Plötzlicher Haarausfall bei Männern

Plötzlicher Haarausfall bei Männern

Schöne, gepflegte und vor allem volle Haare sind immer noch das klassische Schönheitsideal schlechthin. Umso schockierender ist es, wenn die Haarpracht langsam aber sicher immer lichter wird und irgendwann die Kopfhaut zwischen den verbliebenen Haaren durchscheint. Als allererstes gilt es, zunächst einmal Ruhe zu bewahren und der Ursache des Haarausfalls auf den Grund zu gehen.

Plötzlicher Haarverlust bei Männern und seine Ursachen

Die Ursachen warum Haare plötzlich bei Männern ausfallen sind so verschieden wie die Männer selbst. Allerdings ist es eher selten, dass Haare auf einmal von heute auf morgen ausfallen, nimmt man schlimme Verletzungen, Unfälle und starken Stress einmal aus.

Ebenso selten ist es, dass die Haare auf einmal büschelweise morgens im Waschbecken liegen, beziehungsweise in der Bürste hängen. Meist ist eine solche Situation auf eine Mangelernährung zurückzuführen, in extrem Fällen auf eine Strahlenvergiftung. In der Regel ist der Haarverlust eher schleichend und fällt ironischerweise den meisten erst dann auf, wenn etwa 50% der Haare sich schon verabschiedet haben.

Plötzlicher Haarausfall bei Männern – der diffuse Haarausfall

Eine Ursache für Haarausfall bei Männern kann der diffuse Haarausfall sein. Bei dieser Art des Haarverlusts dünnen sich die Haare gleichmäßig über den Kopf verteilt aus.Der Auslöser, warum die Haare ausfallen, ist sehr unterschiedlich.

Die Ursachen sind unter anderem

  • Stress
  • Nebenwirkungen von Medikamenten
  • Schilddrüsenüber- beziehungsweise Unterfunktion
  • Mangelernährung
  • Stoffwechselstörungen
  • Hormonschwankungen
  • Erkrankungen der Leber
  • Diabetes

Wenn Sie wissen wollen, woher ihr plötzlicher Haarausfall kommt, sollten Sie den Gang zum Arzt nicht scheuen. Dieser stellt mit einer ausgiebigen Anamese, zu der auch ein Zupftest gehört, fest, ob es sich tatsächlich um diffusen Haarausfall handelt.

Denn eines sollten Sie nicht außer Acht lassen: Ein gewisses Maß von Haarverlust ist völlig normal. Jeder Mensch verliert etwa 100 Haare am Tag, an Tagen, an denen die Haare gewaschen werden, können es sogar mehr werden.

Steht die Diagnose „diffuser Haarausfall“ fest, wird der Arzt die entsprechende Therapie festlegen.

Die androgenetische Alopezie

Die häufigste Form von Haarverlust ist die androgenetische Alopezie (AGA). Sie tritt, rein statistisch gesehen, bei etwa jedem zweiten Mann auf.

Der erblich bedingte Haarausfall, wie die androgenetische Alopezie auch genannt wird, beginnt meistens etwa ab dem zwanzigsten Lebensjahr bei einem Mann. Sie zeigt sich meistens an den sogenannten Geheimratsecken, die zunächst immer höher werden. Im weiteren Verlauf entsteht die Tonsur, also eine kahle Stelle am Hinterkopf. Irgendwann verbinden sich Geheimratsecken und Tonsur und die typische Halbglatze mit Haarkranz entsteht.

Die Ursache liegt, wie der Name schon verrät, in unseren Genen. Wenn also jemand in Ihrer näheren Familie eine Glatze aufgrund androgenetischer Alopezie hatte, stehen die Chancen relativ „gut“, dass auch bei Ihnen die Haare ausfallen.

Bei der androgenetischen Alopezie reagieren die Haarwurzeln empfindlich auf das Androgen DHT, welches wiederum aus dem männlichen Testosteron gebildet wird. Zunächst verkürzt sich die Wachstumsphase, wodurch es zu einer Miniaturisierung der Haare kommt. Das heißt, die Haare wachsen immer feiner nach und werden auch nicht mehr so lang wie die ursprünglichen Haare. Irgendwann stellen die Follikel die Produktion neuer Haarwurzeln komplett ein und sterben ab.

