Anlagebedingter Haarausfall bei Frauen – weniger Haare um den Mittelscheitel

Anlagebedingter Haarausfall bei Frauen

Anlagebedingter Haarausfall, auch erblich bedingter Haarausfall genannt, trifft nicht nur Männer. Anlagebedingter Haarausfall bei Frauen zeigt sich anders als bei Männern mit dünner werdendem Haar um den Mittelscheitel. Häufig tritt dieser Haarausfall aufgrund der Hormonumstellung nach den Wechseljahren auf. Mit Minoxidil kann anlagebedingter Haarverlust bei Frauen behandelt werden.

Wie sich anlagebedingter Haarausfall bei Frauen bemerkbar macht

Anlagebedingter Haarausfall wird auch als erblich bedingter Haarausfall und als androgenetische Alopezie bezeichnet. Der erblich bedingte Haarausfall kann nicht nur vom Vater an den Sohn, sondern auch von der Mutter an den Sohn, vom Vater an die Tochter oder von der Mutter an die Tochter vererbt werden. Der Grund dafür: Der erblich bedingte Haarausfall kann auch bei Frauen auftreten.

Er macht sich jedoch anders als bei Männern bemerkbar. Während er bei Männern bereits im Alter von weniger als 20 Jahren auftreten kann und sich mit Glatze, Geheimratsecken und einem zurückweichenden Haaransatzt zeigt, tritt er bei Frauen zumeist erst nach dem 50. Lebensjahr auf. Er macht sich bei Frauen mit immer lichter werdendem Haar um den Mittelscheitel bemerkbar.

Nur bei wenigen Frauen zeigen sich ähnliche Haarausfallmuster wie bei Männern. Besonders schlimm für Frauen ist, dass der Haarausfall mit einem männlichen Behaarungstyp einhergehen kann. Die Haare wachsen dort, wo sie Frauen am meisten stören: über der Oberlippe, am Kinn, an Armen und Beinen sowie um die Brustwarzen.

Ursachen für erblich bedingten Haarausfall bei Frauen

Während etwa 60 bis 80 Prozent aller Männer von der androgenetischen Alopezie betroffen sind, ist die Zahl der betroffenen Frauen deutlich niedriger. Dennoch ist anlagebedingter Haarverlust bei Frauen die häufigste Form von Haarausfall, die Frauen treffen kann. Die häufigste Ursache ist eine genetische Häufung in der Familie. Tritt in Ihrer Familie vermehrt Haarverlust auf, könnten auch Sie irgendwann davon betroffen sein.

Weitere Ursachen sind Hormonumstellungen, beispielsweise nach einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren. Das männliche Sexualhormon Testosteron wird auch von Frauen gebildet. Wird es abgebaut, entsteht Dihydrotestosteron, das die Haarfollikel angreift und schließlich zum Haarausfall führt.

Feststellung von androgenetischer Alopezie bei Frauen

Bemerken Sie Anzeichen von anlagebedingtem Haarausfall und tritt in Ihrer Familie gehäuft Haarausfall auf, sollten Sie zum Hautarzt gehen. Er untersucht Kopfhaut, Haare und Blut und kann feststellen, welche Form von Haarausfall vorliegt. Der Hautarzt kann eine Behandlung vornehmen oder verschiedene Behandlungsmöglichkeiten empfehlen.

Behandlung von erblich bedingtem Haarverlust bei Frauen

Eine Behandlung von anlagebedingtem Haarausfall kann bei Frauen mit Minoxidil erfolgen. Minoxidil wurde ursprünglich als Blutdrucksenker verwendet, doch wird es aufgrund der starken Nebenwirkungen nur noch dann angewendet, wenn andere Mittel nicht wirken. Bei Minoxidil als Haarwuchsmittel sind die Nebenwirkungen weniger stark, da es nur äußerlich angewendet wird. Minoxidil ist unter dem Namen Regaine erhältlich und wird als Schaum oder als Lösung angeboten. Dabei sind spezielle Produkte für Männer und für Frauen verfügbar. Minoxidil wird je nach Produkt und Wirkstoffkonzentration ein- bis zweimal täglich auf den Kopf aufgetragen. Schwangere und stillende Frauen dürfen Minoxidil nicht verwenden.

Sind die Haarfollikel noch intakt, können sie durch Minoxidil wieder aktiviert werden und neue Haare hervorbringen. Dieser Erfolg ist jedoch nicht bei jeder Frau zu verzeichnen. Dort, wo sich noch Haare befinden, kann der Haarausfall mit Minoxidil gestoppt oder verzögert werden. Die ersten Erfolge sollten sich nach 10 bis 12 Wochen zeigen. Wird Minoxidil abgesetzt, setzt sich der Haarausfall weiter fort. Regaine muss also ständig angewendet werden, wenn die Behandlung erfolgreich sein soll.

