellen ist die Rasur nach wie vor unumgänglich.


 
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