Haarausfall durch Stress – wie passiert dies genau?

Haarausfall durch Stress

Täglich fallen bis zu 100 Haare aus. Sind es über einen längeren Zeitraum deutlich mehr, wird von Haarverlust gesprochen. Die Gründe sind vielfältig, auch Haarausfall durch Stress ist möglich. Er kommt häufiger vor als angenommen. Was in diesem Fall im Körper und rund um den Haarwachstums- bzw. –ausfallprozess passiert, wird nachfolgend erläutert. Zu welchen Symptomen kommt es, wie ist der Verlauf und welche Mittel und Möglichkeiten zur Behandlung des stressbedingten Haarausfalls gibt es? Diese Fragen werden nachfolgend beantwortet.

Haarausfall durch Stress – häufige Begleiterscheinung

Wenn genetische oder körperliche Symptome ausgeschlossen werden konnten, kann es sich um einen Haarverlust durch Stress handeln. Er kann den Haarzyklus negativ verändern und auf diese Weise Haarausfall begünstigen. Hierbei ist es unerheblich, um welche Art Stress es sich handelt. Ganz gleich, ob privater oder beruflicher, ob körperlicher oder seelischer Stress, alle Formen können, wenn sie chronisch sind, Haarverlust durch Stress hervorrufen. Stress zählt zu den häufigsten Gründen für Haarausfall.

Fast jeder kennt mittlerweile das Problem, dauerhaft angespannt zu sein und kaum Zeit für sich selber, die eigenen Interessen und Entspannung zu finden. Der Arbeitsalltag ist hektisch und auch in der Freizeit warten unzählige Anforderungen, die kaum unter einen Hut zu bringen sind und über Monate oder Jahre die Gesundheit negativ beeinflussen können. Dies gilt auch für die Haargesundheit, wo der Stress ebenso nicht Halt macht.

Was sind die Gründe für Haarausfall durch Stress?

Häufig sind für den Haarverlust durch Stress psychische Faktoren verantwortlich, beispielsweise:

  • hohe Anforderungen an sich selber, die oftmals mit einem Perfektionismus einhergehen
  • Angst vor einer Ablehnung oder es jedem recht machen wollen – Depressionen, die durch die verschiedensten Gründe auftreten können
  • private Probleme wie andauernde Streitigkeiten mit dem Partner, eine Trennung oder Trauerphase
  • Überforderung auf der Arbeit
  • körperlicher Stress wie eine Operation oder sehr hohes Fieber
  • ein zu geringes Selbstwertgefühl

Dies alles kann, wenn der Zustand länger anhält, dazu führen, dass der Haarzyklus negativ verändert und auf diese Weise früher oder später Haarverlust durch Stress begünstigt wird.

Wie kommt es bei Stress zu Haarausfall?

Bei Stress werden verschiedene Hormone wie Cortisol im Körper ausgeschüttet. Sie sorgen für einen Adrenalinkick, der für unterschiedliche Reaktionen wie Kampf oder Flucht benötigt wird. Bei chronischem Stress werden diese Hormone kontinuierlich produziert. Die Konzentration an Hormonen im Körper ist dadurch deutlich erhöht und kann nicht mehr unter Kontrolle gehalten werden.

Zudem sind die Organe dadurch nicht mehr in der Lage, andere wichtige Substanzen zu bilden. Dazu gehören auch die, die für ein gesundes Haarwachstum benötigt werden. In der Folge wird über kurz oder lang Haarausfall durch Stress begünstigt. Stress bringt den gesamten Hormonhaushalt durcheinander. Stress reizt zudem die Haut und beeinflusst außerdem die Gesundheit der Kopfhaut, dessen Zustand überaus wichtig für das Haarwachstum ist.

Normale Haare verbringen 90 Prozent ihres Lebens in der Anagenphase, während angegriffene Haare vorzeitig die telogene Ruhephase erreichen. Hierbei ruhen die Haare, bis sie irgendwann ausfallen. Haarverlust durch Stress ist meist reversibel, denn die Haare wachsen nach der Bewältigung der Stressphase in der Regel innerhalb des nächsten halben Jahres wieder nach.

Doch umso länger der Stress anhält oder er nicht beseitigt wird, desto schwerwiegender können die Folgen sein. Wird nichts unternommen, kann es zu irreperablen Schäden kommen, sodass nur noch eine Haartransplantation helfen kann.

Es gibt verschiedene Arten von Haarausfall durch Stress:

  • Diffuser Haarausfall: Der Stress befördert die Haarfollikel in die Ruhephase, sodass sie ihr Wachstum einstellen. Ein paar Monate später können die Haare der betroffenen Follikel ausfallen. Dies wird als gängigste Art eines stressbedingten Haarausfalls angesehen.
  • Kreisrunder Haarausfall: Das Immunsystem wendet sich gegen die Haarfollikel, sodass Haarausfall begünstigt wird. Stress ist einer der möglichen Gründe.
  • Trichotillomanie: Hierbei reißen sich die Betroffenen die eigenen Haare zwanghaft aus. Der Grund für das zwanghafte Verhalten ist eine Methode, mit denen sie Stress, Ängste, Depressionen, Langeweile oder anderes bewältigen möchten.

Haarausfall durch Stress erkennen

Einen stressbedingten Haarausfall zu erkennen, gestaltet sich oftmals schwierig. Bei jedem zeigt sich die Überlastung durch andere Beschwerden, die oft in der Kombination miteinander auftreten. Zu Beginn einer Erkrankung wird außerdem eher selten Stress als Ursache vermutet. Es wird zunächst einmal nach organischen Erkrankungen gesucht.

Dies ist nicht verwunderlich, denn es soll schließlich kein Risiko eingegangen werden, dass eine behandlungsbedürftige Erkrankung nicht behandelt wird. Daher ist die eigene Mithilfe sehr wichtig. Man kennt sich selbst am besten und weiß, wie viel Stress man ausgesetzt ist und sollte auf seinen eigenen Körper hören.

Er sendet, wenn es ihm zu viel wird, verschiedene Signale aus. Ein mögliches ist Haarausfall durch Stress. Wenn die Haare vermehrt ausfallen und immer weniger werden, sollte daher entgegengewirkt und mehr Entspannung in den Alltag integriert werden. Das Problem ist, dass stressbedingter Haarausfall oftmals erst einige Monate nach der Stressphase auftritt. Dies macht es für manchen Betroffenen schwer, den Zusammenhang zu erkennen.

Fazit

Ein hoher Stresslevel verändert den gesunden, natürlichen Wachstumszyklus der Haare und kann früher oder später zu Haarverlust führen. Ursache sind verschiedene Stresshormone, die den Haarzyklus negativ beeinflussen. Länger anhaltender negativer Stress kann durch ausgeschüttete Botenstoffe die Haarfollikel schädigen.

Haarausfall durch Stress ist sehr unangenehm, aber im Allgemeinen ist Stress tückisch und gefährlich, vor allem, wenn er über die Jahre hinweg schleichend angestiegen ist. Irgendwann kann es zum riesigen Crash wie dem Burn-Out kommen. Doch auch viele körperliche Erkrankungen sind möglich. Stress sollte daher niemals auf die leichte Schulter genommen werden. Eine stressfreie Lebensweise ist auch jenseits der Probleme mit Haarverlust unbedingt anzuraten.


 
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