Haarverlust erkennen – wann leide ich unter Haarausfall?

Haarverlust erkennen

Haarausfall nagt am Ego, egal ob bei der Frau oder beim Mann. Denn gerade in unserer persönlichkeitsfixierten Zeit, ist es immer noch so, dass Menschen oft über ihre Haare definiert werden. Schönes und volles Haar steht immer noch für Jugendlichkeit.

Wir möchten gerne etwas Licht ins Dunkel zum Thema „Haarausfall erkennen“ bringen.

Haarausfall erkennen – Was ist normal?

Jeder Mensch verliert jeden Tag Haare – viele Haare. Etwa 100 Stück pro Tag. Der Verlust kann sich sogar jahreszeitbedingt verstärken (meist im August oder im September).

Mit dem Haarverlust schafft die Kopfhaut Platz für neues. Alte, abgestorbene Haare fallen aus und neue Haare wachsen nach. Sie müssen also keine Panik haben, wenn morgens mal ein paar Haarsträhnen mehr im Waschbecken liegen.

Bedenklich wird es erst dann, wenn die Haare nicht mehr nachwachsen. Was aber meist erst dann augenfällig wird, wenn etwa 50 % der Haare ausgefallen sind.

Wenn Sie unsicher sind, ob Sie unter Haarausfall leiden und nach einer Möglichkeit suchen, den Verlust zu erkennen, dann können Sie Ihre verlorenen Haare zählen. Normal sind etwa 60 bis 100 Haare pro Tag. Sind es über mehrere Tage oder Wochen verteilt mehr Haare oder der Haarausfall nimmt stetig zu, dann ist das ein relativ untrügliches Zeichen, dass etwas nicht stimmt.

Haarausfall erkennen – diffuser Haarausfall

Beim diffusen Haarausfall dünnt sich das Haar gleichmäßig über den Kopf verteilt aus. Das fällt dem Betroffenen dann meist erst richtig auf, wenn schon ein Großteil des Haares fehlt, beziehungsweise morgens im Waschbecken richtiggehende Haarbüschel liegen.

Irgendwann schimmert dann die Kopfhaut durch, wenn die Betroffenen nichts unternehmen. Der diffuse Haarausfall kann die verschiedensten Ursachen haben, entweder körperlicher oder seelischer Natur.

Ungesunder Dauerstress ist zum Beispiel ein nicht zu verachtender Faktor, wenn es um diffusen Haarausfall geht. Auch Nährstoff- und Mineralstoffmangel infolge einer Magersucht können zu übermäßigem Haarausfall führen. Aber auch die Nebenwirkungen verschiedener Medikamente können den Haarausfall verstärken.

Wenn Sie den Verdacht haben unter diffusem Haarausfall zu leiden, sollten Sie zunächst Ihren Arzt konsultieren. Dieser kann in der Regel die Ursachen Ihres Haarausfalls erkennen und eine entsprechende Behandlung einleiten.

Bei Stress helfen beispielsweise Entspannungstherapien und/oder Sport um wieder „runter“ zu kommen. Magersucht oder andere Essstörungen gehören allerdings in die Hände eines Psychologen.

Manchmal hilft auch eine Ernährungsumstellung. Sind Medikamente an Ihrem Haarverlust schuld, kann man versuchen ein Alternativmittel zu finden.

Haarausfall erkennen – der Kreisrunde Haarausfall

Alopezia Areata hat ein relativ eindeutiges Krankheitsbild. Die Haare fallen auf einmal büschelweise aus, und zurück bleiben kreisrunde oder ovale kahlen Stellen im Haar.

Die genauen Ursachen des kreisrunden Haarausfalls sind bis heute nicht abschließend geklärt. Fest steht aber, dass das Immunsystem anfängt die Haarfollikel anzugreifen, wodurch die Haare dann ausfallen.

Alopezia Areata ist nicht auf die Kopfbehaarung beschränkt. Auch der Bart und selbst die Augenbrauen können betroffen sein.

