Postoperative Haarwäsche

Postoperative Haarwäsche

Entscheidend für ein optimales Ergebnis Ihrer Haartransplantation sind die ersten fünf Tage nach dem Eingriff. Denn in dieser Zeit fangen die verpflanzten Follikel an einzuwachsen. Das heißt für Sie: gehen Sie pfleglich mit sich und Ihrer Kopfhaut um. Tragen Sie in dieser Zeit auch Ihre Kopfbedeckung. Denn trotz schonender FUE-Methode bleibt eine

Eigenhaarverpflanzung immer noch eine Operation, bei der mikroskopisch kleine Wunden entstehen, durch die wiederum Keime und Fremdkörper eindringen können, was gegebenenfalls eine Entzündung auslösen kann. Gerade im Empfängerbereich kann das fatale Folgen haben. Das wiederum verhindert der Hut, der Ihnen mitgegeben wurde.

In den ersten zwei Tagen nach der Haartransplantation ist die Kopfhaut sozusagen „Sperrgebiet“. Danach erfolgt die erste Haarwäsche, um den Heilungsprozess noch einmal richtig anzukurbeln.

Die postoperative Haarwäsche

Das richtige Haarewaschen nach der Haarverpflanzung ist einer wichtigsten Faktoren, damit Sie auch das bestmögliche Ergebnis erzielen. Denn natürlich besteht die Gefahr, dass die verpflanzten Grafts versehentlich beschädigt oder komplett ausgerupft werden. Deswegen gibt es einige Regeln zu beachten, was den Vorgang der postoperativen Haarwäsche nach einer Haartransplantation betrifft.

Die meisten Kliniken, zumindest wenn Sie den Eingriff in der Türkei haben vornehmen lassen, händigen Ihnen nach dem Eingriff spezielle Pflegemittel aus, die genau auf die Bedürfnisse der postoperativen Kopfhaut beziehungsweise die eingepflanzten Grafts abgestimmt sind.

Ansonsten sollten Sie eine Bodylotion und ein Shampoo wählen, das möglichst PH-hautneutral ist und pflegend, beispielsweise von Sebamed. Sollten Sie kein Pflegeset ausgehändigt bekommen, wird der Arzt Ihnen in der Regel ein Shampoo und eine Bodylotion empfehlen. Warum eine Lotion zum Einsatz kommt, wird übrigens später noch erklärt. Das Waschen der Haare bund der Kopfhaut erfolgt in zwei Schritten, unterteilt in Empfänger- beziehungsweise Spenderbereich.

Abschnitt 1: Der Empfängerbereich

Als Empfängerbereich wird der Bereich bezeichnet, in den die Grafts eingesetzt worden sind. Also dort, wo später die neuen Haare schön und kraftvoll wachsen sollen. Dieser wird in drei Schritten gewaschen und gepflegt. Seien Sie bei der Haarwäsche extrem vorsichtig, denn sonst besteht die Gefahr, dass die frisch verpflanzten Follikel beschädigt werden könnten. Kurz nach dem Eingriff empfiehlt es sich übrigens, sich von einer zweiten Person bei der ersten Haarwäsche helfen zu lassen.

1) Pflegeschritt – das Aufbringen der Lotion

Vielleicht fragen Sie sich, was es eigentlich mit dieser Lotion auf sich hat und warum diese so wichtig ist. Eine Haartransplantation ist, wie bereits kurz angeschnitten, ein operativer Eingriff, auch wenn sie noch so minimalinvasiv vorgenommen wird. Zurück bleiben kleine Wunden, die bluten un auf denen sich im weiteren Heilungsverlauf Krusten bilden. Mit der Lotion werden diese Krusten wieder aufgeweicht.

Diese wird zunächst vorsichtig (!) auf den Empfängerbereich aufgetragen. Seien Sie nur nicht zu sparsam. Die Lotion kann ruhig etwas dicker aufgetragen werden. Verteilt werden sollte sie aber lediglich mit ganz vorsichtigem Tupfen – nicht dass die Grafts versehentlich herausgerieben werden!

Die Lotion muss jetzt circa 40 Minuten einwirken, damit die Krusten schön aufgeweicht werden und die Kopfhaut bereit für die eigentliche Haarwäsche ist. Bei den Folgebehandlungen reichen dann übrigens 15 bis 20 Minuten völlig aus.

Anschließend wird die Lotion vorsichtig mit lauwarmem Wasser von vorne nach hinten wieder abgewaschen.

2) Pflegeschritt – das Shampoo

Jetzt ist es Zeit für die eigentliche Haarwäsche. Von Vorteil wäre es, wenn Sie das Shampoo in der Hand mit Hilfe von etwas Wasser aufschäumen, bevor Sie auf die Kopfhaut aufbringen. Dann lässt es sich besser und vor allem sanfter verteilen.

