Wachsen entnommene Haare nach der Haartransplantation?

Haare nach der Haartransplantation?

Bei einer Eigenhaarverpflanzung werden zunächst Haarfollikel aus dem sogenannten Spenderbereich oder Donor Area entnommen und anschließend in den Empfängerbereich wieder eingesetzt, um dort kahle oder lichte Stellen wieder aufzufüllen.

Der Donor-Bereich liegt im Haarkranz zwischen den Ohren. Das Besondere an den Haaren, die dort wachsen: Sie sind relativ unempfindlich gegen das Androgen DHT, einer der Hauptverursacher der androgenetischen Alopezie.

Verständlicherweise wollen Sie sich nach Ihrer Haartransplantation so schnell wie möglich an ihrer neuen Haarpracht erfreuen. Trotzdem ist anzuraten, etwas Geduld mitzubringen, denn auch für eine Haartransplantation gilt „Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man daran zieht“.

Wachsen entnommene Haare nach der Haartransplantation im Spenderbereich nach?

Eine Frage, die immer wieder gestellt wird ist: Wachsen entnommene Haare im Spenderbereich wieder nach? Diese ist natürlich mit „Nein“ zu beantworten.

Die Grafts werden ja komplett mit Haarwurzeln entnommen. Deshalb ist die Antwort klar: Wo keine Haarwurzeln mehr sind, können auch logischerweise keine Haare mehr nachwachsen.

Was jetzt aber nicht heißen soll, dass der Spenderbereich nach einer erfolgten Haartransplantation in der Heilungsphase weniger Aufmerksamkeit bekommen soll. Denn ebenso wie im Empfängerbereich hilft auch hier eine gute Pflege bei der Heilung enorm.

Ebenso wie im Empfängerbereich muss auch im Donorbereich die erste Haarwäsche nach etwa zwei Tagen erfolgen und auch hier gilt: In dieser Zeit nie und auf gar keinen Fall kratzen! Egal wie schlimm es juckt. Sonst besteht das Risiko, dass Entzündungen entstehen und sich Narben bilden.

Apropos Narben. Ein guter Arzt wird bei einer FUE-Haartransplantation darauf achten, dass nicht zu viele Grafts an einer Stelle entnommen werden. So bleiben auch keine kahlen Stellen zurück.

Bei der FUT-Methode wird ja ein kompletter Hautstreifen entnommen. Hier wird die Wunde so vernäht, dass nur eine schmale Narbe zurück bleibt, die mit den längeren Haaren verdeckt werden kann. Dafür muss der behandelnde Arzt, beziehungsweise Spezialist, sein „Handwerk“ sehr gut beherrschen. Denn sonst besteht die Gefahr, dass eine hässliche wulstige Narbe zurück bleibt.

Warum werden eigentlich die Haare aus dem Haarkranzbereich entnommen?

Wenn Sie sich einen Mann mit einer Glatze schon einmal näher angeschaut haben, wird Ihnen sicherlich aufgefallen sein, dass die Haare im sogenannten „Haarkranzbereich“ trotz allem immer munter weiter wachsen. Das liegt daran, dass die Follikel dort dem Androgen DHT sozusagen weniger Angriffsfläche bieten.

Diese genetischen Informationen behalten die Haare auch bei, wenn sie verpflanzt wurden, weswegen auch kein Risiko besteht, dass der erblich bedingte Haarausfall auch bei den verpflanzten Grafts erneut zuschlägt.

Wachsen entnommene Haare nach der Haartransplantation im Empfängerbereich und wie schnell?

Doch die entscheidende Frage bei einer Haartransplantation bleibt doch eigentlich: Wie schnell wachsen entnommene Haare nach der Haartransplantation?

Schließlich hat man sich ja einem solchen Eingriff unterzogen, um möglichst bald wieder mit einer schönen und vollen Haarpracht glänzen zu können. Grundvoraussetzung dafür ist allerdings, dass Sie sich an die Anweisungen des Arztes halten, die den Heilungsprozess betreffen. Das oberste Gebot heißt, ebenso wie im Spenderbereich: Sie dürfen sich nicht kratzen – egal wie schlimm es juckt. Kurz nach dem Eingriff sind die frisch eingesetzten Grafts noch extrem empfindlich und vor allem noch nicht richtig eingewachsen. Beginnen Sie damit, die juckenden Stellen mit den Fingernägeln zu „traktieren“, besteht die Gefahr, dass Sie die Grafts gleich wieder aus den Haarkanälen herauskratzen.

