Haarausfall durch Krankheiten – ein häufiges Symptom

Haarausfall durch Krankheiten

Ein Haarausfall stellt für die meisten Betroffenen ein schwerwiegendes kosmetisches Problem dar. Häufig wird ein Haarausfall durch Krankheiten verursacht. Autoimmunerkrankungen, Stoffwechselerkrankungen oder Infektionen können zu einem Haarausfall führen. Der Haarverlust durch Krankheiten tritt meistens diffus oder kreisrund auf. Er kann zurückgehen, wenn die Krankheit als Ursache behandelt wurde.

Haarausfall durch Krankheiten – Morbus Basedow

Morbus Basedow ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, die sich bei den meisten Betroffenen mit den drei Leitsymptomen

  • hervortretenden Augen
  • Herzrasen
  • Vergrößerung der Schilddrüse

bemerkbar macht.

Als weitere Symptome können Haarausfall, Angstzustände, Konzentrationsschwäche, Bindehautentzündung, trockene und tränende Augen, Schwellungen an Händen, Füßen und Unterschenkeln, Schlafstörungen und Schweißausbrüche auftreten. Häufig wird Morbus Basedow mit einer Schilddrüsenüberfunktion verwechselt.

Das Immunsystem greift das Gewebe der Schilddrüse an. Die Hormone der Schilddrüse geraten außer Kontrolle. Die vom Immunsystem produzierten Antikörper können die Schilddrüsenhormone hemmen, doch kann die Schilddrüse auch zu einer erhöhten Hormonproduktion angeregt werden.

Der Haarausfall tritt diffus auf dem gesamten Kopf auf. Ein Totalverlust aller Haare ist jedoch unwahrscheinlich. Um den Haarverlust in den Griff zu bekommen, muss zunächst eine genaue Diagnose erfolgen. Dazu führt der Arzt eine Blutdruckmessung, eine Blutuntersuchung und eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse durch.

Zusätzlich kann er Sie zum Radiologen überweisen, der eine Feingewebepunktion der Schilddrüse und ein Schilddrüsenszintigramm durchführen kann. Die Behandlung erfolgt mindestens ein Jahr lang mit Thyreostatika. Bessern sich die Symptome nicht, kann die Schilddrüse ganz oder teilweise operativ entfernt werden oder eine Radiojodtherapie erfolgen.

Haarausfall bei Diabetes mellitus

Diabetes mellitus kann zu Haarausfall führen. Das ist beim Typ-1-Diabetes, der zumeist schon bei Kindern und Jugendlichen auftritt, ebenso der Fall wie beim Typ-2-Diabetes, der vorrangig nach dem 40. Lebensjahr auftritt. Diabetes Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung, bei der die Betazellen der Bauchspeicheldrüse zerstört werden und es zu einem absoluten Insulinmangel kommt. Diabetiker vom Typ 1 müssen diesen Mangel ausgleichen, indem sie ein Leben lang Insulin spritzen.

Beim Diabetes Typ 2 wird zuerst noch genügend Insulin produziert. Da die Körperzellen immer unempfindlicher gegen Insulin werden, muss die Bauchspeicheldrüse verstärkt Insulin produzieren. Da sie das nicht lange durchhält, werden die Betazellen zerstört, was zu einem absoluten Insulinmangel führt.

Der Haarausfall kann bei Diabetes mellitus verschiedene Ursachen haben. Das Immunsystem wird geschwächt, was die Kopfhaut empfindlicher gegen Pilze und Bakterien macht. Es kann zu einem vernarbenden Haarausfall kommen, bei dem an den kahlen Stellen keine Haare mehr wachsen. Da durch Diabetes der Stoffwechselzyklus beeinträchtigt wird, wirkt sich das auch auf den Haarzyklus aus.

Es kann zu einem diffusen Haarausfall kommen, der gleichmäßig auf dem gesamten Kopf auftritt. Die Wachstumsphasen der Haare verkürzen sich. Da das Kreislaufsystem beeinflusst wird, kann das zu einer verminderten Durchblutung der Kopfhaut und letztendlich zum Haarausfall kommen. Ein hormonelles Ungleichgewicht kann einen Haarausfall auslösen.

Häufig ist Diabetes für die Betroffenen mit emotionalem Stress verbunden, der zu Haarverlust führen kann. Um den Haarverlust zu behandeln, muss der Blutzuckerspiegel ins Gleichgewicht gebracht werden. Das gelingt einerseits mit Insulin, andererseits mit einer gesunden, ausgewogenen, zuckerarmen Ernährung.

Haarverlust durch Krankheiten – Rheuma

Rheuma tritt in zahlreichen Formen auf und kann Menschen aller Altersklassen betreffen. Sogar Kinder können bereits unter Rheuma leiden. Rheuma ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem körpereigenes Material angreift. Die häufigste Form von Rheuma ist die rheumatoide Arthritis, die sich durch schmerzhafte Entzündungen mehrerer Gelenke bemerkbar macht.

