Medikamente für Haarwachstum

Medikamente für Haarwachstum

Haarausfall ist ein weit verbreitetes Problem. Gerade vom erblich bedingten Haarausfall (androgenetische Alopezie) ist etwa jeder zweite Mann und etwa 40% der Frauen betroffen. Wäre es da nicht schön, einfach ein paar Tabletten „einzuwerfen“ oder sich eine Tinktur auf die Haare zu geben und diese wachsen wieder?

Nachstehend möchten wir Ihnen die bekanntesten Medikamente für Haarwachstum vorstellen. Den Anfang möchten wir mit dem wahrscheinlich bekanntesten machen: Finasterid.

Wenn Sie die Einnahme von Medikamenten für das Haarwachstum in Erwägung ziehen, möchten wir Ihnen dringend ans Herz legen zunächst einmal Ihren Hausarzt aufzusuchen, um festzustellen unter welcher Art von Haarausfall Sie eigentlich leiden. Diffuser Haarausfall und auch der Kreisrunde Haarausfall (Alopezia Areata) lassen sich in der Regel relativ gut behandeln und die Haare sprießen irgendwann wieder.

Medikamente für Haarwachstum – Finasterid

Finasterid, besser bekannt unter den Handelsnamen Propezia, Finapil oder Finasterid Ratiopharm ist seit 1998 auf dem deutschen Markt zugelassen. Ursprünglich wurde das Medikament entwickelt, um Männern mit einer gutartigen Prostatavergrößerung zu helfen. Das Medikament half aber nicht nur gegen die Prostatavergrößerung. Bei Männern, die Finasterid verschrieben bekamen, begannen auch die Haare wieder zu sprießen, die durch erblich bedingten Haarverlust ausgefallen waren.

Medikamente für Haarwachstum – so wirkt Finasterid

Finasterid greift in den Stoffwechsel der männlichen Hormone ein, genauer gesagt als 5-Alpha-Reduktasehemmer. Die 5-Alpha-Reduktase sorgt wiederum dafür, dass das Testosteron in das Dihydrotestosteron umgewandelt wird, also genau in den Stoff, aus dem die Albträume für die meisten Haarwurzeln von Männern gemacht sind. Genauer gesagt: bei erblich bedingtem Haarausfall, der androgenetischen Alopezie, reagieren die Haarwurzeln empfindlich auf das DHT. Zuerst verkürzt sich die Wachstumsphase bis irgendwann mal keine Haare mehr nachwachsen. DHT stimuliert übrigens auch das Wachstum bestimmter Prostatazellen, was zu einer gutartigen Vergrößerung der Prostata führen kann.

Finasterid ist tatsächlich ein wirksames Mittel bei erblich bedingtem Haarausfall. Sollten Sie also mit dem Gedanken spielen sich Medikamente für Haarwachstum verschreiben zu lassen, dann wäre es ratsam zunächst einmal abzuklären, unter welcher Form von Haarverlust Sie leiden, wie wir ja schon eingangs erwähnt haben. Finasterid wirkt nämlich nur zuverlässig bei androgenetischer Alopezie und hat außerdem erhebliche Nebenwirkungen.

Manche Bodybuilder nehmen Finasterid ein, um dem Haarausfall durch anabole Steroide entgegenzuwirken. Anabolika sind nämlich nichts anderes als synthetisches Testosteron.

Die Nebenwirkungen

Wo Licht ist, da ist auch Schatten. Bei Finasterid ist das leider auch so. Die Nebenwirkungen dieses Medikaments sind nicht unerheblich.

  • Erektionsstörungen
  • Depressive Verstimmungen, die bis hin zu Suizidgedanken gehen können
  • Impotenz
  • Sexuelle Unlust
  • Wachstum von „Männerbrüsten“

Relativ häufig ist es sogar so, dass die Nebenwirkungen sogar nach Absetzen des Medikaments weiter bestehen können – die Haare fallen dann aber wieder aus. Die Medizin spricht dann vom Post-Finasterid-Syndrom Frauen dürfen das Medikament überhaupt nicht nehmen, da zum Beispiel bei einer Schwangerschaft die Gefahr besteht, dass ein männlicher Fötus geschädigt werden könnte.

Finasterid ist zwar verschreibungspflichtig, muss aber vom Patienten selbst bezahlt werden. Die Krankenkassen übernehmen in der Regel keine Kosten.

Medikamente für Haarwachstum – Minoxidil

Ein weiteres Medikament, das für seine haarwachstumsfördernde Wirkung bekannt ist, hatte ursprünglich eigentlich auch ein ganz anderes Einsatzgebiet, nämlich den Bluthochdruck. Die Rede ist natürlich von Minoxidil. 1988 wurde das Medikament erstmals zugelassen. 1996 fiel der Patentschutz und seitdem ist der Wirkstoff in zahlreichen Medikamenten gegen Haarverlust zu finden. Minoxidil kann sowohl von Frauen als auch von Männern verwendet werden.

Medikamente für Haarwachstum – so wirkt Minoxidil

Minoxidil wird bei Haarausfall äußerlich angewandt. Als Schaum oder als Lösung wird das Medikament auf die betroffene Stelle aufgetragen. Auf diese Weise wird der erblich bedingte Haarausfall verlangsamt und in manchen Fällen kann es auch sein, dass die Haare wieder vermehrt anfangen zu sprießen.

