Haarausfall durch Bleivergiftung

Haarausfall durch Bleivergiftung

Ein Haarausfall kann vielfältige Ursachen haben. Die Belastung mit Schwermetallen, zu denen Blei gehört, kann zu Haarausfall führen. Ein Haarausfall durch Bleivergiftung zeigt sich diffus auf dem gesamten Kopf.

Wird die Ursache beseitigt, kann der Haarverlust durch Bleivergiftung von allein wieder verschwinden.

Wie sich ein Haarausfall durch Bleivergiftung bemerkbar macht

Blei ist ein toxisches Schwermetall; es kann also zu Vergiftungen führen. Bei den toxischen Schwermetallen werden zwei Gruppen unterschieden. Die eine Gruppe hat für den menschlichen Stoffwechsel keine biologische Bedeutung.

Die Metalle dieser Gruppe, zu denen neben Blei auch Cadmium, Quecksilber und Aluminium zählen, sind nur schädlich für den Körper. Die zweite Gruppe ist in einer sehr geringen Konzentration sogar lebensnotwendig. Zu dieser Gruppe gehören Eisen, Zink, Kupfer, Arsen und Nickel. Diese Metalle sind erst in einer höheren Konzentration für den Körper giftig.

Blei kann sich im Blut, aber auch in verschiedenen Organen wie Nieren, Leber, Knochen und Gehirn absetzen. Bei einer Bleivergiftung kommt es nicht nur zu Haarausfall, sondern auch zu verschiedenen anderen körperlichen Beschwerden.

Ein Haarverlust durch Bleivergiftung tritt diffus auf. Die Haare werden auf dem gesamten Kopf immer dünner und lichter, sodass die Kopfhaut durchschimmert. Im weiteren Verlauf kann es im Extremfall zu einem Totalverlust der Haare kommen.

Es gibt jedoch auch eine gute Nachricht. Da es sich um einen diffusen Haarausfall handelt, können die Haare wieder nachwachsen, wenn die Ursache beseitigt wurde.

Wie es zu einer Bleivergiftung kommen kann

Blei kann durch veraltete Wasserleitungen über das Trinkwasser aufgenommen werden. Eher selten wird es über Lebensmittel aus Dosen aufgenommen, da es an Weißlötstellen der Lebensmitteldosen auftreten kann.

Blei kann jedoch auch als feiner Staub auf Obst und Gemüse auftreten. Durch Klärschlamm und Mineraldünger in der Landwirtschaft gelangt Blei auf die Felder und setzt sich an Obst und Gemüse fest.

Auch verschiedene Lebensmittel wie Leber von Schweinen und Rindern sowie Muscheln und Wild können geringe Mengen an Blei enthalten. Da Wild teilweise mit bleihaltiger Munition geschossen wird, kann sich das Blei im Fleisch ablagern.

Da Blei inzwischen nicht mehr in Benzin enthalten sein darf, wurde die Umweltbelastung mit dem Schwermetall um fast 90 Prozent reduziert. Auch Sets zum Bleigießen, wie es zu Silvester eine beliebte Tradition ist, werden seit 2018 nicht mehr verkauft.

Blei kann noch auf anderen Wegen in den menschlichen Körper gelangen:

  •  als Zusatz von Wandfarben
  •  im Straßenverkehr durch den Abrieb von Bremsen und Reifen
  •  Industrie-Ausstöße, vor allem in Müllverbrennungsanlagen, Kohlekraftwerken und in der Metallverarbeitung
  •  über bunt glasierte Keramik aus dem Ausland, die für Lebensmittel verwendet wird
  •  verschiedene Ayurveda-Präparate und Haussalben.

Über den Darm, die Lunge oder die Haut kann Blei in den Körper gelangen.

In verschiedenen Berufen, beispielsweise in einigen Metallberufen, in der chemischen Industrie, in der Lackindustrie oder in der Batterie-Industrie, besteht eine größere Gefahr der Aufnahme von Blei.