In den meisten Fällen verschwindet die Alopezia Areata von ganz alleine, und die Haare fangen wieder an zu wachsen. Tun sie das nicht, oder der Haarwuchs ist nicht mehr so kräftig, dann kann eventuell eine Haartransplantation helfen.

Da die Ursachen der Krankheit bis heute nicht feststehen, lassen sich lediglich die Symptome behandeln.

Allerdings möchten wir an dieser Stelle auch darauf hinweisen, dass nicht immer eine Haarverpflanzung möglich ist. Es gibt Fälle von Alopezia Areata in denen die komplette Behaarung ausfällt. Sowohl am Körper als auch am Kopf (Alopezia Totalis). Die verpflanzten Follikel würden sofort wieder vom Immunsystem angegriffen werden und ausfallen.

Haarverlust erkennen – der erblich bedingte Haarausfall

Die androgenetische Alopezie – so der wissenschaftliche Name des erblich bedingten Haarausfalls – ist die am weitesten verbreitete Form des Haarverlusts. Etwa jeder zweite Mann und etwa 40 % der Frauen leiden, rein statistisch gesehen, darunter.

Bei Männern fängt der erblich bedingte Haarausfall meistens an den „Geheimratsecken“ an. Diese werden immer höher, das heißt, der Haaransatz an den Schläfen wandert immer weiter nach oben. Im weiteren Verlauf dünnt sich das Haar am Hinterkopf aus und die Tonsur ensteht. Irgendwann „wachsen“ die kahlen Stellen dann zusammen und der Betroffene hat eine Glatze.

Es ist aber nicht ungewöhnlich wenn die Haare im sogenannten „Haarkranzbereich“ weiter wachsen. Diese sind unempfindlich gegen das Hormon DHT das die androgenetische Alopezie verursacht, weswegen auch aus diesem Bereich die Grafts für eine Haartransplantation entnommen werden. Der erblich bedingte Haarausfall beginnt bei Männern meist in den frühen Zwanzigern.

Bei Frauen dünnt sich bei erblich bedingtem Haarausfall das Haar entlang des Mittelscheitels immer weiter aus, bis irgendwann kahle Stellen entstehen. Frauen bekommen aufgrund der androgenetischen Alopezie eher selten eine komplette Glatze.

Der erblich bedingte Haarausfall beginnt auch wesentlich später – nämlich mit Einsetzen der Wechseljahre. Der Grund dafür ist, dass die Hormone in diesem Lebensabschnitt etwas ins Ungleichgewicht geraten. DHT wird aus dem männlichen Hormon Testosteron gebildet. In der Menopause herrscht im weiblichen Körper oft ein Testosteron-Überschuss, während die Östrogen-Produktion immer weiter zurückgeht.

Das Einzige, das dauerhaft und nachhaltig gegen die androgenetische Alopezie hilft, ist eine Haartransplantation.

Haarausfall erkennen – unser Fazit

Haarverlust erkennen ist in den meisten Fällen nicht schwierig. Die Haare werden immer dünner und irgendwann scheint die Kopfhaut durch oder es bilden sich kreisrunde Löcher.

Wichtig ist es, die Art des Haarausfalls zu erkennen. Der erblich bedingte Haarverlust, von dem die meisten Menschen betroffen sind, hat beispielsweise ganz typische Symptome. Beim Mann deuten Geheimratsecken auf die androgenetische Alopezie, bei einer Frau ein immer breiter werdender Scheitel.

Auch der Diffuse Haarausfall und der kreisrunde Haarausfall haben ganz typische Erscheinungsbilder. Die Haare dünnen sich gleichmäßig über den Kopf verteilt aus, beziehungsweise es bilden sich kreisrunde oder ovale kahle Stellen.

Trotzdem möchten wir an dieser Stelle betonen, dass es von Vorteil ist, einen Arzt aufzusuchen. Dieser kann nicht nur die Art des Haarausfalls erkennen, er wird ihn auch mit einer entsprechenden Therapie behandeln.

Die Ausnahme ist hier der erblich bedingte Haarausfall. Das einzige Mittel, das hier dauerhaft wirkt ist eine Haartransplantation.