Auch ein systemischer Lupus erythematodes, der das Bindegewebe betrifft, kann sich mit einem Haarausfall äußern. Darüber hinaus gibt es noch weitere rheumatische Erkrankungen. Rheuma tritt häufig in Schüben auf. Um sich gegen die Entzündungen zu wehren, muss der Körepr an seine Ressourcen gehen und entzieht den Haaren wichtige Nahrungsgrundlagen.

Zumeist kommt es zu einem diffusen Haarausfall. Nach einem Rheumaschub können die Haare wieder wachsen. Die Haare können auch durch verschiedene Rheuma-Medikamente ausfallen. Mit verschiedenen natürlichen Mitteln wie Arganöl, Traubensilberkerze oder Bockshornklee können Sie dem Haarausfall entgegenwirken.

Haarausfall durch Krankheiten – Borreliose

Borreliose ist eine Infektionskrankheit, die durch Zeckenbisse übertragen wird. Häufig wird sie nicht rechtzeitig erkannt, da zwischen dem Zeckenbiss und dem Ausbruch der Erkrankung mehrere Wochen liegen können. Zuerst macht sich die Krankheit meistens durch eine Wanderröte rund um den Zeckenbiss bemerkbar. Die Krankheit tritt in drei Stadien auf. Ein Haarverlust durch Krankheiten ist meistens erst im zweiten Stadium zu beobachten.

Zusätzlich kann es zu Müdigkeit, Gelenkschmerzen, Fieber, Schüttelfrost und Lymphknotenschwellungen kommen. Die Symptome erinnern häufig an eine Sommergrippe. In den weiteren Stadien kann es zu Lähmungserscheinungen, Empfindungsstörungen, Herzbeschwerden und Hautknötchen kommen.

Die Veränderungen der Haut können zu einem Haarverlust führen. Der Haarausfall tritt meistens diffus auf. Um den Haarausfall zu behandeln, muss die Borreliose behandelt werden. Über mehrere Wochen ist die Einnahme von Antibiotika erforderlich. Zusätzlich kann der Arzt entzündungshemmende Mittel und Schmerzmittel verordnen.

Haarverlust durch Krankheiten – Morbus Crohn

Morbus Crohn ist eine chronische Darmentzündung, die meistens schubweise auftritt und sich mit Bauchschmerzen und starken Durchfällen bemerkbar macht. Der Haarausfall durch Krankheiten tritt meistens diffus auf dem gesamten Kopf auf. Er wird verursacht, da die wichtigen Stoffe für die Haare, zu denen Eisen, Zink, Selen, Kieselsäure und Vitamine gehören, nicht vom Darm aufgenommen oder verstärkt ausgeschieden werden.

Die Ursachen von Morbus Crohn sind noch nicht vollständig geklärt. Es kann sich um eine Autoimmunerkrankung handeln, bei der das Immunsystem körpereigenes Material angreift. Ein ungünstiger Lebensstil kann Morbus Crohn fördern. Als weitere Symptome können Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Abszesse und Fisteln im Darm- und Analbereich, Hautveränderungen, Darmverschlüsse und Fieber auftreten. Um den Haarausfall zu behandeln, muss Morbus Crohn behandelt werden.

Das kann medikamentös erfolgen. Zumeist wird Cortison angewendet, das den Haarwuchs fördern kann. Kurzfristig können Steroide verordnet werden, die jedoch einen Haarausfall fördern können. In schweren Fällen kann eine operative Behandlung erfolgen. Das Haarwachstum können Sie mit natürlichen Mitteln wie Bockshornklee oder Arganöl sowie mit alternativen Methoden wie der Sauerstofftherapie oder der Softlasertherapie anregen.

Fazit: Verschiedene Krankheiten können einen Haarausfall begünstigen

Ein Haarausfall durch Krankheiten kann bei vielen Erkrankungen ein Symptom sein, doch kann er auch als Folgeerscheinung auftreten. Der Haarausfall kann durch Autoimmunkrankheiten, Infektionskrankheiten, aber auch durch Medikamente und durch eine vermehrte Anfälligkeit gegen Bakterien oder Pilze eintreten.

Um den Haarverlust durch Krankheiten zu behandeln, muss zuerst die Erkrankung als Ursache diagnostiziert und behandelt werden. Bei vielen Krankheiten kann der Haarausfall wieder zurückgehen, wenn die Ursache gut behandelt wurde. Bei einigen Erkrankungen können die Haare jedoch auch unwiderbringlich verloren sein.

Möchten Sie das Haarwachstum anregen, gelingt das mit alternativen Behandlungsmethoden oder mit natürlichen Mitteln. Eine Haarverpflanzung ist nicht immer sinnvoll, da die Haare wieder nachwachsen können oder die transplantierten Haare bei einer Autoimmunkrankheit wieder ausfallen.