Antidepressivum ohne Haarausfall – eine Seltenheit

Antidepressivum ohne Haarausfall

Antidepressiva werden nicht immer nur zur Behandlung von Depressionen, sondern auch von Schlafstörungen, Ängsten oder Zwangsstörungen verordnet. Die Antidepressiva haben häufig schwerwiegende Nebenwirkungen. Ein Antidepressivum ohne Haarausfall gibt es kaum. Ein Haarausfall muss jedoch nicht zwangsläufig auftreten, wenn Sie Antidepressiva einnehmen. Welche Nebenwirkungen auftreten, hängt von der persönlichen Verfassung ab.

Antidepressivum ohne Haarausfall – eher eine Ausnahme

Die Ärzte tendieren schnell dazu, Antidepressiva zu verordnen. Nicht immer ist die Einnahme von Antidepressiva tatsächlich erforderlich. Häufig werden Antidepressiva nicht nur zur Behandlung von Depressionen verordnet.

Einige Ärzte behandeln auch Zwangsstörungen, Schlafstörungen oder Ängste mit Antidepressiva. Der Arzt sollte Sie über die Nebenwirkungen von Antidepressiva aufklären. Die Nebenwirkungen können vielfältig sein.

Es kann zu Haarausfall kommen, doch muss ein Haarverlust nicht bei jedem auftreten, der Antidepressiva einnimmt. In der Packungsbeilage informiert der Hersteller über die möglichen Nebenwirkungen. Solche Nebenwirkungen von Antidepressiva können auch

  •  Gewichtszunahme
  •  Kopfschmerzen
  •  Hitzewallungen
  •  Juckreiz
  •  Herzrhythmusstörungen
  •  sexuelle Unlust

sein. Welche Nebenwirkungen auftreten, hängt vom jeweiligen Antidepressivum ab. Sogar eine verstärkte Suizidgefahr wird von einigen Ärzten und Pharmazeuten als Nebenwirkung verschiedener Antidepressiva vermutet.

Das ist jedoch umstritten. Einige Wissenschaftler vermuten die Depression selbst als Ursache für Suizid. Wird in der Packungsbeilage eines Antidepressivums nicht explizit auf einen Haarverlust als Nebenwirkung hingewiesen, kann bei einigen Patienten trotzdem ein Haarausfall auftreten.

Verschiedene Gruppen von Antidepressiva

Es gibt zwei verschiedene Gruppen von Antidepressiva. Die eine Gruppe erleichtert das Ein- und Durchschlafen und wird daher häufig zur Behandlung von Schlafstörungen verwendet. Diese Gruppe hat eine beruhigende und dämpfende Wirkung.

Sie macht müde. Die andere Gruppe der Antidepressiva wirkt anregend. Sie soll den Betroffenen helfen, wieder aktiv zu werden. Beide Gruppen von Antidepressiva können zu einem Haarausfall führen. Es gibt keinen Vertreter einer Gruppe, bei dem ein Haarausfall als Nebenwirkung ausgeschlossen werden kann.

Auf die Häufigkeit der Nebenwirkungen achten

Wird Ihnen ein Antidepressivum verordnet, ist es die Pflicht des Arztes, Sie darauf hinzuweisen, dass es sich bei dem verordneten Medikament um ein Antidepressivum handelt. Der Arzt muss Sie auch über die Nebenwirkungen informieren.

Informiert er Sie nicht, sollten Sie nach möglichen Nebenwirkungen fragen. Sie sollten auch fragen, ob Haarverlust eine Nebenwirkung sein kann. Scheuen Sie sich nicht, Ihre Bedenken zu äußern und Fragen zu stellen.

Sie sollten auch darauf achten, welche Nebenwirkungen in der Packungsbeilage beschrieben sind und wie häufig diese Nebenwirkungen auftreten können.
Es gibt so gut wie kein Antidepressivum ohne Haarausfall.

Der Haarausfall kann jedoch als eine der seltenen Nebenwirkungen erwähnt sein. Selten sind Nebenwirkungen, wenn bei etwa 10 von 10.000 Patienten die entsprechenden Symptome auftreten. Sehr selten sind Nebenwirkungen, wenn von 10.000 Patienten höchstens einer davon betroffen ist.