Dieser Schaum wird dann sanft und vorsichtig auf den Empfängerbereich aufgetragen und sollte etwa drei bis fünf Minuten einwirken. Abgespült wird ebenso mit lauwarmem Wasser. Abgewaschen werden sollte immer mit der Haarwuchsrichtung.

3) Pflegeschritt – Das Abtrocknen

Sie dürfen hierfür keine Frottee- oder Baumwollhandtücher verwenden. Diese sind aufgrund Ihrer groben Struktur für eine postoperative Haarwäsche nach einer Haartransplantation nicht geeignet! Verwenden Sie am besten ein ganz normales Tuch oder Gaze. Der Empfängerbereich sollte sehr gründlich und äußerst vorsichtig getrocknet werden.

Abschnitt 2: der Spenderbereich

Natürlich benötigt auch der Haarkranzbereich nach einer Haartransplantation ein gewisses Maß an Pflege. Schließlich wurden dort die Grafts entnommen und es sind ebenso kleine Wunden zurück geblieben.

1) Pflegeschritt – das Shampoo

Im Unterschied zum Empfängerbereich wird im Spenderbereich zuerst das Shampoo aufgetragen. Dieser sollte sehr gründlich etwa zwei bis drei Minuten lang gereinigt werden. Hier dürfen Sie auch reiben denn hier wurden ja keine neuen Haare eingesetzt.

2) Pflegeschritt – die Lotion

Nach der Haarwäsche wird dann die Lotion aufgetragen. Diese sollte im Spenderbereich etwa 10 Minuten einwirken. Eventuelle Reste und Feuchtigkeit können dann anschließend mit einem Tuch abgenommen werden.

Nach einer Haartransplantation müssen sie 10 Tage lang jeden Tag das oben genannte Procedere sowohl im Empfänger- als auch im Spenderbereich wiederholen.

Wurden die Haare mit der FUT-Methode (Strip- oder Streifentechnik) verpflanzt, muss der Spenderbereich übrigens etwas pfleglicher behandelt werden. Denn bei dieser Methode wurde aus diesem Bereich ein Hautstreifen entnommen und die Wunde anschließend vernäht. Waschen Sie die Haare also möglichst vorsichtig mit dem Shampoo und sorgen Sie dafür, dass die Naht nicht wieder aufgeht.

Warum ist die Postoperative Haarwäsche eigentlich so wichtig?

Bei einer Haartransplantation wird die Kopfhaut sehr viel Stress ausgesetzt. An der einen Stelle werden Haarfollikel entnommen und an anderer Stelle wieder eingesetzt. Zurück bleiben winzig kleine Wunden, auf denen sich im weiteren Verlauf kleinere Verkrustungen bilden, aus denen auch Wundwasser austreten kann. Aus den Hautporen, insbesondere am Hinterkopf, kann auch noch Kochsalzlösung austreten, die Ihnen während der Haartransplantation unter die Kopfhaut gespritzt wurde (dabei handelt es sich lediglich um kleine Mengen!). Alle diese ungewollten „Überreste“ werden bei der ersten Haarwäsche nach der Haartransplantation sanft entfernt.

Außerdem trägt die postoperative Haarwäsche dazu bei, dass der Heilungsprozess optimal verläuft. Die Krusten werden dadurch immer wieder aufgeweicht, so dass die Kopfhaut darunter besser atmen kann und so besser mit Nährstoffen versorgt wird.

Nach 15 Tagen müssen übrigens alle Krusten abgefallen sein, denn sonst könnten unter Umständen die Grafts beschädigt werden. Sollte das nicht der Fall sein, dürfen Sie auch ruhig etwas nachhelfen. Allerdings sollten sie jetzt nicht damit beginnen, auf Ihrer Kopfhaut herum zu kratzen. Diese sollte mit einer sanften Reibung von vorne nach hinten abgerubbelt werden. Nach etwa 20 Tagen können Sie Ihr Haar dann übrigens auch wieder mit normalem Shampoo waschen.

Es ist übrigens völlig normal, dass nach etwa 14 Tagen die verpflanzten Haare erst mal wieder ausfallen. Diesen Vorgang nennt man Shock-Loss. Die Haarfollikel, in denen die Haarwurzeln sitzen, sind allerdings zu diesem Zeitpunkt schon eingewachsen. Nach etwa drei Monaten beginnen die Haare dann wieder zu wachsen. Zunächst sehr fein, schließlich sind es ja „neue Haare“ also Babyhaare, im weiteren Verlauf dann immer kräftiger. Das endgültige Ergebnis sehen Sie dann etwa nach 12 bis 14 Monaten.