Außerdem sollten Sie in den ersten sieben Tagen nach dem Eingriff jegliche (und damit ist wirklich jede gemeint) körperliche Anstrengung vermeiden. Sonst besteht das Risiko, dass die Wunden beginnen zu bluten und so die Follikel sozusagen herausgeschwemmt werden.

Kurz nach der Haartransplantation bilden sich – ebenso wie im Spenderbereich – auch Krusten auf dem Empfängerbereich. Diese sollten bei der richtigen Pflege nach etwa zehn Tagen verschwunden sein. Die Kopfhaut kann dann eine leichte Rosafärbung angenommen haben, die aber mit der Zeit verblasst.

Etwa drei Wochen lang sollten Sie Ihren Kopf vor direkter Sonneneinstrahlung schützen. Auch Sauna und Solarium sind in dieser Zeit absolut tabu.

Etwa vierzehn Tage – bei manchen dauert es auch vier Wochen – nach der Haartransplantation müssen Sie sehr tapfer sein. Denn die frisch transplantierten Haare fallen zu diesem Zeitpunkt zunächst einmal wieder aus. Das liegt daran, dass die Follikel während der Transplantation kurz von der Nährstoffversorgung des Körpers getrennt waren. Die Haare, die sich zu diesem Zeitpunkt noch darin befunden haben, sind also abgestorben. Aber keine Angst, die Follikel gehen lediglich in die sogenannte Ruhephase.

Nach etwa drei Monaten fangen dann endlich die ersten richtigen neuen Haare wieder an zu wachsen. Diese sind zunächst noch sehr fein. Im weiteren Verlauf wird der Haarwuchs aber immer dichter.

Nach etwa sechs bis acht Monaten kommt dann, salopp ausgedrückt, richtig Bewegung auf den Kopf. Die Haare wachsen jetzt sehr viel dichter nach. Nach etwa 12 Monaten können Sie sich dann an Ihrer neuen Haarpracht richtig erfreuen.

Wie schnell die entnommenen Haare nach einer Haartransplantation nachwachsen, kann an dieser Stelle nicht pauschal beantwortet werden. Es gibt sogenannte „Fast Grower“ bei denen man schon nach etwa sechs Monaten sieht wie das fertige Ergebnis aussehen könnte. Dann gibt es noch die sogenannten „Slow Grower“, bei denen es sogar 14 Monate dauern kann, bis die verpflanzten Haare nachgewachsen sind.

Die Schnelligkeit des Haarwachstums ist übrigens, ebenso wie die androgenetische Alopezie, genetisch festgelegt. Die in den Empfängerbereich eingesetzten Haare wachsen ein Leben lang nach.

Wachsen entnommene Haare nach der Haartransplantation – Fazit

Die entnommenen Haare aus dem Spenderbereich wachsen natürlich nicht nach. Denn bei den Grafts handelt es sich ja um die Follikel, in denen die Haarwurzeln gebildet werden. Wo keine Haarwurzel mehr ist, kann auch kein Haar mehr nachwachsen.

Deswegen verteilt der behandelnde Spezialist, beziehungsweise Chirurg, die Entnahme der Follikel im Spenderbereich so, dass eine Eigenhaarverpflanzun später nicht auffällt.

Im Empfängerbereich dauert es etwa drei Monate bis sich die ersten Haare zeigen. Diese sind zunächst noch sehr fein wie Babyhaare. Was ja an sich auch nicht verwunderlich ist, denn schließlich handelt es sich ja um neue Haare.

Ab dann wachsen die Haare allerdings immer dichter nach. Je nach Veranlagung kann man bei manchen Betroffenen schon nach etwa sechs Monaten sehen, wie das fertige Ergebnis aussehen wird, bei anderen kann es aber auch bis zu vierzehn Monate dauern (Fast Grower und Slow Grower).


 
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