Juckreiz nach der Haartransplantation

Juckreiz nach der Haartransplantation

Viele Menschen sehen schönes und volles Haar als Zeichen von Jugendlichkeit, Attraktivität und ja – auch von Fruchtbarkeit.

Umso erschütternder ist für manche Menschen, wenn die Haarpracht im Laufe der Lebensjahre immer weiter abnimmt und sich langsam, aber sicher kahle Stellen bilden und schlussendlich dann die Glatze entsteht.

Die am häufigst vorkommende Form von Haarverlust ist die androgenetische Alopezie (AGA), besser bekannt als erblich bedingter Haarausfall. Befragt man die Statistik, leidet etwa jeder zweite Mann darunter – und das weltweit. Aber auch vor weiblichen Köpfen macht die AGA nicht halt. Etwa 40 % der Frauen, das besagt ebenso die Statistik, haben erblich bedingten Haarverlust.

Das einzige Mittel, das dauerhaft und vor allem nachhaltig bei erblich bedingtem Haarausfall hilft, ist und bleibt eine Haartransplantation.

Bei einer Eigenhaarverpflanzung werden die Follikel zunächst aus dem sogenannten Spenderbereich entnommen. Dieser liegt im Haarkranzbereich zwischen den Ohren. Das besondere an den Haaren, die dort wachsen: Sie sind relativ unempfindlich gegen das Androgen DHT, das mit hauptverantwortlich für den erblich bedingten Haarausfall ist. Je nach Methode wird entweder ein Hautstreifen aus dem Donorbereich entnommen (FUT-Methode) oder die Follikel werden einzeln extrahiert (FUE-Technik). Anschließend werden die Follikel in den Empfängerbereich wieder eingesetzt um dort die kahlen Stellen aufzufüllen.

Juckreiz nach der Haartransplantation – die erste Heilungsphase

Nach der Haarverpflanzung bleiben sowohl im Empfänger- als auch im Spenderbereich kleine oder bei der FUT-Methode dementsprechend größere Wunden zurück. In den ersten Tagen nach dem Eingriff bilden sich dann sogenannter Wundschorf, die Krusten auf der Kopfhaut. Ein Jucken nach Haartransplantation ist in dieser Phase völlig normal und gehört zum normalen Heilungsverlauf dazu. Der Körper signalisiert damit, dass die Wunden beginnen abzuheilen.

Was Sie allerdings nicht tun sollten – egal wie schlimm der Juckreiz nach der Haartransplantation auch sein mag – ist, daran zu kratzen. Das gilt sowohl für den Spender- als auch den Empfängerbereich.

Kratzen Sie trotz allen Warnungen, besteht zum einen die Gefahr, dass Sie die frisch verheilten Wunden direkt wieder aufkratzen. So können Krankheitserreger und Bakterien hineingelangen und es können Entzündungen entstehen. Auf diese Weise können wiederum die Grafts beschädigt werden, was sich wiederum negativ auf das Endergebnis auswirken kann. Außerdem kann sich durch eine Entzündung die Heilungsphase exorbitant verlängern. Schön sehen entzündete Wunden übrigens auch nicht gerade aus.

Zum anderen kann es natürlich sein, dass Sie die mühsam verpflanzten Grafts gleich wieder aus den Wurzelkanälen rauskratzen. Kurz nach der Haartransplantation sind diese logischerweise noch nicht fest eingewachsen. Jede Attacke mit den Fingernägeln kann die Follikel in dieser Phase gleich wieder aus den Haarkanälen herausziehen.

Warum Sie auch im Spenderbereich nicht beginnen sollten zu kratzen, liegt auf der Hand. Zwar besteht hier kein Risiko, dass Grafts beschädigt werden. Aber die Wunden können sich ebenso entzünden. Es könnten im schlimmsten Fall sehr unschöne Narben zurück bleiben.

Jucken nach Haartransplantation – was kann ich tun?

Natürlich ist ein Juckreiz extrem unangenehm, gehört aber zum natürlichen Heilungsverlauf. Jucken entsteht nämlich dann, wenn eine Wunde gut verheilt, da spielt es keine Rolle, ob es sich dabei um ein aufgeschlagenes Knie handelt oder eine Haartransplantation.