Wird Haarausfall nicht bei den Nebenwirkungen eines Antidepressivums erwähnt, ist er nicht auszuschließen. Er tritt dann entsprechend selten auf oder ist bislang noch nicht als Nebenwirkung gemeldet worden. Aufmerksam sollten Sie jedoch werden, wenn der Haarausfall als Nebenwirkung

  •  sehr häufig, bei mindestens einem von 10 Patienten
  •  häufig, bei mindestens einem von 100 Patienten
  •  gelegentlich, bei bis zu 10 von 1.000 Patienten
    erwähnt ist

Haarausfall – nicht immer liegt es am Antidepressivum

Hat Ihnen der Arzt ein Antidepressivum verordnet und tritt bei Ihnen Haarausfall auf, muss nicht zwangsläufig das Antidepressivum daran schuld sein. Sie sollten darauf achten, wie sich der Haarausfall bemerkbar macht.

Tritt der Haarausfall sofort nach der ersten Einnahme des Antidepressivums auf, ist es kaum möglich, dass er durch das Antidepressivum verursacht wurde. Der Haarausfall zeigt sich erst einige Wochen nach der ersten Einnahme des Antidepressivums.

Fallen die Haare dann gleichmäßig auf dem gesamten Kopf aus, liegt ein diffuser Haarausfall vor. In diesem Fall kann es sich tatsächlich um eine Nebenwirkung des Antidepressivums handeln. Sie sollten mit dem Arzt darüber sprechen.

Er kann Ihnen ein Antidepressivum ohne Haarausfall verordnen, doch ist nicht gewährleistet, dass Ihr Haarausfall dadurch gestoppt wird. Auf keinen Fall sollten Sie das Antidepressivum eigenmächtig absetzen, da das schwerwiegende Folgen haben kann.

Verschiedene Beschwerden wie Schwindel, Durchfall, Übelkeit oder Muskelschmerzen können schon kurz nach dem Absetzen des Antidepressivums auftreten. Es ist daher besser, das Antidepressivum langsam auszuschleichen, indem die Dosis ständig verringert wird.

Verordnet Ihnen der Arzt ein Antidepressivum, bei dem Haarausfall als Nebenwirkung nicht bekannt ist, kann es zu anderen Nebenwirkungen kommen, die noch schwerwiegender als Haarausfall sein können.

Keine Angst vor Totalverlust der Haare

Auch wenn es kaum ein Antidepressivum ohne Haarausfall gibt, muss bei Ihnen kein Haarausfall eintreten. Kommt es zu einem Haarverlust und glauben Sie, dass es sich um eine Nebenwirkung des Medikaments handelt, müssen Sie keinen Totalverlust der Haare befürchten.

Da es sich um einen diffusen Haarausfall handelt, wachsen die Haare meistens wieder nach, wenn die Ursache beseitigt wurde. Nach dem Ausschleichen und dem letztendlichen Absetzen des Antidepressivums wachsen die Haare wieder nach, wenn die Haarfollikel noch intakt sind.

Alternativen zu Antidepressiva

Fürchten Sie Haarausfall als Nebenwirkung von Antidepressiva, sollten Sie den Arzt nach Alternativen fragen. Eine Psychotherapie in Form einer Verhaltens- oder Gesprächstherapie kann eine sinnvolle Alternative zur Behandlung von Depressionen sein, die nicht zu Haarausfall führt.

Eine Therapie ist als Einzel- oder Gruppentherapie möglich. Eine Psychotherapie hat noch weitere Vorteile, da auch andere Nebenwirkungen von Antidepressiva nicht auftreten.

Fazit: Kaum ein Antidepressivum ohne Haarverlust

Es gibt so gut wie kein Antidepressivum ohne Haarausfall. Ist der Haarausfall in der Packungsbeilage nicht als Nebenwirkung angegeben, kann er trotzdem nicht ausgeschlossen werden.

Beim Lesen der Packungsbeilage sollten Sie darauf achten, ob Haarausfall bei den häufigen oder seltenen Nebenwirkungen angegeben ist. Nicht immer müssen Antidepressiva verordnet werden. Hilfreich zur Behandlung von Depressionen kann eine Psychotherapie sein, die keine Nebenwirkungen hat.