Gen für Haarausfall entdeckt

Gen für Haarausfall entdeckt

Schönes und volles Haar stehen selbst in unserer heutigen durchaus aufgeklärten Zeit immer noch für Jugendlichkeit. Eine volle Haarpracht kann unter Umständen die beruflichen Chancen durchaus positiv beeinflussen oder auch die Gelegenheiten auf dem Datingmarkt verbessern.

Forscher arbeiten schon Jahrzehnten daran, das Gen für Haarverlust zu entdecken. Denn der erblich bedingte Haarausfall liegt tatsächlich in den Erbinformationen, die uns bei der Geburt sowohl von der Mutter als auch vom Vater mitgegeben werden.

Gen für Haarausfall entdeckt – die androgenetische Alopezie

Wie der wissenschaftliche Name des erblich bedingten Haarausfalls – androgenetische Alopezie – schon verrät, liegt die Ursache in den Genen.

Allerdings steckt die Forschung dazu noch in den Kinderschuhen. Wissenschaftler aus Bonn beziehungsweise aus Düsseldorf wollen herausgefunden haben, dass die Veranlagung zum Haarausfall von beiden Elternteilen vererbt werden.

Die Forscher haben das Erbgut von 300 Männern untersucht, die unter starkem Haarausfall leiden.

An zwei Stellen im Genom wurden bei den Probanden auffällige Gemeinsamkeiten entdeckt. Was im Umkehrschluss heißt, dass die Gene, die an dieser Stelle sitzen durchaus Einfluss darauf haben können, ob dem Mann die Haare ausfallen oder nicht.

In einer dieser Regionen liegt übrigens der Androgenrezeptor, bei dem schon aus vorherigen Studien bekannt war, dass er für den Haarverlust beim Mann mit verantwortlich ist. Lediglich die andere Stelle im Genom ist neu.

Wurde jetzt also das Gen für Haarausfall entdeckt?

Die Studienergebnisse zeigen lediglich auf, dass mehrere Gene beim erblich bedingten Haarausfall eines Mannes eine Rolle spielen. Interessant sind allerdings die Befunde, wie die Gene vererbt werden. Vor dieser Studie war lediglich bekannt, dass das Risikogen für den Androgenrezeptor auf dem X-Chromosom liegt. Also auf dem Chromosom, das von der Mutter vererbt wird.

Leidet also der Opa mütterlicherseits unter erblich bedingtem Haarausfall, stehen die Chancen relativ „gut“, dass dem Sohn früher oder später auch eine Glatze droht.

Das neu entdeckte Gen für Haarausfall hingegen liegt auf dem Chromosom 20 – das von beiden Elternteilen vererbt werden kann. Das erklärt wiederum, warum beide – Vater und Sohn – oft unter ähnlichem Haarausfall leiden.

Das eine Gen für Haarausfall wurde bei dieser Studie übrigens nicht entdeckt. Die Wissenschaftler vermuten, dass mehrere Gene für den erblich bedingten Haarausfall verantwortlich sein können. Die Studie wird dementsprechend fortgesetzt.

Richtig wiederum ist, dass das Gen entdeckt wurde, das für die Erkrankung Hypotrichosis simplex verantwortlich ist. Bei dieser Krankheit fallen die Haare bereits im Kindesalter aus. Verantwortlich dafür soll eine Mutation im Gen LSS sein. Warum genau die Haare allerdings ausfallen, konnte auch in dieser Studie nicht genau geklärt werden. Allerdings kann die Entdeckung der Mutation dabei helfen, die extrem seltene Krankheit besser zu diagnostizieren.

Das Gen für Haarausfall wurde also bis zum heutigen Tage nicht genau lokalisiert.

Was kann mir bei androgenetischem Haarausfall helfen?

In früheren Zeiten mussten Sie sich einfach damit abfinden, wenn die Haare immer lichter wurden, und früher oder später die Glatze drohte. Doch zum Glück hat sich die Medizin enorm weiterentwickelt. Es gibt derzeit zwei Behandlungsmöglichkeiten, die bei androgenetischem Haarausfall helfen, aber nur eine davon ist dauerhaft.

1) Finasterid

Das Medikament – besser bekannt unter dem Namen Propecia, Finapil oder Finapil Ratiopharm – ist das weltweit am meisten eingenommene Medikament gegen Haarausfall. Finasterid hemmt die Entwicklung des Hormons DHT das wiederum aus Testosteron gebildet wird. Beim erblich bedingten Haarausfall reagieren die Haarfollikel empfindlich auf DHT, die Anagenphase verkürzt sich, bis sie irgendwann ganz ausbleibt, und sich kahle Stellen bilden.

Finasterid ist aber eine zweischneidige Sache. Zum einen darf das Medikament nur von Männern eingenommen werden. Zum anderen hat Finasterid zum Teil erhebliche Nebenwirkungen wie Depressionen, Angststörungen, Verlust der Libido und Erektionsstörungen. Wird das Medikament wieder abgesetzt, fallen auch die Haare wieder aus, so manche Nebenwirkung verschwindet aber nicht mehr.

1) Haartransplantation

Die zweite Möglichkeit dem ungeliebten Haarausfall zu Leibe zu rücken, und das dauerhaft und völlig frei von Nebenwirkungen, ist eine Haartransplantation. Dieser Eingriff kann übrigens sowohl an Frauen als auch an Männern durchgeführt werden. Denn auch Frauen sind vom erblich bedingten Haarausfall betroffen. Nur meist sehr viel später – nämlich mit dem Einsetzen der Wechseljahre.

Bei einer Haartransplantation werden, vereinfacht erklärt, die Haare von der einen Region auf dem  Kopf (dem Spenderbereich) in eine andere Region auf dem Kopf verpflanzt (dem Empfängerbereich).

Etabliert haben sich zwei Methoden. Die FUT-Technik und FUE-Technik.

Bei der FUT-Technik werden die Haarfollikel aus einem vorher entnommenen Hautstreifen extrahiert. Bei der FUE-Technik werden die Grafts (so werden die Follikel auch genannt) einzeln aus dem Spenderbereich entnommen.

Der Spenderbereich liegt im sogenannten Haarkranzbereich zwischen den Ohren. Die Haare die dort wachsen sind relativ unempfindlich gegen das Hormon DHT beziehungsweise sogar resistent. Sogar dann, wenn der Haarausfall schon ziemlich weit fortgeschritten ist, wachsen in diesem Bereich bei Männern noch Haare.

Bis das eine Gen für Haarausfall im Erbgut entschlüsselt ist, wird noch sehr viel Zeit vergehen. Eine Haartransplantation kann dem Betroffenen sofort helfen, wieder volles Haupthaar zu bekommen – völlig Nebenwirkungsfrei. Der Eingriff muss auch nicht teuer sein. In der Türkei sind Haarverpflanzungen schon für relativ günstiges Geld zu haben – bei gleicher wenn nicht sogar besserer Qualität als in Deutschland.

Gen für Haarausfall entdeckt – unser Fazit

Den meisten Menschen, die vom erblich bedingten Haarausfall betroffen sind, ist es herzlich egal, ob sie die Erbinformationen von ihrer Mutter oder von ihrem Vater mitbekommen haben. Sie wollen ein Mittel gegen ihren dauerhaften und unwiederbringlichen Haarverlust.

Das Einzige was bei einer androgenetischen Alopezie hilft, ist bis zum heutigen Tag eine Haartransplantation.

Auch wenn Forscher irgendwann DAS Gen finden das am Haarverlust schuld ist, sollte man es sich lieber zweimal überlegen, ob man an seinen Erbinformationen herumspielen lassen soll.