Wie genau das Minoxidil wirkt, ist bis heute nicht endgültig geklärt. Forscher vermuten, dass das Haarwachstum etwas mit der Durchblutungssteigerung zu tun hat. Bei Frauen wirken Lösungen mit 2% Minoxidilanteil, Männer benötigen etwas mehr, nämlich 5%.
Manche sehr junge Männer verwenden Minoxidil auch dafür, um das Bartwachstum zu stimulieren. Eine Wirksamkeit wurde allerdings noch nicht bestätigt.

Wer Minoxidil gegen Haarausfall einsetzen möchte, der muss ein bisschen Geduld mitbringen. Das Medikament braucht einige Monate, bis es seine volle Wirkung entfalten kann. Dazu muss es mindestens zweimal täglich aufgetragen werden – ein Leben lang.

Die Nebenwirkungen

Die einzig bekannte Nebenwirkung bei einer Anwendung von Minoxidil gegen Haarausfall ist, dass es unter gewissen Umständen zu Juckreiz auf der Kopfhaut kommen kann. Das kann aber wiederum auf den Alkohol zurückzuführen sein, der in den Lösungen enthalten ist.

Minoxidil wirkt bei erblich bedingtem Haarausfall. Dieser darf aber noch nicht all zu weit fortgeschritten sein. Denn aus einer Halbglatze eine Löwenmähne zu machen, schafft dieser Wirkstoff leider nicht (Finasterid übrigens auch nicht).

Medikamente für Haarwachstum – Alternativen

Natürlich gibt auch die Hausapotheke einiges her, um das Haarwachstum wieder anzuregen. Die schlechte Nachricht ist allerdings, dass diese bei androgenetischer Alopezie meist nicht wirken.

Der Klassiker schlechthin, um das Haarwachstum einerseits zu beschleunigen und andererseits die Haare (und übrigens auch die Nägel) zu kräftigen, ist wahrscheinlich Kieselerde. Diese wiederum enthält Silicium, das eine gesunde und feste Haarstruktur unterstützt.
Ein weiterer Faktor, der sich positiv auf das Haarwachstum auswirken kann, ist natürlich die Ernährung. Denn der Körper benötigt bestimmte Vitamine und Mineralstoffe, damit die Kopfbehaarung schön und kräftig wachsen kann. Nachstehend möchten wir einige aufzählen.

  • Vitamin A ist zum Beispiel in Karotten, Feldsalat, Kichererbsen, Aprikosen und Mango enthalten. Dieses Vitamin unterstützt kräftiges Haarwachstum
  • Vitamin B7 (auch Vitamin H oder Biotin genannt) wiederum kräftigt die Haarwurzel und wirkt so Haarausfall entgegen. Enthalten ist es in zum Beispiel in Hafer, Fleisch, Hefe, Gurken, Eigelb und Mandeln
  • Eisen sorgt für das Wachstum der Haare in den Haarwurzeln. Enthalten ist es zum Beispiel in Hefe, Quinoa, Leber, Tomaten und Kürbiskernen
  • Kupfer wiederum benötigt der Körper, um überhaupt Eisen aufnehmen zu können. Außerdem kann es die Haarstruktur verbessern. Enthalten ist dieses Spurenelement zum Beispiel in Bohnen, Erbsen, Nüssen und Linsen

Das sind natürlich nur ein paar Beispiele. Fakt ist aber, dass Sie mit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung durchaus etwas für Ihre Haare tun können.

Das gilt aber nicht für den erblich bedingten Haarausfall. Denn ob jemand darunter leidet oder leiden wird, ist in unserem genetischen Code festgelegt. Doch natürlich gibt es auch hier eine Alternative zu Finasterid und Co.: Die Haartransplantationen.

Bei einer Haarverpflanzung oder Eigenhaartransplantation werden zunächst Haare aus dem sogenannten Spenderbereich entnommen. Dieser sitzt im Haarkranzbereich (Donorbereich) am Hinterkopf zwischen den Ohren. Das Besondere an den Haaren, die dort wachsen ist, dass ihre Follikel relativ unempfindlich gegen das Hormon DHT sind. Vielleicht ist Ihnen auch schon einmal aufgefallen, dass selbst bei Menschen, bei denen der Haarverlust schon relativ weit fortgeschritten war, dort immer noch Haare sprießen.

Die von dort entnommenen Follikel werden anschließend wieder in den Empfängerbereich eingesetzt. Sind übrigens nicht genügend Haare im Donorbereich vorhanden, besteht bei der modernen FUE Methode auch die Möglichkeit, die Haare aus anderen Körperbereichen zu entnehmen. Es muss ja schließlich niemand wissen, woher die Haare stammen, die Ihnen wieder zu einer schönen und vollen Haarpracht verholfen haben.

Medikamente für Haarwachstum – Unser Fazit:

In der modernen Medizin gibt es durchaus Medikamente für Haarwachstum, die wirken und dem erblich bedingten Haarausfall entgegen wirken. Doch gerade bei dem Wirkstoff Finasterid sollten Sie auch die nicht ganz unerheblichen Nebenwirkungen auf keinen Fall außer Acht lassen.Einen Haken haben außerdem beide Wirkstoffe. Sie müssen bis zum Lebensende eingenommen beziehungsweise aufgetragen werden, sonst fangen die Haare wieder an auszufallen.

Gerade wenn Sie unter erblich bedingtem Haarausfall leiden, sollten Sie eine Haartransplantation als Alternative durchaus ins Auge fassen. So ein Eingriff muss auch nicht teuer sein. Gerade in der Türkei werden Haartransplantationen zu sehr günstigen Preisen angeboten, die qualitativ sehr gut sind und zudem noch das gewisse Extra an Service bieten.