Kommt es zu einem Haarausfall durch Bleivergiftung, sollten Sie den Beruf wechseln. Neben Haarverlust macht sich eine Bleivergiftung mit deutlich schwerwiegenderen Symptomen bemerkbar.

Symptome, auf die Sie achten sollten

Eine Bleivergiftung kann akut oder chronisch auftreten. Eine akute Bleivergiftung ist ein medizinischer Notfall und macht sich innerhalb von Tagen oder Wochen bemerkbar. Ein Haarausfall durch Bleivergiftung zeigt sich zumeist rasant.

Weitere Symptome sind heftige Bauchkrämpfe, Lähmungserscheinungen an Armen und Beinen, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen, Abgeschlagenheit, Konzentrationsschwäche, Gehörverlust, Kopfschmerzen, Blutarmut und Verstopfung.

Wurde die akute Bleivergiftung durch das Schlucken bleihaltiger Gegenstände verursacht, erfolgt eine Magenspülung oder die operative Entfernung des Bleis aus dem Magen. Befindet sich das Blei auch in Weichteilen und verschiedenen Organen, erfolgt die Entgiftung medikamentös.

Eine chronische Bleivergiftung tritt schleichend auf, wenn der Körper über längere Zeit geringe Mengen von Blei aufgenommen hat. Ein Haarverlust durch Bleivergiftung ist auch hier möglich. Weitere Symptome sind

  •  Müdigkeit und Schlaflosigkeit
  •  Kopfschmerzen
  •  Blutarmut und Bluthochdruck
  •  Schwächegefühl und Appetitlosigkeit
  •  Konzentrationsschwäche und Nervosität.

Durch einen Infekt, Stress oder eine Stoffwechselstörung kann Blei, das sich bei einer schweren chronischen Bleivergiftung in den Knochen abgelagert hat, plötzlich auf einmal freigesetzt werden.

Es kann dann zu Symptomen kommen, die auch bei einer akuten Bleivergiftung auftreten. Eine chronische Bleivergiftung kann mit Medikamenten behandelt werden. Der Patient erhält Infusionen, damit das Blei aus den Weichteilen und dem Blut über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden wird (Chelat-Therapie).

Die Therapie wird beendet, wenn die Bleikonzentration im Blut wieder unter den Grenzwert fällt.

Ein Haarausfall durch Bleivergiftung kann nur behandelt werden, indem die Ursache, die akute oder chronische Bleivergiftung, behandelt wird.

Wie Sie einen Haarverlust durch Bleivergiftung vermeiden

Eine Bleivergiftung und damit verbunden den Haarausfall können Sie vermeiden, indem Sie Obst und Gemüse immer gründlich abwaschen. Haben Sie Keramikgeschirr mit bunter Glasur aus dem Ausland, sollten Sie es nicht für Lebensmittel und Getränke verwenden.

Sie sollten darauf achten, dass Sie Ihre Nahrung genügend Vitamin C, Eisen, Kalzium, Zink und Magnesium enthält. So vermeiden Sie, dass Sie über den Darm zuviel Blei aufnehmen.

Fazit: Haarverlust durch Bleivergiftung meistens reversibel

Ein Haarausfall durch Bleivergiftung tritt diffus auf dem gesamten Kopf auf. Abhängig davon, ob es sich um eine akute oder eine chronische Bleivergiftung handelt, kann sich der Haarausfall mehr oder weniger schnell vollziehen.

Blei können Sie durch die Nahrung aufnehmen, da es sich auf Obst und Gemüse ablagern kann. Die Aufnahme kann auch über die Lunge erfolgen, beispielsweise in Form von Industrie-Abgasen. Auch über die Haut können Sie Blei aufnehmen.

Eine Bleivergiftung macht sich mit schwerwiegenden Symptomen bemerkbar und muss behandelt werden. Schlimmstenfalls kann sie zum Tode führen.

Wurde die Bleivergiftung als Ursache behandelt und meiden Sie künftig die Ursache für die Vergiftung, können die Haare wieder nachwachsen.