Das Jucken signalisiert, dass unsere Hautzellen etwas tun, nämlich neue Haut zu bilden (in diesem Fall Kopfhaut). Dabei kommunizieren die Zellen miteinander mittels verschiedener Botenstoffe. Einer davon ist Histamin, der beispielsweise auch dann vom Körper ausgeschüttet wird, wenn man unter Neurodermitis leidet. Histamin reizt die Nervenzellen entlang der Wunde und signalisiert dem Gehirn,, dass hier neue Zellen gebildet werden müssen. Eine Nebenwirkung dieser Ausschüttung ist der Juckreiz nach einer Haartransplantation.

Jetzt wissen Sie, warum Ihre Kopfhaut nach einer Haartransplantation juckt. Doch was können Sie dagegen tun? Ist der Juckreiz nicht allzu schlimm, hilft oft schon ein sanftes (!) und leichtes (!) Klopfen als Gegenreiz.

Wenn es fast nicht zum Aushalten ist, können Sie über die Einnahme von Antihistaminika nachdenken, die auch freiverkäuflich in der Apotheke erhältlich sind. Lesen Sie sich aber vor der Einnahme des Medikaments die Packungsbeilage gründlich durch, da die Nebenwirkungen zum Teil schon erheblich sein können.

Das schlimmste Jucken nach einer Haartransplantation sollte allerdings wenige Tage nach dem Eingriff bereits nachlassen.

Der weitere Heilungsverlauf und was Sie das optimale Ergebnis positiv beeinflussen können

Ein Juckreiz nach der Haartransplantation sowohl im Empfänger- als auch Spenderbereich ist also völlig normal. Wie sieht es denn mit dem weiteren Heilungsverlauf aus? Was können Sie tun, um diesen zu unterstützen und was sollten Sie unterlassen?

Das A und O für einen guten Heilungsverlauf ist die erste Haarwäsche nach der Haarverpflanzung. Der positive Nebeneffekt: Die Krusten werden so sanft angeweicht und lösen sich schneller von der Kopfhaut ab.

Die erste Haarwäsche sollte spätestens zwei Tage nach dem Eingriff erfolgen. Zuerst wird der Empfängerbereich gepflegt, im zweiten Step ist der Spenderbereich an der Reihe.

Zunächst wird auf den Empfängerbereich eine Lotion aufgetragen, die eine gewisse Zeit einwirken muss. Diese wird dann sanft und vorsichtig abgespült. Shampooniert wird erst im zweiten Schritt. Der Spenderbereich wird ausschließlich mit dem Shampoo gewaschen, die Lotion fällt weg.

Elithairtransplant, ein Anbieter für Haartransplantationen in der Türkei, hat übrigens ein eigenes Shampoo und eine spezielle Lotion entwickelt, die speziell auf die Bedürfnisse des Kopfes nach der Haarverpflanzung abgestimmt sind.

Die Kopfhaut muss nach der Haartransplantation mindestens 10 Tage lang jeden Tag nach diesem Schema gewaschen werden. Spätestens am 13. Tag sollten alle Krusten abgefallen sein. Ab diesem Zeitpunkt dürfen Sie übrigens auch wieder nach Herzenslust Ihre Kopfhaut reiben.

Weiterhin sollten Sie Ihren Kopf nach der Haartransplantation vor direkter Sonneneinstrahlung schützen. Außerdem ist in den ersten sieben Tagen nach der Operation jegliche (!) körperliche Anstrengung absolut tabu.

Ob und wie stark es zu einem Juckreiz nach der Haartransplantation kommt, kann an dieser Stelle so pauschal nicht beantwortet werden. Jeder Mensch ist verschieden und genauso verhält es sich auch mit den Heilungsverläufen nach einer Eigenhaarverpflanzung. Nach spätestens drei Monaten sollte die Heilung allerdings komplett abgeschlossen sein. Bei manchen Betroffenen beginnen in dieser Phase sogar schon wieder erste Haare wieder zu sprießen.

Fazit „Jucken nach Haartransplantation“:

Ein gewisser Juckreiz nach einer Eigenhaarverpflanzung ist überhaupt nicht ungewwöhnlich und gehört zum normalen Heilungsverlauf. Allerdings sollten Sie, egal wie schlimm es juckt, nicht beginnen zu kratzen. Dann besteht einerseits das Risiko, dass die frisch verpflanzten Grafts beschädigt werden, andererseits können so Entzündungen entstehen, die sich wiederum negativ auf das Endergebnis auswirken können.

Wenn Sie unter extremem Juckreiz leiden, können Sie eventuell über die Einnahme von Antihistaminika nachdenken, die diesen unterdrücken.