Als Nebenwirkungen von Minoxidil als Haarwuchsmittel können

  • Juckreiz und Rötungen auf der Kopfhaut
  • trockene und schuppende Kopfhaut
  • Schwellungen im Gesicht
  • vermehrtes Haarwachstum außerhalb des behaarten Kopfes

auftreten.

Alternativen zu Minoxidil bei erblich bedingtem Haarausfall bei Frauen

Anlagebedingter Haarausfall bei Frauen kann mit verschiedenen alternativen Methoden behandelt werden, wenn die Haarfollikel noch nicht abgestorben sind:

  • PRP-Behandlung mit Eigenblut, das in einer Zentrifuge zu plättchenreichem Blutplasma aufbereitet und mit feinen Nadeln unter die Kopfhaut gespritzt wird
  • Microneedling mit einem Dermaroller, der mit sehr feinen Nadeln ausgestattet ist und über die Kopfhaut gerollt wird
  • Sauerstofftherapie, bei der Sauerstoff, der mit verschiedenen Wirkstoffen angereichert sein kann, mit Hochdruck in die Kopfhaut gepresst wird
  • Softlaser-Therapie mit einem niedrigenergetischen Laser, der mit einem Laserkamm oder einer Laserhaube auf die Kopfhaut gebracht wird
  • Mesohair-Therapie, bei der ein auf die Kopfhaut abgestimmter Wirkstoffcocktail aus Vitaminen, Mineralstoffen und Enzymen mit feinen Nadeln in die Kopfhaut

gespritzt wird.

Alle diese Behandlungsmethoden müssen in mehreren Sitzungen erfolgen, damit sie erfolgreich sind. Diese Methoden sind nur dann wirksam, wenn die Haarfollikel noch intakt sind. Sie können die Haarfollikel zur Bildung neuer Haare stimulieren.

Haartransplantation für Frauen

Ein anlagebedingter Haarverlust bei Frauen kann mit einer Haarverpflanzung dauerhaft behandelt werden. Die Haartransplantation basiert auf der FUE-Methode (Follicular Unit Extraction), bei der eine Rasur des Entnahmebereichs erfolgt. Die Haare werden zumeist vom Hinterkopf entnommen, sodass die rasierte Entnahmestelle von den vorhandenen Haaren verdeckt werden kann.

Die Haare vom Hinterkopf sind besonders robust. Sie sind resistent gegen Dihydrotestosteron, das für den Haarausfall sorgt. Mit einer Hohlnadel werden die Haarfollikel entnommen. Bevor sie transplantiert werden, müssen sie in einer Nährlösung aufbewahrt werden, damit sie nicht absterben. Im Transplantationsbereich werden die Kanäle für die Aufnahme der Haarfollikel mit einem Skalpell oder einer Nadel geöffnet. Die Haarfollikel werden eingepflanzt.

Ein anlagebedingter Haarausfall bei Frauen kann mit sanften, schonenden Formen der Haarverpflanzung behandelt werden. Es handelt sich dabei um Weiterentwicklungen der FUE-Methode, die mit mehr Präzision und einer noch höheren Haardichte überzeugen. Solche Methoden sind die Saphir-Methode, bei der im Transplantationsbereich mit Saphirklingen gearbeitet wird, oder die Diamantmethode, bei der die Kanäle mit Diamantklingen geöffnet werden. Besonders gut lässt sich anlagebedingter Haarverlust bei Frauen mit der DHI-Methode in den Griff bekommen, da nur in einem Arbeitsgang die Kanäle geöffnet und die Haarfollikel eingesetzt werden.

Fazit: Anlagebedingter Haarverlust bei Frauen ist nicht so selten

Anlagebedingter Haarausfall trifft Männer deutlich häufiger als Frauen und ist dennoch die häufigste Form von Haarausfall bei Frauen. Er zeigt sich bei Frauen mit immer dünner und lichter werdendem Haar um den Mittelscheitel, während er sich bei Männern mit Geheimratsecken, Stirnglatze und Glatze äußert. Frauen über 50 sind besonders häufig betroffen, da der Haarausfall durch eine Hormonumstellung in den Wechseljahren verstärkt auftreten kann.

Eine Behandlung mit Minoxidil ist möglich, doch ist sie nicht ohne Nebenwirkungen. Verschiedene alternative Methoden können den Haarausfall stoppen oder verzögern. Soll ein anlagebedingter Haarausfall bei Frauen dauerhaft behandelt werden, eignet sich eine Haartransplantation. Für die Eigenhaarverpflanzung werden die Haare vom Hinterkopf entnommen. Diese Haare sind robust und wachsen gut an.


 
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