Das einzige Mittel, dass langfristig und nachhaltig gegen den erblich bedingten Haarausfall wirkt, ist eine Haartransplantation. Dabei werden Haare aus dem Haarkranzbereich entnommen und dort eingesetzt, wo sie benötigt werden, um kahle Stellen wieder aufzufüllen. Das besondere an den Haaren aus dem Haarkranzbereich: Sie sind relativ unempfindlich gegen DHT.

Aufgrund der Miniaturisierung der Haare wird auch die androgenetische Alopezie relativ häufig von Männern als plötzlich eintretend wahrgenommen.

Der kreisrunde Haarausfall

Bei der Alopecia Areata handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, deren Ursachen bis heute im Dunkeln liegen. Das eigene Immunsystem fängt auf einmal an, die Haarfollikel als Fremdkörper zu identifizieren und diese entsprechend zu attackieren. Dadurch entstehen Entzündungen an, beziehungsweise in den Follikeln und die Haare fallen aus. Zurück bleiben kreisrunde bis leicht ovale Stellen, die scharf gegen weiterhin behaarte Gebiete auf dem Kopf abgegrenzt sind. Neue Haare werden nicht gebildet.

Von vielen Männern wird die Alopecia Areata als plötzlicher Haarausfall wahrgenommen, da die lichten Stellen über den Kopf verteilt auftreten. Wie bereits eingangs erwähnt, fällt den meisten erst auf, dass etwas mit dem Haarwuchs nicht stimmt, wenn schon etwa 50% der Haare verschwunden sind.

Die Therapie der Alopecia Areata beschränkt sich lediglich darauf, die Symptome zu bekämpfen. In manchen Fällen verschwindet diese Autoimmunerkrankung von ganz alleine wieder, in anderen Fällen wiederum kann sie schubweise auftreten.

Der mechanische Haarausfall

Eine weitere Ursache von plötzlichem Haarausfall bei Männern soll an dieser Stelle näher beleuchtet werden – der mechanische Haarausfall. Dieser kann im Grunde genommen zwei Ursachen haben:

Die Trichotillomanie

Hier handelt es sich um eine psychische Erkrankung, bei der die Betroffenen ohne Grund beginnen, sich zwanghaft die Haare auszureißen. Dabei kann es sich um einzelne Haare handeln oder um ganze Haarbüschel. Manche Betroffene essen die ausgerissenen Haare danach sogar auf. Diese Form wird dann Trichophagie genannt.

Das Ausreißen der Haare wird von den Betroffenen normalerweise als nicht schmerzhaft empfunden, manche empfinden es sogar als angenehm, weil der kurze Schmerz der beim Ausreißen der Haare entsteht, hilft psychischen Druck abzubauen.

Bei der Trichotillomanie handelt es sich um eine Zwangsstörung, die definitiv in ärztliche Hände gehört.

Die Traktionsalopezie

Eine andere Form von „plötzlichem Haarausfall bei Männern“ ist die Traktionsalopezie. Diese entsteht dann, wenn ständig Zug an den Haaren ist, beispielsweise durch eine Pferdeschwanzfrisur oder den „Man-Bun“, eine Frisur, die sich einer immer größeren Beliebtheit bei Männern erfreut.

Durch die ständige Zugwirkung auf die Haare kann es durchaus vorkommen, dass die Haarwurzeln so beschädigt werden, dass die ausgerissenen Haare nicht mehr nachwachsen. Das geschieht allerdings nicht von heute auf morgen. Denn zunächst bilden die Follikel immer noch Haare, die aber sehr viel feiner sind.
Bleibt der Zug auf den Haaren weiterhin bestehen, sterben die Follikel irgendwann ab und es werden keine neuen Haare mehr produziert. Der ganze Haaransatz rutscht sozusagen einmal nach hinten.

Nicht jeder, der gerne eine Frisur trägt, bei der die Haare aus dem Gesicht gebunden werden, ist automatisch von einer Traktionsalopezie bedroht. Trotzdem empfiehlt es sich, die Haare zwischendrin hin und wieder offen zu tragen.

Andere Ursachen von „Plötzlicher Haarausfall bei Männern“

  • Anabolikakonsum – also Doping, um den Muskelzuwachs zu erhöhen
  • Pilzinfektionen der Kopfhaut
  • Entzündungen

Es gibt also vielfache Ursachen des Haarverlustes, die von einem Facharzt geklärt werden sollten.